Tabarzer Vulkanstieg - 03 Die Backofenlöcher
Rätselhafte Höhlen im Porphyr
Die Backofenlöcher haben ihren Namen aufgrund ihres Erscheinungsbildes, sie ähneln nämlich historischen Steinbacköfen. Der hohe Eingangsbereich der Höhle ist auf Frostsprengung zurückzuführen. Über die Jahrtausende drang immer wieder Wasser in feine Risse des Gesteins und sprengte es bei Frost ab. Geologisch gesehen handelt es aber um drei parallele Höhlen im vulkanischen Gestein (Rhyolith). Höhlen entstehen überwiegend in Karstgesteinen (Kalkstein, Dolomit, Anhydrit oder Gips) die wasserlöslich sind. Kleinere Höhlen können aber auch in anderen Gesteinen entstehen, so wie hier im vulkanischen Gestein. Dies geschieht dann durch Erosion, also Abtragung des Gesteins. Begünstigt wird diese Erosion, wenn bereits das Gestein „Schwachstellen“ aufweist, wie etwa Klüfte oder Schichtfugen.

Die Backofenlöcher
Wie kommen die Löcher in den Berg?
Die Entstehung der Backofenlöcher gibt jedoch Rätsel auf. Die Höhle besteht aus drei Röhren, die parallel in der Fließstruktur des Muttergesteins (Rhyolith) liegen (siehe Bild). Aber die genaue Entstehung (Genese) ist bis heute ungeklärt. Hierzu gibt es zwei Theorien. Zum einen könnten sie bei der Entstehung (Ablagerung) des Gesteins, als sogenannte primäre Entstehung, als Lavaröhre, entstanden sein. Die wesentlichen Voraussetzungen für das Entstehen von Lavahöhlen sind Hangneigungswinkel von höchstens 5° sowie eine geringe Viskosität der Lava, d. h., die Lava muss relativ dünnflüssig sein und damit relativ schnell fließen können. Eine Lavaröhre entsteht, wenn diese dünnflüssige Lava während eines Ausbruches in einer Art Rinne den Vulkanhang hinabfließt. Da die Fließgeschwindigkeit und die Temperatur der Lava an den Rändern und vor allem an der Oberfläche des Lavastroms am geringsten sind, erstarrt die Lava dort zuerst. So wächst ausgehend von den Rändern der Lavarinne eine Art Dach über dem Lavastrom. Unterhalb des „Daches“ fließt die Lava weiter, solange der Vulkan Nachschub liefert. Nach Ende des Ausbruches ebbt der Lavazustrom ab und der Pegel in der Röhre sinkt, weil die Lava aufgrund ihrer geringen Zähigkeit weiter hangabwärts abfließt. Nachdem die restliche Lava erstarrt und erkaltet ist, bleibt schließlich ein Hohlraum zurück.
Die zweite Theorie zur Entstehung stützt sich auf die Höhlenform. Die Röhren selbst haben einen schlüssellochförmigen Querschnitt ähnlich wie bei den meisten Karsthöhlen. Es wird daher angenommen, dass die Höhlen durch starkfließendes Wasser, als sogenannter „Pseudokarst“ entstanden sind. Zur Zeit der Entstehung der Höhlen war das Tal noch nicht so weit ausgeprägt wie heute. Das Wasser floss auf Höhe der Höhlen, als ein starker Strom. Dies könnte zum Ende der Eiszeit gewesen sein, als das Eis abschmolz. Das Wasser erodierte das Gestein und arbeitete sich immer tiefer in den Felsen.

Rhyolith mit auffälliger Fließtextur
Begebt euch an die angegebenen Koordinaten und beantwortet die folgenden Fragen und schickt uns hier die Antworten.
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Fragen:
Wir haben euch zwei Theorien zur Entstehung der Backofenlöcher vorgestellt.
1. Entscheidet euch für eine Theorie und begründet diese anhand eurer Beobachtungen vor Wort mit dem Wissen aus Listing und der Infotafel (direkt unten am Weg, vor dem Aufstieg zu den Löchern).
2. Was spricht gegen eure Theorie, wenn ihr die Gegebenheiten vor Ort betrachtet?
Quellen / Bilder / weitergehende Informationen:
Bilder: Nine&Dido
Infoflyer Geopark Thüringen
Infotafeln des Geopark Thüringen
Murawski / Meyer: Geologisches Wörterbuch
https://www.geopark-thueringen.de/entdecken-erleben/georouten/georoute-8-tabarzer-vulkansteig https://de.wikipedia.org/wiki/Lavaröhre
Happy Hunting wünschen
