Cache Lebensraum Feld und Wiese
Auf Feldern und Wiesen
Kurz vor der Erntezeit, wenn der gelbblühende Raps mit dem strahlend blauen Himmel um die Wette leuchtet oder wenn sich die Ähren in den Getreidefeldern durch das Gewicht der reifen Körner bereits nach unten biegen, fällt eindrucksvoll auf, wie sehr der Ackerbau unser Landschaftsbild prägt. Nach der Ernte bleibt dann nur noch der nackte Ackerboden übrig. Von Pflanzen keine Spur mehr. Wie können Tiere und Wildpflanzen in dieser von Menschenhand geschaffenen Kulturlandschaft überhaupt leben? Viele Arten haben sich durch Spezialisierung an den raschen Wachstumszyklus auf den bewirtschafteten Feldern gut angepasst. Eine faszinierende Vielfalt ist entstanden und komplexe Nahrungsbeziehungen haben sich entwickelt - bestens aufeinander abgestimmt. Aber das empfindliche ökologische Gleichgewicht ist durch die Verdrängung natürlicher Rückzugsräume und immer effektivere Unkrautbekämpfung mit umweltschädlichen Giften stark ins Wanken geraten. Dabei wäre es relativ einfach, den drastischen Artenrückgang aufzuhalten. Grünstreifen zwischen den Ackerflächen, auf denen Hecken wachsen können, bieten zahlreiche Nist- und Versteckmöglichkeiten und Nahrung. Hier können Vögel brüten und auch Insekten und Reptilien fühlen sich dort wohl. Auf Brachflächen, in denen der Mensch nicht eingreift, können Wildpflanzen ungestört wachsen. Solche Refugien sind eine segensreiche „Arche Noah“ für bedrohte Arten.
Leben im Kornfeld
Aus einem kahlen Acker wird innerhalb weniger Monate ein Schlaraffenland für eine Vielzahl von Tierarten. In einem naturnah bewirtschafteten Weizenfeld zieht ein Hamsterweibchen seine Jungen auf. Das Korn ist eigentlich für menschliche Mägen bestimmt, aber die Feldhamster zweigen einen kleinen Teil für sich ab und legen eine unterirdische Vorratskammer an. Nebenan ist der Maulwurf auf der Pirsch nach Regenwürmern. Diese und andere Zersetzer machen den Ackerboden fruchtbar. Zwischen den Getreidepflanzen sprießen Feldblumen wie Kornblume, Frauenspiegel oder Klatschmohn. Die Mohnblüten wiederum spielen eine wichtige Rolle im Leben der Mohnbiene - und das nicht nur als Pollenlieferanten. So profitieren viele Arten vom Ackerbau, solange sie an den raschen Wachstumszyklus angepasst sind. Denn im Herbst ist alles vorbei. Nach der Ernte liegt der Acker wieder brach – bis zum nächsten Frühjahr.
Reich der Mäuse
Viele Menschen sehen Mäuse am liebsten im Maul der Katze oder in der Falle. Denn auf dem Acker fressen sie das Korn, und wenn die Ernte eingebracht ist, ist kein Lager, kein Speicher vor ihnen sicher. Ob im Dachboden oder in der Speisekammer: Überall nisten sich Mäuse oder Ratten ein. Aber diese unbeliebten Untermieter bilden nur eine Minderheit. Die meisten heimischen Nager leben in der freien Wildbahn, in Alpentälern, an Flussufern, auf Wiesen und in Wäldern. Mäuse sind die anpassungsfähigsten Säugetiere unserer Heimat. Es gibt Taucher, Gräber, Kletterer und Springer. Sie sind nicht nur harmlose Körnersammler, sondern mitunter auch geschickte Fischer und listige Diebe. Obwohl von vielen größeren Tieren gejagt, gelingt es den Mäusen, erfolgreich zu bestehen: mit Vorsicht und Pfiffigkeit und mit ihrer sprichwörtlichen Vermehrungsfreude.
Leben in der Wiese
Die Wiese, eine artenreiche Lebensgemeinschaft aus Gräsern und Blumen, in der sich viele Insekten und andere Tiere tummeln. Störche gehen auf die Pirsch nach Mäusen, Feldgrillen streiten um ihr Revier, eine Schmetterlingsraupe macht Ameisen zu ihren Leibwächtern. Wiesen sind in unseren Breiten ein Lebensraum auf Zeit. Würden sie nicht regelmäßig gemäht, wären sie bald von Bäumen überwachsen. Mahd oder Beweidung halten den Wald in Schach. Dort wo Wiesen besonders stark gedüngt werden, droht ihnen ein anderes Schicksal: Aus der bunten Blumenpracht wird eine eintönige Fettwiese, die zwar viel Viehfutter liefert, ökologisch gesehen aber nahezu wertlos ist.
Quelle www.planet-schule.de