"Die Vermessung der Welt" oder: Was hat Carl Friedrich Gauß mit Geocaching zu tun?
Der kleine Tradi ist an einem ganz besonderen Wegpunkt zu finden, der hier schon vor Jahrhunderten festgelegt wurde. Es handelt sich um einen so genannten geodätischen Festpunkt, welcher als Teil der, bereits im Mittelalter begonnenen, mathematischen, Landvermessung ein Vorgänger der digitalen und sateltitengesteuerten Navigation ist.
Ihren Ursprung hat die Geodäsie in der Notwendigkeit, Land aufzuteilen, Grundstücks- und Eigentumsgrenzen zu definieren und Landesgrenzen zu dokumentieren. Wichtige Marksteine der antiken Geodäsie waren auch die ersten Weltkarten aus Griechenland, die Sternwarten im Mittleren Osten und diverse Messinstrumente an einigen Zentren des östlichen Mittelmeeres.
Mit dem Aufbruch in die Neuzeit sorgten die Bedürfnisse von Kartografie und Navigation für einen erneuten Entwicklungsschub, beispielsweise in der Uhren- und Geräteproduktion von Nürnberg oder den Mess- und Rechenmethoden der Seefahrer Portugals. In diese Epoche fällt auch die Entdeckung der Winkelfunktionen (Indien und Wien) und der Triangulation (Snellius um 1615). Neue Messinstrumente wie der Messtisch (Prätorius, Nürnberg 1590), das „Pantometrum“ des Jesuiten Athanasius Kircher und das Fernrohr/Mikroskop ermöglichten der Geodäsie die ersten wirklich präzisen Landesvermessungen.
Mit der Gradmessung entlang des Pariser Meridians begann die großräumige Erdmessung, die 1740 mit der Bestimmung der ellipsoidischen Erdradien einen ersten Höhepunkt erlebte.
Um die Ergebnisse verschiedener Projekte und Landesvermessungen besser kombinieren zu können, entwickelte u.a. Carl Friedrich Gauß schrittweise die Ausgleichsrechnung, die seit etwa 1850 auch der Etablierung präziser Bezugssysteme und der Vermessung des Weltraums zugutekam.
Viel Spaß bei der kleinen Runde im Naturschutzgebiet des Großen Teichs und beim Loggen.
Hier noch eine Buchempfehlung zum Thema: Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt.
Bleibt aktiv und neugierig - Euer Goseaner