Dieser Multi wurde anlässlich eines runden Geburtstages unseres langjährigen Cache-, Brau- und generell Freundes - die Rede ist vom großen hadandy - entworfen. Kenntnisse bezüglich Bierbrauen sind eventuell hilfreich aber nicht unbedingt erforderlich 
Inklusive Rückweg sind es etwa 7 km Wegstrecke, die sich in etwa 3 Stunden bewältigen lassen.
Historischer Kontext
Jeder kennt das berühmte Kloster Maria Laach. Aber auch nur die wenigsten Einheimischen wissen, dass über hunderte von Jahren eine Klosterpartnerschaft zwischen Maria Laach und dem wesentlich kleineren Kloster Brisiacum bestand. Das kleine Kloster Brisiacum hatte doch zumindest eine gewisse regionale Bekanntheit ob seines sehr geschätzten Klosterbieres. Aber das ist leider Geschichte und vom Klostergebäude auf dem Kesselberg sind bis auf ein paar Steinhaufen kaum noch sichtbare Reste übrig geblieben. Lediglich einige Flur- und Gemarkungsnamen erinnern noch an das einst wegen seines Bieres recht bekannte Kloster.


Vorgeschichte
Bruder Thomas war schon länger, als er sich erinnern konnte, Mitglied der klösterlichen Gemeinschaft in Maria Laach. Er galt in der Klostergemeinschaft allseits als leutselig und beliebt. Ein besonders gutes Verhältnis verband ihn mit Bruder Pancratius, dem alten Braumeister des Klosters, dem er gerne und regelmäßig beim Brauvorgang zur Hand ging. Dieser wiederum pflegte eine enge Freundschaft zum Braumeister des Klosters Brisiacum, dem etwas stillen und sonderlichen Bruder Servatius, der seltsamerweise gelegentlich für ein paar Tage unauffindbar aus dem Kloster verschwand. So kam es, dass bei den seltenen Besuchen bei Bruder Pancratius in Maria Laach auch Bruder Thomas eine eher flüchtige Bekanntschaft zu Bruder Servatius aufbaute.
Das eher ruhige und in beschaulichen Bahnen ablaufende Leben von Bruder Thomas plätscherte so dahin und die glücklichen aber nicht sonderlich aufregenden Klostertage vergingen einer um den anderen. Das änderte sich erst am Vortage seines 50. Geburtstages, als der Abt ihn gänzlich unerwartet kurz nach der Sext zu sich bestellte.
„Bruder Thomas, ich habe Nachricht von Abt Josephus aus dem Kloster Brisiacum. Bruder Servatius ist mal wieder verschwunden! Die Hopfenernte ist überfällig und der letzte Sud des Jahres muss ins Fass! Ich würde ja Bruder Pancratius schicken, aber er ist hier unabkömmlich! Wir sind uns einig, dass du der einzige geeignete Kandidat bist, um unserem Partnerkloster in Brisiacum aus der Misere zu helfen. Wenn du sofort los reist, solltest du noch zeitig zur Komplet Brisiacum erreichen.
Die Nacht kannst du im Templerhof verbringen. Der Wirt Hieronymus ist wohl derjenige Laie, mit dem Bruder Servatius noch den meisten Kontakt hatte. Der Hof ist schließlich der größte Abnehmer des Brisiacer Klosterbieres. Abt Josephus sagt, Bruder Servatius hätte bei Hieronymus eine Sammlung etwas kryptischer Briefe hinterlassen, in denen er den Brauvorgang für das Brisiacer Klosterbier beschrieben hat.
Reise sofort los nach Brisiacum. Und morgen beginnst du gleich nach der Laudes mit der Beschaffung der Ingredenzien und dann mit dem Brauvorgang für das Brisiacer Klosterbier, damit es spätestens morgen zur Komplet im Fass ist. Möge der Herr mit dir sein auf deiner schwierigen Reise!“
Gerade rechtzeitig zur Komplet erreichte Bruder Thomas den Templerhof. Der Wirt drückte ihm eine lose Sammlung von Briefen in die Hand, konnte ihm aber keine weiteren konkreten Hinweise geben. Die Vorahnung auf die schwierige Unternehmung am nächsten Tage bescherte ihm eine unruhige und kurze Nacht. Aber als disziplinierter Ordensbruder stand er natürlich zeitig zur Matutin auf und begann nach seinen stillen Gebeten mit dem Studium von Servatius Briefen. Nach der Laudes und einem kurzen aber herzhaften Frühstück machte er sich auf den Weg.
