Als im Januar 2007 der Orkan „Kyrill“ über weite Teile Europas tobte, blieb auch Rheinland Pfalz nicht verschont; rund 1,5 Millionen Festmeter Sturmholz meldeten die zuständigen Forstbehörden. So wurde u.a. im Wald der Gemeinde Astert eine 0,9 ha große, 85 jährige Fichten Monokultur Opfer von „Kyrill”.
Im Sommer 2007 feierte die Gemeinde Astert ihre 725-Jahr-Feier, wo eine besondere Idee entstand: die Anlage eines „Erinnerungswaldes”. In Andenken an die 725-Jahr-Feier soll auf der Kyrillfläche ein ökologisch hochwertiger Zukunftswald mit hoher Artenvielfalt angelegt werden. Durch den Impuls der Bürgerinnen und Bürger, sowie unter Einwirkung des betreuenden Forstrevierleiters Andreas Schäfer, war die Idee für einen außergewöhnlichen Erholungswald geschaffen.
Im November 2007 pflanzten die Asterter Bürgerinnen und Bürgern, Jung und Alt, ihren „Erinnerungswald“: Insgesamt 725 Laubbäume von 13 verschiedenen Arten wurden unter Anleitung von Revierleiter Schäfer in Kleingruppen, sogenannten „Klumpen“ etabliert. Nicht nur die Verbundenheit der Bevölkerung zum Wald war gewachsen, sondern ein ökologisch wertvoller Wald mit Erholungsfunktion wurde geschaffen.
2015: Acht Jahre nach der Pflanzung haben sich durch die natürliche Sukzession viele Pionierbaumarten wie Birke, Vogelbeere, Faulbaum, Aspe, Salweide sowie Fichten in den Zwischenfeldern etabliert. Diese tragen zwar zu einer verbesserten Biodiversität bei, ‘drohen aber auch gleichzeitig durch das starke Konkurrenzverhalten, vor allem das der Fichte, die gepflanzten Bäume zu verdrängen. Durch den dichten Bewuchs der Fichtennaturverjüngung wird der Zugang in den „Erinnerungswald“ verhindert.
Aufgrund des Wunsches aus der Bevölkerung, den Erinnerungswald „erlebbar und begreifbar“ zu machen, wurde im Rahmen einer Projektarbeit durch Forstwirt-Auszubildende von Landesforsten Rheinland Pfalz im November 2015 eine Pflegemaßnahme zur Förderung der gepflanzten Bäume, sowie die Anlage eines naturnahen Begehungspfades durchgeführt.