Der Windknollen ist eine hügelige Hochebene nordwestlich von Jena, von der Besucher einen weiten Blick über die Stadt und ihre geschichtsträchtige Landschaft bekommen. Von hier aus soll im Jahre 1806 Napoleon den Angriff auf die preußischen Truppen eröffnet haben, was später als die Schlacht bei Jena und Auerstedt in die Geschichtsschreibung einging. Auch in der Zeit danach wurde das Gebiet häufig als militärischer Truppenübungsplatz genutzt. Mit dem Abzug der letzten Panzer kehrte 1990 Ruhe ein.
Paradies für Frauenschuh, Heidelerche & Kammmolch (ja mit 3 m!)
Heute ist der Windknollen aufgrund seiner besonderen Artenvielfalt als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Denn die jahrzehntelange militärische Nutzung bewahrte das 185 Hektar große Naturschutzgebiet vor einer intensiven Nutzung durch die Land- und Forstwirtschaft. So leben eine Vielzahl an seltenen Tieren und Pflanzen auf den weiten Halbtrockenrasen und in den umgebenden Laubmischwäldern. Hier wachsen zum Beispiel viele geschützte Orchideen wie Bienen-Ragwurz, Frauenschuh oder die Grünliche und Weiße Waldhyazinthe. Der farbenprächtige Drüsige Klappertopf ist seit über 100 Jahren für das Gebiet nachgewiesen als einziges Vorkommen in Deutschland.
Zahlreiche bedrohte Vogelarten der Feldflur sind in dem Naturschutzgebiet heimisch wie Heidelerche, Neuntöter, Grauammer oder Sperbergrasmücke. Auch der Wendehals, eine in Deutschland stark gefährdete Spechtart, lässt sich auf dem Windknollen bei der Jagd nach Ameisen und anderen Insekten beobachten. Segelfalter, Goldene Acht, Himmelblauer Bläuling und viele andere Tagfalter bevölkern die weiten Halbtrockenrasen. Die schweren Panzen hinterließen außerdem zahlreiche verdichtete Bodensenken, die sich bei Regen rasch mit Wasser füllen. Sie sind Lebensraum für gleich drei der vier heimischen Molcharten: den gefährdeten Nördlichen Kammmolch, Bergmolch und Teichmolch.
Ende November 2020 sind die letzten 51 Hektar auf dem Windknollen in Naturschutzhand übergangen. Mit Hilfe von Spenden erwarb die NABU-Stiftung seit 2018 insgesamt 195 Hektar bei Jena und konnte so ein einzigartiges Naturparadies vor dem Ausverkauf retten.
Auf dem Gebiet befindet sich auch die Koppel des Reitsportvereins Cospeda e.V.. Da meine Tochter ein absoluter Pferdenarr ist, verbringen wir immer viel Zeit damit den Pferden beim Trainieren zuzusehen. Ein wundervoller Platz das zu tun ist genau dieser Ort.
Achtung: Hier handelt es sich um ein Naturschutzgebiet/Biotop, die offiziellen Wege müssen zu keiner Zeit verlassen werden.
Viel Spaß beim Suchen.