Der Brüchlinger Wald ist ein Waldstück in der Nähe von Blaufelden, Langenburg, Gerabronn. Seit 2017/18 gibt im Wald 12 Windräder, die ca. 27000 Haushalte versorgen können.
Die Philosophinnen-Runde ist ca. 3km lang. An der 3. Station bietet sich ein Picknick an. Schnelle Sucher und Finder schaffen die Runde in unter einer Stunde. Mit Cacherkindern und Picknick waren wir ca. 2h unterwegs. Parkmöglichkeit ist bei 49°16'47.3"N 9°52'42.4"E
Die Philosophinnen-Runde gibt dir ein paar Zitate und Gedanken von bekannten Philosophinnen mit auf den Weg.
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Hannah Arendt - Philosophinnenrunde im Brüchlinger Wald
Hannah Arendt (1906 - 1975) war eine jüdische, deutsche, US-amerikanische politische Philosophin, die sich aber nie als solche gesehen hat. Hannah Arendt musste 1936 ihre intellektuelle Heimat (Heidegger, Husserl, Benjamin, Jonas, etc.) Deutschland verlassen und in die USA emigrieren. Zeit Lebens beschäftigte sie die Frage wie eine Entwicklung hin zu Nazi-Deutschland möglich war. Sie berichtete für den New Yorker vom Prozess gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann in Jerusalem. Eichmann war nicht die Art von Verbrecher, als welchen die Anklage ihn sah, kein gewalttätiger oder fanatischer Überzeugungstäter, sondern eher einer, der aus Gedankenlosigkeit, aus der Unfähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden, aus dem Gehorsam gegenüber den an ihn ergangenen Befehlen zu einem willigen Werkzeug der Vernichtungspolitik für Millionen Menschen geworden war. Ihm fehlte jede Vorstellungskraft für sein Tun. Insofern ist das Böse, das er repräsentierte banal; nicht habgierig, neidisch oder auch besonders ambitioniert, einfach banal.
Über Hannah Arendt gibt es eine schön gezeichnete Graphic Novel und einen lohnenswerten Film, der sich mit den Folgen ihrer Berichterstattung vom Eichmann-Prozess beschäftigt.
Ein Gedanke für den Weg:
„Man kann sagen, dass der Faschismus der alten Kunst zu lügen gewissermaßen eine neue Variante hinzugefügt hat - die teuflischste Variante, die man sich denken kann - nämlich: das Wahrlügen.“ — Hannah Arendt in: Zur Zeit - Politische Essays. München dtv 1989. S. 29