Der römische Dichter Ovid (Publius Ovidius Naso, 43 v.Chr.-17 n.Chr) zählt zu den drei berühmtesten Dichtern seiner Epoche. Zu seinem Hauptwerk zählen die Metamorphosen (lateinisch Metamorphoses, altgriechisch μεταμόρφωσις [metamórphosis] „Verwandlung in eine andere Gestalt“): In 15 Büchern erzählt er, gedichtet in Hexametern, in rund 250 Einselsagen die Geschichte der Welt von ihren Anfängen bis zu seiner (Ovids) Gegenwart.
Eine dieser Metamorphosen möchte ich euch hier erzählen:
Eines Tages besuchten der Göttervaters Jupiter (Zeus) und sein Sohnes Merkur (Hermes) in einer Stadt in Phrygien (antike Bezeichnung einer Region in der heutigen Türkei). Die Einwohner gewährten den beiden Wanderern - entgegen jedem Brauch - jedoch keinen Einlass. Allein Philemon und seine Frau Baucis, ein altes Ehepaar, das in einer ärmlichen Hütte am Stadtrand lebte, übten Gastfreundschaft, nahmen die beiden in ihrer Hütte auf und bewirteten sie mit allem von dem wenigen, was sie hatten. Daran, dass sich der Weinkrug wundersamerweise immer wieder von allein füllte, erkannten sie ihre Gäste als Götter, denen sie nun auch noch ihre einzige Gans opfern wollten, von deren Eiern sie sonst lebten. Das verwehrten ihnen die Himmlischen jedoch und forderten sie auf, ihnen zu folgen, um der Strafe für die ungastliche Stadt zu entgehen. Von der Höhe sahen Philemon und Baucis erschüttert, dass die Stadt in einem Sumpf versunken war. Nur ihr Häuschen, das sich nun in einen Tempel von Gold und Marmor verwandelt hatte, war geblieben. Von Zeus aufgefordert, ihre Wünsche zu nennen, baten sie nur darum, als Priester ihr Leben lang diesen Tempel hüten zu dürfen und zur selben Stunde zu sterben, so dass keiner von ihnen des anderen Grab schauen müsse.
So geschah es dann auch. Sie dienten im Tempel, bis sie eines Tages, vom Alter gebeugt auf den Tempelstufen miteinander redend, in eine Eiche bzw. eine Linde (hier im Wald findet ihr allerdings eine Buche und eine Eiche) verwandelt wurden.
In Gedenken an diese Metamorphose habe ich an diesen beiden dicht beieinander stehenden Bäumen einen Cache versteckt. (Der Tempel muss im Laufe der Jahre wohl geraubt worden sein... ;-) )
Quelle: Wikipedia