Ursprung der Firma Felten & Guilleaume, die das Carlswerk gründete, war die seit 1682 nachweisbare Seilerei des Seilermeisters Hartmann Felten. Mehrere Generationen später gründete 1820 der Seilermeister Johann Theodor Felten zusammen mit seinem Schwiegersohn Carl Franz Guilleaume das unter diesen beiden Namen dann in den kommenden Jahrzehnten so erfolgreiche Unternehmen. Zur Basis des Erfolgs wurde für Felten & Guilleaume die 1835 aufgenommene Drahtseilproduktion. Es wurde weltweit die Grundlage für einen industriell betriebenen Bergbau in großen Tiefen mit Bewältigung hoher Förderlasten. Auch die Rheinschifffahrt wurde Großabnehmer für die Drahtseile. Aus der Drahtherstellung entwickelte sich seit 1853 die aufgenommene Kabelproduktion.
Für die Kabelherstellung wurde die Verarbeitung von Kupfer (bessere Leitfähigkeit) immer bedeutender, so dass auch Felten & Guilleaume die Produktionsstätten im Carlswerk um die Kupfersdrahtzug-Werksgebäude erweiterten. Seit der Gründung der ersten öffentlichen Kraftwerke wurde auch die Lieferung von „Lichtkabeln“ wichtig. Felten & Guilleaume erhielt Aufträge zum Aufbau ganzer Stromnetze. Die Kabelproduktion blieb, neben den Drahtseilen, auch nach beiden Weltkriegen Kernprodukt im Carlswerk.
1994 wurde die Fernmeldekabelproduktion in Mülheim eingestellt. Mit einer kurzen Zwischenstation bei der Bonner Möller-Gruppe wanderte die F & G Energietechnik AG 1998 mit 3700 Mitarbeitern zur dänischen nkt-cables. Das neue Unternehmen konzentrierte in Mülheim seine Papierkabelfertigung bis das Werk 2007 an den Immobilienverwerter BEOS|Berlin verkauft wurde. Das Werksgelände von Felten & Guilleaum befindet sich seit mehreren Jahrzehnten in einem Prozeß des Strukturwandels. Aus beiden Unternehmensbereichen (Kupfer|Kabel und Eisen|Stahl) wurden seit 1980 Gebäude an örtliche Investoren verkauft. Die Hallen wurden schrittweise umgewandelt in Kultur- und Medienstandorte und entwickelten sich zu teilweise gesuchten Büroplätzen für Betriebe aus den Zukunfts- und Kreativbranchen.
(Quelle: www.rheinische-industriekultur.com)