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AFH 3 - Hohlwegesystem Bad Bodendorf Mystery Cache

Hidden : 5/22/2021
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:


Dies ist eine Cacheserie zur Aachen-Frankfurter-Heerstraße, 
der Krönungsstraße der deutschen Kaiser.

Die Aachen-Frankfurter-Heerstraße (AFH) - auch Krönungsstraße genannt - war seit den Zeiten Karls des Großen bis ins späte 19. Jahrhundert hinein die wichtigste Verbindung der Städte Frankfurt und Aachen. Nach ihrer Wahl in Frankfurt zogen fast alle deutschen Kaiser über diesen Weg bis in die Kaiserpfalz nach Aachen, um dort gekrönt zu werden. Darüber hinaus war die AFH auch eine wichtige Pilger- und Handelsstraße und wurde zudem für Truppenbewegungen genutzt. Im Abschnitt zwischen Düren und Sinzig verläuft die AFH grob entlang der heutigen A61 und war in zwei bis drei Tagen machbar. Bedeutend ist dieser Abschnitt, da hier besonders starke Steigungen überwunden werden mussten. Die Auswirkungen davon auf die Landschaft sind zum Teil heute noch gut zu sehen. Mithilfe der Tranchotkarte von 1808/10 und Satellitenbildern konnte der Verlauf der AFH rekonstruiert werden. Im Bereich der Grafschaft und Sinzig wurden an zahlreichen Wegpunkten in den letzten Jahren Informationstafeln aufgestellt. Weitere Informationen gibt es bei Heimatvereinen, auf den Infotafeln und im Internet. Der Eifelverein hat außerdem einen Wanderweg ("AFH") ausgeschildert. 


WICHTIGE INFORMATIONEN ZUR SERIE

Diese Serie führt Euch auf die "Tagesetappe" Sinzig - Rheinbach (Multicache GC9AYGK). Von Bahnhof zu Bahnhof sind es ohne Umwege zu anderen Dosen rund 31,5 Kilometer - fast ausschließlich über mehr oder weniger befestigte Wirtschaftswege (mit Ausnahme der kleinen Strecken durch die Ortslagen). Geplant ist die Tour für Radfahrer (moderat geländegängig) oder ambitionierte Wanderer. Ihr werdet dort, wo es geht, der originalen Trasse folgen, die heute allerdings an vielen Stellen nur noch zu erahnen ist. Bei oder nach längerem Regen kann es auch matschig werden. 

Da dies eine Neukonzeptionierung meiner allerersten Cache-Reihe ist, wird dem ein oder anderen manche Örtlichkeit bekannt vorkommen. Die Serie hebt entlang der Strecke immer wieder einzelne Besonderheiten hervor. Diese Caches sind bewusst eher einfach gehalten und lassen sich gut mit dem Tagesetappen-Multi kombinieren, plant allerdings dafür etwas mehr Zeit ein. 


Informationen zu diesem Cache

Dieser Mystery behandelt das Hohlwegesystem bei Bad Bodendorf, welches 2008 zum Bodendenkmal erklärt wurde. Infos findet ihr im nachfolgenden Text und durch Stichwortrecherche im Internet. Ihr seid schon unterwegs auf der Tagesetappe und habt vergessen, die Lösungen zu recherchieren?
Macht nichts, peilt einfach von der Listingkoordinate AFH Meter in AFH Grad, und ihr findet eine Pausenmöglichkeit und alle Infos, die ihr für diesen Cache braucht. 
Wer den Multi wandert, kommt bei Kilometer 5,3 automatisch an dieser Stelle vorbei.

Beantwortet folgende Fragen und findet dann die Dose!

  1. In welchem Jahr reiste Friedrich Barbarossa nachweislich auf der AFH von Sinzig nach Aachen?
    Jahr = 1abc
  2. Wieviele Buchstaben hat der Flurname bei Bodendorf, der an Krönungsreisen erinnert?
    Anzahl Buchstaben = de
  3. In welchem Jahr wird die Flurbezeichnung „an sent girde hecken“ erstmalig erwähnt?
    Jahr = 1fgh
  4. Aus welchem Jahr ist der Bildstock der Ziertheckkapelle?
    Jahr = 1klm

Finalkoordinaten: N 50° 33.000+abc+fgh+g*(de)+l           E 007° 13.000-klm-abc+de

Wer extra für den Mystery hierher kommt, parkt am besten in Bad Bodendorf und genießt dann den Spaizergang bergauf zur Dose. Bitte geht diesen Cache nur bei Tageslicht an!


