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Boergas Fuchstobelstein EarthCache

Hidden : 8/16/2021
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
3.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


WICHTIG - BITTE LESEN:

Zugang ist nur durch den Wald erlaubt, bitte die angrenzenden Wiesen nicht betreten.

Natürlich gibst du darauf acht, den Stein nicht zu beschädigen!

Es gibt keinen offiziellen Weg zum Fuchstobelstein, die Terrainwertung ist absichtlich bei 3.5 Sternen. Bei Nässe kann der Zugang auch rutschig werden.

Nicht jeder Cache muss geloggt werden, der Findling hat sich halt ein bisschen abseits zur Ruhe gelegt 😉

Wer Dornen und Zecken vermeiden will, besucht lieber einen anderen Cache.

 


Zum Fuchstobelstein

Der Fuchstobelstein ist der einzige Findling nationaler Bedeutung im Kanton Aargau, registriert als Nr. 667250 im geomorphologischen Inventar nationaler Bedeutung.

Dieser eindrückliche Stein mit Ausmassen von etwa 12m x 9m x 4m befindet sich auf Remetschwiler Gemeindeboden. Er ist mit Moos, Efeu und Bäumen bewachsen und liegt nicht sehr gut zugänglich im Fuchstobel unterhalb des Hauptteils des Dorfes. Der Fuchstobelstein besteht aus Kalknagelfluh von der Rigi. Gleich neben dem grossen Stein hat es auch noch einen weiteren, einiges kleineren Findling gleicher Natur. Ausserdem hat es in der Umgebung weitere kleinere Findlinge kristalliner Zusammensetzung.

Anreise / Weg

Es gibt keinen offiziellen Weg zum Fuchstobelstein, Anreise via öV an die Haltestelle Remetschwil, Dorf (von dort 10 Minuten zum Stein) oder Haltestelle Künten, Bodenacher (von hier 20 Minuten zum Stein).
Der einfachste Weg (T3.5) führt via angegebenem Parkplatz und "Zugang unten", anschliessend hoch zum Referenzpunkt 1 (1-2 Stellen sind hier etwas überwachsen und dornig), dann Traverse zum Referenzpunkt 2, anschliessend hoch und links runter zum Stein. Alternativ kann man auch via Referenzpunkt "Zugang oben" zum Stein gelangen, was etwas weniger dornig ist. Von unten via Bach (T4) ist es nicht empfehlenswert.


Erdgeschichtliches

Eiszeiten

Erdgeschichtlich befinden wir uns seit rund 2.6 Millionen Jahren in einem Eiszeitalter, dem Quartären Eiszeitalter, das damit auch die ganze Entwicklung des Menschen umfasst. Während dieser Zeit wechselten sich Kaltzeitphasen (im Durchschnitt 100'000 Jahre dauernd) mit Warmzeitphasen ab (durchschnittlich 15'000 Jahre lang). Die Warmzeit, in welcher wir leben, dauert seit etwa 11'000 Jahren an. Vor diesem Zeitpunkt waren grosse Teile Europas über 100'000 Jahre lang von Gletschern bedeckt. Je nach Lokalität wird diese letzte Eiszeit Weichsel- (Norddeutschland), Würm- (Alpenraum) oder seit Anfang dieses Jahrtausends in der Schweiz auch Birrfeld-Eiszeit genannt. In der Schweiz bezieht sich die Namensbezeichnung dabei auf die maximale Frontlage des Reuss-Gletschers, der in früheren Eiszeiten Habsburg, Koblenz (mit Aare-Rhone-Gletscher zusammen) oder Möhlin (mit Aare-Rhone- und Rhein-Gletscher zusammen) erreichte. Die letzte Eiszeit, die Birrfeld-Eiszeit, hatte ihren Höhepunkt vor etwa 24’000 Jahren.

Abb. 1: Abmessungen und Charakteristika der Grossvergletscherungen in der Nordschweiz. – Birrfeld-Glazial („Würm“, LGM). – Rote Quadrate: Namengebende Frontlagen der Vergletscherungen. Grün: Position des Fuchstobelstein und des Rigi-Rossberg
Basierend auf Abbildung aus: Keller O. & Krayss E. (2010). Mittel- und spätpleistozäne Stratigraphie und Morphogenese in Schlüsselregionen der Nordschweiz. In: Quaternary Science Journal Volume 59 / Number 1–2 / 2010 / 88–119

Die Eiszeiten prägten die heutige Landschaft, sei es durch die hinterlassenen Hügelzüge als Moränen, aber auch durch mittransportiertes und abgelagertes Gesteinsmaterial. Die eindrücklichsten Ablagerungen sind sogenannte Findlinge, von denen im Mittelland überall bemerkenswerte Exemplare zu finden sind.

