"Der Bocksberg" wurde diese Höhe schon auf dem alten Meilenblatt genannt. Auch eine Schäferei ist im Dorf Proschwitz eingetragen. Vielleicht hat der Name was mit den Schafböcken zu tun? Man weiß es nicht.
Um aber von Meißen auf kürzestem Weg hinaufzukommen, benutzt man die Katzenstufen, was dann nur ein "Katzensprung" ist. Diese Bezeichnung ging dann auf die beiderseits gelegenen Weinberge über. Heute ist der Proschwitzer Katzensprung eine der bekanntesten Weinlagen in Meißen. Die Meißner Bischöfe, die ja wahrlich viel von gutem Weinen verstanden, bevorzugten die Lage zwischen den Katzenstufen und dem Heiligen Grund besonders.
Johann von Haugwitz war der letzte dieser Kirchenfürsten des als Folge der Reformation protestantisch gewordenen Bistums Meißen und wollte nur sehr ungern seine Weinquelle preisgeben.
Während dies überliefert ist, sind viele Geschichten um den Bischof Benno, der die Rebe in das Elbtal gebracht haben soll, Legende.
Nun sind wir oben und können, während unser Puls sich wieder normalisiert, einen der besten Ausblicke auf Burg und Stadt Meißen genießen, wobei auch von hier die zwei Westtürme des Domes bildwirksam in Erscheinung treten.
Sogar bis in die Sächsische - und Böhmische Schweiz reicht die Sicht bei klarem Wetter. Über 60km ist z.B. der Hohe Schneeberg am Horizont entfernt. Mit dem "Raziehglasl" kann man auch den Aussichtsturm erkennen. Peilt mal 133,5°.
Bis 1945 stand hier auf dem Bocksberg, als weithin sichtbare Landmarke, eine 6-geschossige Turmwindmühle. Es war eine sogenannte Holländerwindmühle, bei der auf dem gemauerten Turm ein drehbares Dachgeschoß montiert war. So mußte nicht wie bei der bis 1906 bestehenden Bockwindmühle, die komplette Mühle in den Wind gedreht werden, sondern nur dieses mit der Flügelwelle.
Schon wieder das Wort "Bock" durch das Wort Bockwindmühle. Ob das was mit dem Namen der Höhe zu tun hat, ist noch unwahrscheinlicher, denn dann hätte man den Berg 1906 in Holländerberg umbenannt, haha. An "Blocksberg" mußte ich gerade auch noch denken.
Auf dem alten Meilenblatt ist jedenfalls das typische Zeichen für eine Mühle mit Bock verzeichnet und sie heißt "Windmühle zu Proschwitz".
Hier mal noch ein interessantes Zitat aus dem Meißner Stadtlexikon von Dr. Günter Naumann:
"Diese Holländer-Windmühle war 1906 errichtet worden, nachdem man die urprünglich dort befindliche hölzerne Bockwindmühle niedergelegt hatte, wobei sich übrigens eine gewaltige Mehlwolke gebildet haben soll."
So, die Mehlwolke hat sich verzogen und langweilen will ich Euch auch nicht mehr, denn die meisten von Euch sind ja nur wegen des Caches hier.
Dazu noch ein Hinweis in Verbindung mit dem obigen Text.
Hier heißt es jetzt nicht mehr "Glück zu", sondern ab heute "Petri Heil".