Andacht
Den ersten Brief hatte er in der Nacht noch gelesen. Er enthielt unter anderem die Zeile: „... an jedem Brautag begebe ich mich zunächst zu einer kleinen Andacht am Fuße des Klosterberges um den nötigen inneren Frieden zu finden. Jedes Mal bewundere ich aufs Neue die schön in das Tor eingearbeitete Jahreszahl. Die letzten beiden Stellen entsprechen dem Jahr der Grundsteinlegung zu meinem schönen Kloster Brisiacum und außerdem weisen sie mir auch den Weg zu der Quelle, aus der ich unser Brauwasser beziehe!“
Quelle
Bruder Thomas begab sich zum angegebenen Ort und nach einem kurzen Gebet machte er sich auf den Weg zur Quelle. Was schrieb Bruder Servatius noch zur Quelle? „... ich lade immer gleich viele Maaß Quellwasser in die Fässer. Damit ich die Zahlen nie vergesse, habe ich sie in die Mauer der Einfassung eingeritzt. Und die Anzahl der Maaß verrät auch gleich den Weg zum Hefekeller!“
Hefekeller
So machte sich Bruder Thomas auf zum Hefekeller. Dort angekommen rief er sich in Erinnerung, was Bruder Servatius notiert hatte: „Die Zucht der richtigen Hefe ist nicht so einfach. Sie darf nicht komplett austrocknen aber auch nicht anfangen zu schimmeln. Aber mit meiner Nase und Gottes Hilfe finde ich das Döschen mit der guten Hefe. Und danach führt mich meine Nase direkt weiter zur Mälzerei.“
Mälzerei
Also ging auch Bruder Thomas immer der Nase nach und gelangte schließlich zur Mälzerei. Was schrieb Bruder Servatius noch dazu? „Viele Wege führen zur und von der Mälzerei. Und eine der Ortsangaben enthält sogar die Zutat, wegen der ich hier bin und die Summe der Ziffern sagt mir, wie viel Maaß von der Zutat ich nehmen muss.“
Bruder Thomas musste eine Weile suchen, bevor er die richtige Ortsangabe, die die Zutat enthielt, fand. Aber bald hatte er die richtige Menge berechnet, lud die benötigte Zutat auf seine Karre und setzte seinen Weg fort.
Hopfenfeld
Schon von Weitem konnte Bruder Thomas das Hopfenfeld erkennen. Dichte Ranken satt mit dicken Hopfendolden hingen von den zwischen hohen Stangen gespannten Seilen. Das sah nach Arbeit aus! Was schrieb noch Bruder Servatius? „Die Hopfenernte ist harte gottgefällige Arbeit.“ So machte sich Bruder Thomas daran, den Hopfen zu ernten.
Erschöpft und glücklich betrachtete er seinen vollgeladenen Karren, als ein Mönch aus dem Wald zu ihm trat. „Ah! Sei gegrüßt, du muss Bruder Thomas sein. Ich bin Bruder Georgus und der Abt meinte, ich sollte dir bei der Hopfenernte zur Hand gehen. Oh, du hast den Hopfen schon auf deinem Karren. Ich sehe, dir fehlt bloß noch das Gärfass! Na, dann ziehe ich wenigstens den Karren für dich zum Kloster, während du das Gärfass besorgst!“ Stirnrunzelnd blickte Bruder Thomas Bruder Georgus und seinem Karren hinterher. Wo war nochmal das Gärfass?
Gärfass
So, was schrieb Bruder Servatius hier? „Der Böttcher deponiert das neue Gärfass für den nächsten Sud immer unter dem Holz, aus dem es hergestellt ist. Und meistens lässt er seine Schubkarre einfach am Wegesrand zurück.“ Tatsächlich lag eine Schubkarre am Wegesrand und Bruder Thomas musste auch nicht lange nach dem Gärfass suchen. Also dann: Nur noch das Fass auf die Schubkarre und dem Weg weiter hinauf zum Kloster folgen!
Kloster Brisiacum
Endlich am Kloster angekommen wurde Bruder Thomas vom Abt und den anderen Mönchen bereits sehnlichst erwartet. Immerhin hatte Bruder Georgus bereits alles vorbereitet und mit dem Einmaischen begonnen. Trotzdem wurde der Brautag noch lang, ehe das Jungbier nach dem Einmaischen, Läutern und Würzekochen gerade rechtzeitig zur Vesper endlich im Gärfass gelandet war. Zur Belohnung nach diesem anstrengendem Tagwerk erlaubte Abt Josephus zum Abendessen tatsächlich jedem seiner Mönche und natürlich auch Bruder Thomas sogar zwei Krüge des auch weit über die Grenzen Brisiacums bekannten Klosterbieres.

Epilog
Wenige Tage später tauchte auch Bruder Servatius wieder auf. Er war nun einmal nicht mehr der Jüngste und hatte sich nach einem Sturz den Knöchel verstaucht. Mehrere Gehstunden vom Kloster entfernt verbrachte er deshalb einige Tage bei einer Bauersfamilie, bevor er wieder reisefähig war. Bruder Thomas übernahm im nächsten Frühjahr die Rolle des Braumeisters im Kloster Brisiacum auf dem Kesselberg und sollte fürderhin den Ruhm des Brisiacer Klosterbieres noch mehren. Und wenn das Kloster nicht später aufgegeben worden wäre, so würde immer noch das gute Klosterbier in Brisiacum gebraut!
Wer das gute Brisiacer Klosterbier nachbrauen möchte, findet in der Finaldose das Originalrezept zum Mitnehmen, lediglich übertragen in heutzutage gebräuchliche Maßeinheiten.