Findlinge

Als Findlinge bezeichnet man grössere, einzeln liegende Steine, welche während der Eiszeiten von einem Gletscher von ihrem Ursprungsort zu ihrem heutigen Standort transportiert wurden. Findlinge können durch Abtragung durch den Gletscher, durch Felssturz auf den Gletscher oder durch das Herauslösen von Gestein auf dem Gletschergrund entstehen. Die grossen Findlinge im Mitteleuropa sind häufig erstarrtes Gestein, wie beispielsweise Granit, oder auch metamorphes Gestein wie Gneis. Etwas weniger häufig sind Ablagerungsgesteine wie Nagelfluh-Konglomerat als Findlinge zu finden.

Da Findlinge ortfremdes Gestein aufweisen, stellten sie die Geologen lange vor ein Rätsel. Im späten 19. Jahrhundert setzte sich die Theorie durch, dass diese Gesteinsbrocken durch die Gletscher der Eiszeit von ihrem ursprünglichen Ort verschoben wurden. Die Lage der Findlinge liess die Geologen Einzugsgebiet und Dicke der Gletscher und damit wertvolle Informationen zu den Eiszeiten bestimmen.

Nagelfluh

Nagelfluh ist die schweizerisch resp. bayrische Bezeichnung für das Molasse-Konglomerat, ein grobkörniges Ablagerungsgestein, welches mindestens zur Hälfte aus gerundeten Teilen wie Kies oder Geröll besteht. Damit von einer Nagelfluh gesprochen wird, müssen die Kies- oder Geröllteile mindestens 2mm Durchmesser haben; im Gegensatz zu Sandstein mit Körnerdurchmesser zwischen 0.063mm und 2mm.

Die Nagelfluh an der Rigi entstand aus Ablagerungsschutt der entstehenden Alpen. Die Ur-Reuss schüttete dabei als Nagelfluh-Fächer den Rigi-Rossberg auf. Die Nagelfluh besteht hier aus den vom Fluss gerundeten Geröllen aus Kalkstein und Granit, welche durch einen Kitt aus Ton, Kalk, Kieselsäure oder Eisen zum Konglomerat verbunden wurden.

Während der letzten Eiszeit hat der Reussgletscher ein Stück Nagelfluh aus dem Gebiet Rigi-Rossberg bis nach Remetschwil transportiert. Beim Rückgang des Gletschers blieb dieser Findling dann im Fuchstobel liegen, wo du ihn nun betrachten kannst.


Aufgaben

Um den Earth-Cache zu loggen, begebe Dich zum Fuchstobelstein und löse folgende Aufgaben:

  1. Gib eine Schätzung ab, seit wann der Fuchstobelstein bereits in Remetschwil liegt.
  2. Beschreibe in drei bis vier Sätzen, wie der Stein nach Remetschwil gelangt ist.
  3. Betrachte die Nordostseite des Steins (siehe Foto). Beschreibe die auf dem Foto weiss abgedeckte Stelle in eigenen Worten. Welche Form, Farbe und Grösse haben die hier im Fuchstobelstein eingeschlossenen ‘Körner’.
  4. Optional: Mach ein Foto von der Südostseite des Fuchstobelsteins mit Dir oder deinem GPS-Gerät oder Deinem Geocache-Namen. Hänge das Foto an Deinen Online-Log.

Die drei Antworten schickst Du per Nachricht oder Email via Geocaching an Boergas.
Danach darfst du den Earthcache bereits loggen.
Falls mit Deinen Antworten etwas nicht stimmen sollte, wirst Du von uns hören.
Logs ohne Antworten werden kommentarlos gelöscht.
Bitte keine Detailfotos zu Aufgabe 3 hochladen.


Quellen
Keller O. & Krayss E. (2010). Mittel- und spätpleistozäne Stratigraphie und Morphogenese in Schlüsselregionen der Nordschweiz. In: Quaternary Science Journal Volume 59 / Number 1–2 / 2010 / 88–119
Vereinigung Pro Rigi. (2021). Geologie. Heruntergeladen von https://prorigi.ch/?Der_Berg:Geologie am 08.06.2021
Winter, A. (2017). Erratiker (Findlinge), Objekt Nr.20. Geotop-Inventar Kanton Aargau.
Winter, A. (2017). Ein Geotopinventar für den Kanton Aargau, Andrea Winter. In: Umwelt Aargau, Nr. 75, S41-46

Additional Hints (No hints available.)