Das Hohlwegesystem in Bad Bodendorf

Der erste große Anstieg der AFH und was passiert, wenn man keine Straßen baut.

Heutzutage sind unsere Straßen und Wege oft geplant und dementsprechend gebaut. Selbst ein Wirtschafts- oder Feldweg entsteht einfach, sondern wird in irgendeiner Weise befestigt. Im Mittelalter dagegen entstanden die meisten wege einfach deswegen, weil Menschen sie gegangen sind. Und je mehr Menschen, Pferde und Wägen irgendwo entlangzogen, desto bedeutender und breiter die Straße. Da gab es nur einige Probleme:

Zu allererst Regen. Ein Weg bei Nässe zu begehen, führt dazu, dass man tiefer in den Untergrund einsinkt. So gräbt sich ein Weg im Laufe der Zeit immer tiefer in den Untergrund ein. Dies ist übrigens der Grund, weswegen mittelalterliche Wege ganz oft auf Berg- oder Hügelzügen entlangliefen und seltener im Tal. Oben ist der Untergrund in der Regel felsiger und damit stabiler und Wasser fließt automatisch ab.

Damit sind wir auch schon im zweiten Problem: Hügel und Berge. Solange man in der Ebene bleibt, sind Wege halbwegs unproblematisch, aber wenn man einen Anstieg hinauf muss, wird es schwer: Wir alle kennen heute ausladende Serpentinenwege, die uns auch beim Wandern den Aufstieg erleichtern. Im Mittelalter hat man das anders gemacht: Gerade auf die Höhe zu, komme was wolle. Für Wägen wurden dann oft zusätzliche Gespanne eingesetzt.

Und nun kombinieren wir beide Probleme und haben den Salat: matschige Wege, die steil bergauf führen. In denen Regenwasser ins Tal hinabfließt und so den Einschnitt ins Gelände noch begünstigt. Ein Hohlweg entsteht. Heute oft noch gut sichtbar an steilen, erdig sandigen Flanken, durch die der Weg führt.

Was aber tun, wenn es nach tagelangem Regen so richtig matschig ist und die Pferdegespanne vor einem schon stecken bleiben? Richtig, man weicht aus: etwa 5 bis 10 Meter neben den aktuellen Weg. Dort ist es noch nicht so ausgefahren und man kommt leichter voran. Und genau das können wir hier in Bad Bodendorf beobachten.

Die Tranchotkarte von 1808/10 zeigt den südlichen Hauptverlauf der AFH entlang des "Heerwegs" (grüner Pfeil). An der Burg Bodendorf (gelber Marker) ging es bergan bis zur Ziertheckkapelle (blauer Marker). Der ältere, nördliche Weg führte durch die heutige Schützenstraße (oranger Marker) und die Flur "Kaiserskammer" zur Ziertheckkapelle. Dort treffen sich beide Wege. Auffällig ist, dass die Karte außerdem einige Hohlwegbündel andeutet, die alle trichterförmig auf die Kapelle zulaufen. Die Anhöhe war bis ins 19. Jahrhundert hinein waldfrei, weswegen sich Wege gut in den Untergrund eingraben konnten.

Hier wird es spannend, wenn wir moderne Messmethoden ins Boot holen. Mittels LIDAR (einer Art 3D-Laserscan) werden Höhenkarten mit bis zu 1x1m-Auflösung erstellt, welche als Schummerungskarten dargestellt werden können. Darauf sind glatte Flächen einfach grau, aber Unebenheitem im Gelände lassen sich sehr plastisch darstellen. So können alte Wege, Hohlwege oder andere Vertiefungen gut sichtbar gemacht werden. Hier ein Vergleich zwischen Schummerung und OSM, dem gleichen Bereich wie oben mit der Tranchotkarte, wieder mit Kapelle (blau), Burg (gelb) und Schützenstraße (orange), sowie dem Heerweg (grüner Pfeil).

