Tabarzer Vulkanstieg - 08 Klüfte, Risse, Störungen
Magma sucht sich ihren Weg
An diesem Aufschluss lässt sich eine geologische Seltenheit betrachten, denn hier liegen zwei unterschiedliche Gesteine direkt nebeneinander. Die Ursache für diesen abrupten Gesteinswechsel sind Brüche, auch Störungen genannt. Eine Störung bezeichnet in der Geologie eine tektonisch verursachte strukturelle Veränderung eines Gesteinsverbandes. Durch kleine Risse im Gestein wurde die Struktur aufgebrochen. An diesen Brüchen konnte aus einer Magmakammer flüssige Lava emporsteigen. Hier vor Ort sind geschichtete Tuffe und Sedimente mit magmatischen Gesteinen gegeneinander versetzt. Geologisch Interessant und eine Seltenheit ist dieser Aufschluss, da man die Übergänge zu den unterschiedlichen Gesteinen sehen kann. An Störungen und Klüften ist das Gestein meist porös, so dass magmatisches Gestein daran aufsteigen kann. Dies macht Störungen aber auch besonders anfällig für Erosion, also die Abtragung des umliegenden Gesteins. Dies ist hier aber nicht der Fall gewesen. Man kann die Bruchlinie gut erkennen. Eine weitere Besonderheit ist, dass hier gleich zwei magmatische Gesteine vorzufinden sind. Das bereits bekannte Andesit und der im nächsten EarthCache folgende Mandelstein.

Die Störung (rote Linie) als Trennung zwischen Sedimenten und vulkanischen Gestein
Die Kristalle im Andesit
Sicherlich sind euch hier am Aufschluss gegenüber der Infotafel die Linien und Kreise im Andesit aufgefallen. Hierbei handelt es sich um eisenreiche konzentrisch schalige Strukturen. In der noch flüssigen Magma des Andesit, waren wie auch im Porphyr Kristalle und Mineralien vorhanden. Im Regelfall sind diese im Gestein fein verteilt und bilden ein homogenes Bild. Bei diesen Mineralien handelt es sich um Mafische Minerale. Das sind Minerale, die in hohem Maße magnesium- und eisenhaltig sind. Entsprechend ist der Wortstamm maf- zusammengesetzt aus ma für Magnesium und f für Ferrum (Eisen). Die Färbung gibt einen Hinweis auf den Anteil von Magnesium und Eisen. Je mehr Eisen in den Mineralen enthalten ist, desto dunkler, und je mehr Magnesium, desto heller bis zur Durchsichtigkeit werden sie. Die Mineralien haben sich bereit während der Gesteinsschmelze, im Magma, sortiert und sind so auskristallisiert. Da mafische Minerale an der Erdoberfläche in geologischen Zeiträumen relativ schnell chemisch verwittern, sind sie in auf der Erde sehr selten.
Kristalle im Andesit
Begebt euch an die angegebenen Koordinaten und beantwortet die folgenden Fragen und schickt uns hier die Antworten.
Ihr dürft gleich loggen, wenn es Probleme gibt dann melden wir uns.
Fragen:
Sucht am Aufschluss die Störung.
1. Beschreibt den Wechsel der Gesteine.
2. Sind beide Gesteine gleich geschichtet?
Betrachtet nun die Kristalle im Andesit.
3. Weisen sie mehr Eisen oder Magnesium auf? Begründe deine Antwort mit Hilfe des Listings.
4. Sind die Mineralablagerungen einheitlich oder verändern sie sich?
5. Betrachtet die Mineralien mit der Lupe, was fällt euch auf?
Schaut auf die Infotafel.
6. Wie heißen das Wasser, dass an Störungen in die Tiefe gelangen kann?
7. Was kann in der Tiefe mit Gassen und Mineralien geschehen?
Quellen / Bilder / weitergehende Informationen:
Bilder: Nine&Dido, Infotafel
Infoflyer Geopark Thüringen
Infotafeln des Geopark Thüringen
Murawski / Meyer: Geologisches Wörterbuch
https://www.geopark-thueringen.de/entdecken-erleben/georouten/georoute-8-tabarzer-vulkansteig
https://de.wikipedia.org/wiki/Mafische_Minerale
https://de.wikipedia.org/wiki/Porphyr
Happy Hunting wünschen
