St.-Elisabeth-Kirche
Wenn du den Koordinaten gefolgt bist, stehst du jetzt in einem Parkgelände. Toll! Der erste Schritt ist schonmal geschafft! Jetzt heißt es nur noch suchen. Und während du das machst, nutze ich die Gelegenheit, dir ein bisschen was über den Ort hier zu erzählen. Sicherlich ist dir nicht entgangen, dass dort hinten ein großes, besäultes Gebäude steht. (Sehr klassizistisch, übrigens.) Das ist die Elisabethkirche! Ein imposantes Bauwerk! Mit einer reichen Geschichte!
Der Architekt war Friedrich Schinkel. Von dem solltest du schon mal was gehört haben. Einer der wichtigsten deutschen Architekten aller Zeiten. Erbaut 1832 bis 1834, geweiht 1835. Blabla. Wahrscheinlich liest du genau wie ich den reinkopierten Text nicht, aber hier lohnt es sich wirklich. (Danke, Wikipedia!)
Der Park hat im Sommer von 8 bis 20 Uhr geoffnet und im Winter von 8 bis 16 Uhr, aber die Zeiten scheinen eher Richtwerte zu sein, auch, weil es drei Eingänge gibt. Der Cache ist leicht als solcher zu erkennen. Bei schönem Wetter sitzen gerne Muggel auf den Bänken, ihr findet schon irgendeinen Weg. Bitte eigenen Stift mitbringen. Der Behälter geht bisschen schwer auf, aber wenn ich es geschafft habe, kannst du es auch. Es ist nicht nötig, die Wege zu verlassen. Bitte respektiert die Natur. Kleine Tauschgegenstände und Trackables können auf eigene Gefahr abgelegt werden.
Dies ist unser erster Cache. Für den FTF liegt was Kleines drin.
Viel Glück!
Und nun zur Geschichte!
Die Elisabethkirche ist die größte der vier Berliner Vorstadtkirchen, die Karl Friedrich Schinkel in den 1830er Jahren konzipierte. Sie ist nach der biblischen Elisabeth benannt, befindet sich im Berliner Bezirk Mitte in der Invalidenstraße 4a und gehört zur Evangelischen Kirchengemeinde am Weinberg im Kirchenkreis Berlin Stadtmitte. Nach der im Zweiten Weltkrieg erlittenen schweren Beschädigung wurde sie 1990–2001 saniert. Seitdem dient sie vor allem kulturellen Zwecken.
Geschichte
Das Wachstum Berlins im frühen 19. Jahrhundert führte zur Notwendigkeit stetig weitere Kirchen in den neu erschlossenen Vorstädten zu errichten. Im Auftrag des Königs Friedrich Wilhelm III. begann Schinkel 1828 mit ersten Entwürfen. Verlangt wurden einfache, kostengünstige Bauten ohne Türme und ohne aufwendige Fassaden. Alle vier Vorstadtkirchen haben ein ähnliches Grundkonzept. Die Elisabethkirche an der Invalidenstraße mit Platz für 1200 Personen wurde zum größten und vergleichsweise anspruchsvollsten Bau der Serie. Die Bauzeit dauerte von 1832 bis 1834, am 28. Juni 1835 wurde die Kirche geweiht. Die Kronprinzessin Elisabeth war bei der Einweihung zugegen, vermutlich spielte auch ihre Person bei der Namensgebung eine Rolle.
Im Jahr 1881 legte der Stadtbaudirektor Hermann Mächtig um diese Kirche herum einen Stadtpark an, der im Lauf der Entwicklung immer weniger gepflegt wurde.
Bei einem alliierten Luftangriff in der Nacht vom 8. zum 9. März 1945 wurde die Elisabethkirche von Phosphor-Brandbomben getroffen und brannte aus. Die hölzerne Innenausstattung gab den Flammen reichlich Nahrung. In den folgenden Jahrzehnten blieb sie eine Ruine, obwohl es Pläne für einen vereinfachten Wiederaufbau gab.
Architektur
Der einschiffige, rechteckige Putzbau wurde im typischen antik-griechischen Stil Schinkels zweigeschossig auf einer Grundfläche von 28 Metern mal 18 Metern errichtet. Den Portikus vor der zur Invalidenstraße weisenden Stirnseite tragen sechs dorische Pfeiler; er zeigt in kapitaler Serifenschrift die Inschrift „Des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit“. Gesimse teilen die verputzte Außenwand in eine Sockel- und zwei Oberzonen. Die Seitenmauern sind durch zwei Reihen rechteckiger Fenster gegliedert. Der Chor besitzt eine eingezogene Apsis und wird von zwei halbrunden Anbauten (Sakristei und Taufkapelle), die erst 1860 hinzukamen, flankiert. Der breit angelegte Innenraum war ursprünglich mit einer zweigeschossigen hölzernen Empore zu drei Viertel umsäumt. Ebenso wie die Orgel und die hölzerne Kassettendecke wurde die Empore vollständig zerstört.
Obwohl kein sichtbarer Glockenturm vorhanden ist, erhielt die Kirche ein dreistimmiges Geläut aus Gussstahl-Glocken, die am Ende des 19. Jahrhunderts im Bochumer Verein gegossen wurden. Die Gemeinde zahlte für die Glocken samt Zubehör (Klöppel, Achsen, Lager und Läutehebel) 1814 Mark.
Wiederherstellung des denkmalgeschützten Gebäudes
Sowohl am Kirchengebäude als auch im Inneren konnten nach der politischen Wende Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Es ist nicht vorgesehen, den Bau wieder als Sakralraum zu verwenden, sondern die Sophiengemeinde organisiert zusammen mit der Kulturverwaltung des Senats eine vielfältige Nutzung wie Aufführungen Alter und Zeitgenössischer Musik, Theaterdarbietungen sowie Ausstellungen aktueller Kunst und vor allem auch experimentelle Projekte mit einer Kombination verschiedener Genres und Gestaltungsformen. Eine neue Kirchenorgel ist daher nicht eingeplant. Am 24. März 2009 hielt Bundespräsident Horst Köhler im noch unverputzten Inneren der Kirche seine vierte Berliner Rede.
Die Sanierungen umfassten auch den umgebenden Park und wurden im Jahr 2001 beendet.