Bei der letzten Wanderung im Bereich Wolfstein stieß ich auf ein interessantes Gesteinsphänomen. Es warf einige Fragen auf und ich begann mit der Recherche zu diesem Earthcache.
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Ihr befindet Euch an der Burg Alt-Wolfstein am Rande des Lautertales an der Ostflanke des Königsberges. Hier treffen Gesteine aus den verschiedensten Erdzeitaltern zusammen. Hauptsächlich karbonische und frühe permische Gesteine. Diese Vielfältigkeit führte zu den unterschiedlichsten Bergbauaktivitäten in der Nähe : Eisenerze, Quecksilbersulfat, Schwerspat, Uranerze, Kohle.
An den Listingkoordinaten findet ihr keines davon. Hier taucht eine der ältesten Schichten an die Oberfläche. Sie ist rund 303 Millionen Jahre alt und stammt aus der Zeit des Karbon. Diese Schicht liegt weiter südöstlich vollkommen verdeckt unter dem Sandstein des Pfälzerwaldes. Dieser ist logischerweise auch deutlich jünger.
5000 Kilometer südlich, fast am Äquator, lag das heutige Lautertal damals, in einem riesigen Gebirgstal, 1000 Kilometer vom Ozean, aber über Land verbunden mit den heutigen USA und dem heutigen Russland. 40 Millionen Jahre lang existierte diese „von Bergen umgebene Badewanne“, und Schicht um Schicht füllte sie sich auf mit dem Abtragungsschutt der umliegenden höheren Gebirge. Bis vor etwa 320 Millionen Jahren das Saar-Nahe-Gebirge abgetragen war, war im Tal eine bis zu 8000 Meter mächtige Gesteinssäule entstanden. Ihre einzelnen Formationen kommen heute an verschiedenen Stellen zwischen Saar und Nahe, Glan und Lauter in größerer Dimension an die Oberfläche. [1]

Konglomerat
Als Konglomerat (lateinisch conglomerare „zusammenballen“) bezeichnet man in der Geologie ein grobkörniges, klastisches Sedimentgestein, das aus mindestens 50 % gerundeten Komponenten (Kies oder Geröll) besteht, welche durch eine feinkörnige Matrix verkittet sind. Diese mitgeführten und zerkleinerten Gerölle sind entstehungsgeschichtlich eng mit dem Sandstein verwandt, da sie auch auf Grund von Ablagerungen entstanden sind. Konglomerate entstehen entweder aus Ablagerungen von Flüssen hoher Transportleistung oder sie bilden sich an Erosionsküsten (Strandkonglomerate). Nach der Verfestigung dieser Gerölle unter verhältnismäßig niedrigen Drücken und Temperaturen entstehen Konglomerate. Die Einzelkörner der Konglomerate können aus allen möglichen Gesteinsarten bestehen, die im Herkunftsgebiet vorhanden sind, angereichert haben sich aber vor allem widerstandsfähige Gesteine (z. B. Quarzite). Die Korngröße übersteigt 2 mm; Einzelkörner sind in einem feineren, ausgehärteten Bindemittel (meist Quarz oder Calcit) eingebettet. [2]
Heusweiler-Schichten
Die Heusweiler-Schicht wurde nach dem gleichnamigen saarländischen Ort "Heusweiler-Holz" benannt. Sie entstand im Zeitalter des Oberen Karbons vor etwa 300 Millionen Jahren. Sie präsentiert sich recht vielfältig. In Heusweiler zeigt das Gestein betonähnliches Aussehen. Die großen, runden Kiesel sind in den Stein eingegossen und machen auf Grund ihrer Härte eine Bearbeitung im Bergbau nahezu unmöglich.
In der Nachbarschaft zum Königsberg bei Wolfstein präsentiert sich die Heusweiler-Schicht folgendermaßen:
i) gelbbraune bis graue Feinsandsteine
h) Konglomerat Variante Typ IV
g) graubraune Silt-und Sandsteine; gelblichbraune bis graue Sandsteine und Arkosen*
f) Konglomerat Variante Typ III, mit Kieselhölzern
e) gelblichbraune bis graue Sandsteine und Arkosen
d) Konglomerat Variante Typ II
c) gelbbraune Sand-, Silt- und Tonsteinwechselfolge, an der
Basis der Teilfolge gelbbraune bis graue Sandsteine und
Arkosen
b) Konglomerat Variante Typ I
a) Sandsteine und Arkosen überlagern Gesteinsbruchstück-Sandsteine, Ton-, Feinsand- und Siltsteine, an der
Basis der Teilfolge gelblichbraun bis graue Sandsteine und
Arkosen [3]
*Arkose bezeichnet eine Klasse von Sandsteinen, die sich durch einen hohen Gehalt an Feldspat auszeichnet.