Wenn wir uns nun die Schummerungskarte aus dem Bereich der Kapelle und der Kaiserskammer näher ansehen fällt einiges auf: Drei große Hohlwegsysteme (oranger Marker), die eingebrochen scheinen und unzählige kleine, parallele Wege (grüne Pfeile), die alle zwischen dem nördlichen und südlichen Weg auf den Standort der Kapelle (blauer Marker) zulaufen. Wenn man an der Ziertheckkapelle einige Meter Richtung Bad Bodendorf geht, sieht man die Wege auch noch rechts und links im Wald (unterer grüner Pfeil und unteres Bild), im Winter ist das wegen weniger Vegetation natürlich besser zu sehen. Östlich des gelben Markers nahe des Bildstocks sind auch noch tolle Flanken des Hohlwegs zu sehen.

Was lernen wir daraus?

Mittelalterliche Wege sind im Endeffekt völlig verschieden von unseren heutigen, die wiederum den römischen Wegen viel ähnlicher sind. Das Wissen der Römer ging unter den Franken verloren und so entstanden im Grunde sehr ineffiziente Wege, die trotzdem jahrhundertelang überdauerten. Diese mittelalterlichen (Hohl-)wege können wir auch heute noch finden, so sie denn nicht verfüllt, oder der Flurbereinigung zum Opfer gefallen sind. Oft sind nur in Waldstücken noch gut erhaltene Wege zu finden. Moderne LIDAR-Technologie kann dabei helfen, diese Wege zu finden. Seit 2008 ist der Bereich denkmalgeschützt, wird allerdings immernoch mit Grünschnitt und Rodungsabfällen verfüllt.


Quellen:

Tranchotkarte von 1808/10:
https://www.tim-online.nrw.de/tim-online2/ ©GeoBasis-DE / LVermGeoRP (2021), dl-de/by-2-0,
http://www.lvermgeo.rlp.de [Daten bearbeitet], Originale im Besitz der Kartenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin

Schummerungskarte, ©GeoBasis-DE / LVermGeoRP (2021), dl-de/by-2-0.

Vortrag von Andreas Schmickler, VHS Wachtberg, 04/2018

Sollte etwas mit dem Cache nicht stimmen,
loggt bitte Need Maintenence und ich kümmere mich darum.

Anmerkungen
03.08.2025 Cachekontrolle und -wartung
07.06.2021 FTF durch DieSuperstrolche
07.06.2021 Veröffentlicht

 

Alle Teile der Serie Typ GC-Code Ort
01 - Tagesetappe "Sinzig-Rheinbach" Multi GC9AYGK Rheinbach, NRW
02 - Ahrquerung Traditional GC9BBX0 Sinzig, RLP
03 - Hohlwegenetz Bad Bodendorf Mystery GC9BCJY Bad Bodendorf, RLP
04 - Kirchdaun, jüngere Trasse Traditional GC66BGX Kirchdaun, RLP
05 - Wegekreuz Kirchdaun Traditional GC9BMAH Kirchdaun, RLP
06 - Kreuzung vergangener Wege Traditional GC9BFKP Nierendorf, RLP
07 - Königliche Aussichten Traditional GC9BFKV Leimersdorf, RLP
08 - Fritzdorfer Höhe und Kaiserfurt Letterbox Hybrid GC9BJTG Fritzdorf, NRW
09 - Hohlweg Eckendorf Traditional GC74632 Eckendorf, RLP
10 - Furt am Essigbach Multi GC7N53X Eckendorf, RLP
11 - Ersdorfer Bach Multi GC9BM65 Altendorf, NRW
12 - Klein Altendorf Multi GC7N53A Klein Altendorf, NRW
13 - AFH meets Unvollendete Wherigo GC9BM6M Rheinbach, NRW

Additional Hints (Decrypt)

[Unterwegs rätseln: Infos in AFH m und AFH°] (OJ) [Final:] yvaxf qrf Jrtrf qrz Onhzr mh Shrffra, fvrur Fcbvyre

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)