
Kennt ihr die Legende der Hexe vom Tegelhof?
Nein? Na dann will ich euch davon berichten, und ihr könnt euch auf eurem Spaziergang am Gestüt Tegelhof entlang an diese grausige Zeit erinnern.
Es war einmal ein junger unerfahrener Rittersmann, der ritt durch den dunklen Wald, durch den ihr gerade spaziert. Er wollte zu einer alten Frau, die hier im Wald lebte und von allen nur die Hexe vom Tegelhof genannt wurde. Er hatte nämlich gehört, die Hexe erfülle mutigen Besuchern die geheimsten Wünsche. „Soso, du willst also ein unbezwingbarer Ritter werden, der alle Turniere gewinnt, an denen du teilnimmst?“ „Ja genau, denn damit kann ich großes Ansehen, Reichtum und die Gunst der Frauen gewinnen!“ antwortete der junge Ritter selbstbewusst.
Daraufhin erwiderte die Hexe: „Gut, gut, ich gebe dir diese unglaubliche Kraft, dies alles zu erreichen.“ „Was muss ich dafür tun, um dir meinen Mut zu beweisen? Auf den höchsten Baum klettern? In die tiefste Höhle krabbeln?“ „Nein, nein, nichts dergleichen, du musst einfach nur eine Nacht in meinem Wald überleben!" flüsterte die Alte. "Ach wenns weiter nichts ist!" tönte der Ritter. "Das schaffe ich locker!" Der junge Mann baute sich eine kleine Schutzhütte aus Ästen und Zweigen und harrte mit dem Schwert in der Hand der Dinge, die da kommen würden.
Die Hexe unterdessen wies ihren Partner, den Gevatter Tod, an, den jungen Ritter zu Tode zu erschrecken, so wie er es schon mit allen anderen zuvor getan hatte. Grausig anzusehende Pferdeleichen und Gerippe von zuvor Gestorbenen krochen in der Nacht aus dem weichen Waldboden und umzingelten die kleine Schutzhütte. Unter ihnen wanderte auch der Tod auf und ab, verwundert darüber, dass der Ritter so gelassen blieb und nicht wie alle anderen zuvor schreiend durch den Wald stürmte und eines grausigen Todes starb.
Was niemand ahnte, der junge Mann saß gar nicht in der Hütte, dort hockte nur ein Dummy mit seiner Kleidung. Vielmehr saß der clevere Ritter in der Kloake auf dem Hof der Hexe am Waldrand, wo ihn nun wirklich niemand vermutete. So überstand der Ritter unbeschadet die Nacht und die Hexe musste ihm zähneknirschend seinen Wunsch erfüllen, als er, vollkommen mit Fäkalien bedeckt, aus der Kloake zurück ans Tageslicht kletterte.
Der Legende nach hieß der junge Mann Ratislaus und wurde nach dieser Begegnung irgendwann Fürst der westslawischen Ranen und wurde auch als König von Rügen bezeichnet. Von den Chronisten wird er auch Radislaus, Ratibor oder Regbus genannt. Er ist der Stammvater des rügischen Fürstenhauses und lebte (* vor 1105; † 1141).
Hat es die Hexe vom Tegelhof wirklich gegeben? Findet man tatsächlich noch Beweise im Wald? Oder ist das alles nur erfunden? Findet es selbst heraus!
Na? Neugierig geworden? Dann macht mal einen schönen kleinen Spaziergang und findet die Dose.
Am Start seht ihr zwei Zahlen, die eine ist zweistellig (A), die andere einstellig (B). Damit könnt ihr das Final berechnen:
N54 22.(31 x A +B) E13 24.(57 x (A - B))