Felsquarzit im Mischebachtal
Der Steinbruch liegt im südlichen Hellerbergland nahe der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Der Mischebach ist ein Nebenfluß der Heller und verläuft annähernd parallel zur bekannteren Buchheller.
Der Cache befindet sich in einem Naturschutzgebiet, die offiziellen Wege müssen zu keiner Zeit verlassen werden.

Die hier sichtbaren Schichten gehören zu den Unter-Ems-Schichten des Unterdevons. Diese Schichten wurden im Laufe der Entstehung des Rheinischen Schiefergebirges stark gefaltet und überschoben.
Die hier zutage tretenden Unter-Ems-Schichten sind an der Erdoberfläche zwischen dem ebenfalls devonischen Siegener Sattel und der erheblich jüngeren Basalt-Decke (aus dem Tertiär) des hohen Westerwalds angeordnet.
In diesem Aufschluss sind zwei unterschiedliche Formationen nebeneinander zu sehen:
- Rechts eine hohe „Wand“ aus Felsquarzit mit dazwischenliegenden Schieferschichten
- Links grauwackenfarbiger Sandstein, ebenfalls mit Schieferschichten unterbrochen.
Die rechte „Wand“ stellt eine durch die Faltung schräggestellte ehemalige Ebene dar, die vermutlich mal ein Strand eines Sees oder Meeres war. Darauf deuten die annähernd parallelen Rippel (waschbrettartige Formen) in der Oberfläche hin.

Aus dem Sand des Strandes wurde im Laufe der Zeit durch den Druck des darüber abgelagerten Materials Sandstein, und durch das Hindurchsickern von kieselsäurehaltigem und mit Kleinstpartikeln und Eisenoxid vermischtem Wasser wurden die Porenräume zwischen den Sandkörnern verfüllt. Durch diesen Zementation genannten Vorgang erhöhte sich die Festigkeit und Härte des Materials erheblich, so dass dieses Material als Felsquarzit bezeichnet und verkauft wird, obwohl es kein „echter“ Quarzit ist, der bekanntlich eine Metamorphose durchgemacht hat. Das Eisenoxid färbte den Felsquarzit rot oder gelb.

Die linke „Wand“ läßt ebenfalls Schichten erkennen, aber es sind andere Schichten aus dem Unter-Ems. Bei der oben genannten Faltung mit mehreren Auf- und Überschiebungen sind auch Brüche und Störungen entstanden, die ehemals mit erheblichem Abstand übereinander angeordnete Formationen nebeneinander stehend zurückließen.

Der hier links anstehende Sandstein hat zwar die Farbe von Grauwacke, aber nicht deren Dichte und Festigkeit, er konnte vermutlich nicht oder nur sehr billig verkauft werden. Er wurde durch die Entnahme des Quarzits freigelegt.
Der graue Sandstein weist Quarzeinschlüsse auf und ist ebenfalls mit Schieferschichten unterbrochen. An den Grenzflächen kann man schöne Fossilienabdrücke finden.

Fossilienabdruck auf Schiefer Sandstein mit Quarz
Aufgaben:
Um den Earthcache zu loggen, erledige bitte die folgenden Aufgaben und sende uns die Antworten als E-Mail.
- Entnimm jeweils vom Fuß der beiden „Wände“ je einen Brocken mit möglichst wenig Schiefer und beschreibe mit eigenen Worten das jeweilige Gestein (Farbe, Struktur, Oberfläche, sonstige Unterschiede)
- Suche ein Stück Schiefermaterial, das zwischen dem Felsquarzit angeordnet war und suche darauf Fossilienabdrücke und beschreibe diese.
- Suche aus sicherer Entfernung auf der „Wand“ aus Felsquarzit in mehreren Metern Höhe Rippelmarken und schätze den Abstand der Rippel.
- Mache ein Foto von Dir, Deinem Navi, Kuscheltier oder Hund mit der Felsquarzitwand im Hintergrund und füge das Foto Deinem Log hinzu.
Auf eine Freigabe des Logs braucht Ihr nicht zu warten.
Quellen:
- H.J.Roth: Siegerland, Westerwald, Lahn und Taunus
- Wikipedia (Okt. 2021): Hellerbergland
- Wikipedia (Okt. 2021): Quarzit
- Martin Meschede: Geologie Deutschlands