Schmalspurbahn Wilischthal–Thum (auch: Wilischtalbahn) war eine sächsische Schmalspurbahn im mittleren Erzgebirge. Sie begann im Bahnhof Wilischthal an der Bahnstrecke Annaberg-Buchholz unt Bf-Flöha und führte entlang der Wilisch nach Ehrenfriedersdorf. Eine Zweigbahn führte von Oberherold nach Thum. Der Abschnitt Oberherold–Ehrenfriedersdorf wurde 1906 in Folge des Baues der Strecke Geyer–Thum aufgegeben.
Vorgeschichte
Schon seit 1855 soll die Stadt Annaberg einen Bahnanschluss erhalten, die neben anderen Streckenführungen auch einen Verlauf durch das Wilischtal über Thum und Ehrenfriedersdorf. Stattdessen wurde aber der Entwurf durch das Zschopautal favorisiert, der dann 1866 mit der Chemnitz-Annaberger Bahn auch umgesetzt wurde. schien ein Bahnanschluss für das Wilischtal lange unerreichbar, erst in den 1880er Jahren beschäftigen sich des Sächsischen Landtags wieder mit dem Problem auf Druck der zahlreichen Papier- und Textilfabrikanten, die sich von einer Eisenbahn eine wirtschaftliche weitere Aufschwungschaft. 1883/1884 wurde der Entwurf einer Schmalspurbahn von Wilischthal nach Thum bzw. Ehrenfriedersdorf.
Nach dem Abschluss der Bauarbeiten, die im September 1885 begonnen haben, kann am 14. Dezember 1886 die Wilischthalbahn feierlich eröffnet werden.
Grießbach (Wilischthal)
Die Haltestelle Grießbach ist am 25. Dezember 1886 eröffnet. Im Jahr 1905 erfolgte die Widmung zum Bahnhof und im Jahr 1910 die Umbenennung in Grießbach (Wilischthal). An der Station im Tal der Wilisch, die jeweils zwei Kilometer von den Orten Weißbach und Grießbach entfernt lag, waren zunächst keine Hochbauten vorhanden. Ab 1912/13 wurde eine Wartehalle mit einem Raum für den Güteragenten und einem Nebengebäude mit Freiabort errichtet. In Richtung Thum befindet sich hinter der Straßenkreuzung das Bahnhofsrestaurant. Im Jahr 1933 erfolgte die Herabstufung zur Haltestelle. Die Nebengleise existierten bis 1946/47. Danach diente der nunmehrige Haltepunkt nur noch dem Personenverkehr. In Richtung Thum folgte nach der Bahnhofsausfahrt eine 15 Meter lange geländerlose Brücke über die Wilisch. Von der einstigen Station existieren heute nur noch Fundamentreste der Wartehalle. In der Nähe befindet sich heute ein Bushaltestelle .
Stilllegung
Die Wilischthalbahn wurde am 28. Mai 1972 stillgelegt und bis 1976 schrittweise von Thum bis zum Anschlussgleis der Papierfabrik Wilischthal abgebaut. Lediglich der Anschluss Papierfabrik wurde bis 1992 von Wilischthal aus noch mit Rangierfahrten bedient. Im Dezember 1991 fanden letztmals mit einer IV K, einem Gepäck- und einem Reisezugwagen einige Sonderfahrten statt.