- Schiefer Schiefer -
Die Schiefergrube Balduin
In der Schiefergrube Balduin am Wohnroter Bach wurde nur für kurze Zeit Schiefer abgebaut. Die Grube war nur von 1921 bis 1922 in Betrieb.
In dieser Region gibt es viele Schieferbrüche und relativ wenige Schiefergruben. In den Schieferbrüchen dieser Gegend wurden hauptsächlich Schieferplatten abgebaut, die für den Bau von Mauern verwendet wurden. In den Gruben wurde der hochwertige ölhaltige Schiefer abgebaut, den man für Dachschiefer nutzt. Diesen gab es in den offenen Schieferbrüchen nicht.
Die Schiefergrube Balduin war nur zwei Jahre in Betrieb, weil der Ölgehalt zu gering gewesen ist. Der Schiefer war nicht hochwertig und für Dachschiefer nicht geeignet. Durch den geringen Ölgehalt war der Dachschiefer zu trocken und ließ sich nicht besonders gut spalten.
Die Entstehung von Schiefer
Schiefer ist kein eigenständiges Gestein, sondern ein Produkt geologischer Zufälle:
Schiefer ist ein leicht umgewandeltes Ablagerungsgestein, ( --> schwach metamorphes Ablagerungsgestein). In unserem Raum entstand er vor ca. 350-400 Millionen Jahren, im Zeitalter Devon und Karbon. Wärme, Wasser, Druck und Bewegung erzeugten auf dem Meeresboden die Bedingungen, die Schiefergestein entstehen ließen. Feinkörniger Tonschlamm wurde durch hohen Druck zu Tongestein verfestigt. Bei der nachfolgenden Gebirgsbildung wurden diese Tonschichten durch seitlichen Druck aufgefaltet. Die ursprünglichen Tonminerale wurden gedehnt und unter Erwärmung, die durch diesen Druck entstand, kristallisierten sie in plattige Minerale. Diese entstandenen plattigen Minerale gehören zur Glimmergruppe. Glimmer ist leicht spaltbar und lässt sich in ganz feine Plättchen zerlegen, die fast durchsichtig erscheinen. Der Bruch von Glimmer ist blättrig. Auf der zehnstufigen Mohs´schen Härteskala variiert Glimmer zwischen 2 und 4 und gilt als relativ weich (visit link).
Das ursprüngliche Tongestein bekam die neue plättchen- oder schichtartige Struktur verliehen, die sog. Schieferung. Ein weiteres Merkmal ist die sehr schwache Bindung zwischen diesen Schichten (vgl. visit link, visit link).


Quelle: visit link
Hier am Eingang der Schiefergrube Balduin kann man eine deutliche Schrägstellung der Tonschieferschichten erkennen. Die strukturelle Prägung des heutigen Rheinischen Schiefergebirges erfolgte vorwiegend während der variszischen Faltengebirgsbildung. In den folgenden Jahrmillionen erfolgte bis zum Ende des Perm eine Einebnung des Variszischen Gebirges und erst im Zusammenhang mit der Alpidischen Faltung kam es zu einer einsetzenden Bruchbildung und Heraushebung/Kippung/Senkung einzelner Schollen und damit zur Entstehung unserer heutigen „Bruchschollen“-Mittelgebirge, also auch des Rheinischen Schiefergebirges.
Quelle: visit link
Paläogeographische Karte Nordamerikas und Europas in "variszischer" Zeit
mit Darstellung der Ersteckung des Quachita-Alleghenisch-Mauretanisch-Herzynischen Faltengürtels
Und nun zum Earthcache:
Beantwortet bitte folgende Fragen und schickt diese per Nachricht in meinem GC - Profil oder per E-Mail an geocaching@heimasiti.de
- Schaut euch am Eingang der Schiefergrube die oben beschriebene Schrägstellung an! In welchem Winkel neigt sich die Schieferung zum Boden? In welche Richtung neigt sich die Schrägstellung? Was könnte der Grund für diese Schrägstellung sein?
- Nehmt ein Stück Schiefer vom Boden in die Hand und schaut es euch genauer an! Beschreibt die Farbe des Gesteins! Wie fühlen sich die Flächen und die Ränder der Steine an?
- Spaltet ein Stück Schiefer und schaut euch die frische Oberfläche an! Könnt ihr auch Glimmer erkennen? Woran erkennt ihr Glimmer?
- Macht ein Foto von euch oder einem persönlichen Gegenstand vor dem Eingang der Schiefergrube und ladet dieses in eurem Log hoch!
Den Earthcache könnt ihr mit einer Wanderung der
Saar-Hunsrück-Traumschleife
Masdascher Burgherrenweg
verbinden!