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Kalkofen Traditional Cache

Hidden : 6/12/2021
Difficulty:
1 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


Hätte es Wiesbaden vor 22 Millionen Jahren schon gegeben - man hätte sich dort wie in der Karibik gefühlt. Denn mit dem so genannten Mainzer Becken gab es in der Gegend der heutigen Landeshauptstadt ein Meeresbecken mit sandigen Buchten und subtropischem Klima. Fossile Überreste dieser Zeit finden sich noch heute unter der Erde. Ans Tageslicht kommen sie in einem ehemaligen Kalksteinbruch der Zementfirma Dyckerhoff, der im Jahr 2005 stillgelegt wurde.

"Es gab eine Verbindung mit dem Mittelmeer und der Nordsee", erzählte Gudrun Radtke, Geologin beim Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie, die anlässlich des Naturschutz-Erlebnistages zusammen mit anderen Fachleuten rund 30 Besuchern den Steinbruch "Kalkofen" gezeigt hat. Der ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich. Anstatt das 39 Hektar große Gelände wie ursprünglich geplant zu rekultivieren, hat Dyckerhoff daraus nach der zehn Jahre währenden Nutzung als Steinbruch ein Biotop für Tierarten gemacht, die in landwirtschaftlich oder für die Naherholung genutzten Flächen keinen Lebensraum finden. Außerdem soll das Areal nach wie vor Wissenschaftlern offenstehen, die dort das eine oder andere Fossil ausgraben können.

Zwar sind die meisten versteinerten Tiere, die im "Kalkofen" zu finden sind, nicht sonderlich spektakulär, weil es sich zum größten Teil um Arten handelt, die so oder so ähnlich noch heute vorkommen. Dennoch erlaube die Lage des Steinbruchs in direkter Nähe zum ehemaligen Meeresbecken mitunter lohnende Einblicke in die Flora und Fauna vergangener Erdzeitalter, wie Carsten Wertel betonte, der als geologischer Planer für Dyckerhoff arbeitet. So könnten am Meeresboden unter Sauerstoffabschluss komplette Wirbeltiere erhalten bleiben - mitsamt Haut und Weichkörpern.

Wertvoller als für die Geologen werde das Biotop jedoch langfristig für die Natur, stellte Landschaftsökologe Berthold Hilgendorf in Aussicht. Von ihm stammt das Konzept für die Umwandlung des Steinbruchs zum Biotop.

Das Besondere daran ist, dass die Hauptarbeit dabei nicht vom Menschen geleistet werden soll, sondern von der Natur selbst. "Mit seinen Tümpeln, Wiesen und den Steilwänden, die beim Sandsteinabbau entstanden sind, bietet das Areal sowieso schon die unterschiedlichsten Lebensräume", so Hilgendorf. Die Hauptaufgabe bestehe daher nun darin, abzuwarten, welche Tiere und Pflanzen sich dort ganz von selbst ansiedeln. Ganz behutsam könne man dann dafür sorgen, dass die idealen Bedingungen für diese Arten erhalten bleiben - etwa indem die Entstehung eines Waldes durch gelegentliches Entfernen des Gehölzes verhindert wird.

Von Menschenhand wurden bisher ein See, eine Wiese und eine Schutthalde angelegt. Mit diesen vergleichsweise "kleinen Eingriffen" solle für eine noch größere Artenvielfalt gesorgt werden, indem etwa auch Eidechsen geeignete Rückzugsgebiete finden. Schon jetzt sei der ehemalige Steinbruch ein Paradies für Insekten, Zugvögel und Amphibien. Seltene Arten wie Kammmolche, Geburtshelferkröten oder Kreuzkröten seien bereits gesichtet worden. "Es ist aber nicht unser vorrangiges Ziel, spektakuläre Arten hierher zu locken und zu hätscheln", betont Hilgendorf. Der "Kalkofen" solle eine Heimat für Tiere werden, "die hier eigentlich sowieso hingehören", die aber sonst allzu oft vom Menschen vertrieben werden.

Text von Jöran Harders, veröffentlicht in der Frankfurter Rundschau am 12.05.2010

 

Additional Hints ()

Qehagre

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)

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