Nun zu euren Aufgaben vor Ort:
Bei diesem EC ist ein Metermaß hilfreich.
WP1:
1.) Laut der Aufzählung der Gesteinstypen in der Heusweiler-Schicht: Was trefft ihr hier vor Ort an? Begründe deine Meinung.
2.) Suche Dir mehrere Stein auf dem Boden aus und messe ihre Durchmesser. Beschreibe Farbe und Form.
3.) Wo könnten sie herstammen? Vergleiche sie grob mit Gesteinsvorkommen in Europa. Wo könnten sie abgetragen worden sein?
Ist es Sandstein aus der Pfalz, Kalk aus Irland, Granit aus den Alpen, dem Schwarzwald oder den Vogesen?
4.) Schau dir nun die Burgmauer an. Haben die Burgherren die Steine aus der Nähe geholt oder sind sie weit gereist?
5.) Beschreibe das Gesteinsbild an der Burgmauer.
6.) Nimm Stellung zur Behauptung aus dem Titel. Bauschutt? Ja oder nein und warum sieht es hier so aus? Beschreibe den Entstehungsprozess in eigenen Worten.
7.) Mache ein Foto mit Dir oder deinem GPS, Maskottchen o.ä. und der Burg im Hintergrund und hänge es an deinen Log an.
WP2:
6.) Schau dir hier die Steine am Boden und am Rande des Weges an, sind sie wie an WP1? Wie unterscheiden sie sich? Warum? Könnten sie noch zur Heusweiler-Schicht gehören?
Antworten an mich bitte über das Message Center. Ihr dürft sofort loggen, ich melde mich ggf. bei euch.
Viel Spaß am EC!
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Conglomerate (geology)
Conglomerate is a coarse-grained clastic sedimentary rock that is composed of a substantial fraction of rounded to subangular gravel-size clasts, e.g., granules, pebbles, cobbles, and boulders, larger than 2 mm (0.079 in) in diameter. Conglomerates form by the consolidation and lithification of gravel. Conglomerates typically contain finer grained sediment, e.g., either sand, silt, clay or combination of them, called matrix by geologists, filling their interstices and are often cemented by calcium carbonate, iron oxide, silica, or hardened clay.
The Heusweiler formation
The Heusweiler formation is named after the town "Heusweiler-Holz" in the Saarland where it was originally found. The formation was formed 300 Million years ago in the Carbon Age. It shows a lot of variations. In Heusweiler the stone is like congrete. The large pebbles are embedded in a matrix structure. Due to their hardness they are difficult to work in mining. In the neighbouhood to the castle Alt-Wolfstein they look as following:
i.) yellow-brownish to grey fine sandstones
h) Conglomerate type IV
g) grey-brown silit- and sandstones
f) Conglomerate type IV III with pebbles
e) yellow-brownish to grey fine sandstones
d) Conglomerate type II
c) yellow-brownish sand, silit and clay layers
b) Conglomerate type I
a) Sandstone and Arkose cover rock fragments [3]
The questions:
WP1:
1.) Compare the list of layers concerning the Heusweiler formation: What do you find here? Which layer. Please explain your answer.
2.) Look for several different stones on the ground. Take a measurement and describe their colour and surface.
3.) Where might they come from? Compare the pebbles to rock large formations in Europe (little online research).
Arev they sandstones from Palatinate, limestone from Ireland, granite from the Black forest, the Alps or the Vosges?
4.) Look at the wall of the castle. Did the builders use stones from a local quarry or did they bring them from somewhere else?
5.) Describe the stones in the wall.
6.) It looks like concrete blocks (not the castle!)? Is it really concrete or not?
7.) Take a picture of yourself or your GPS and add it to your log.
WP2:
6.) Look at the stones next to the path. Do they look like the stones at WP1? Whats different? Might they belong to the Heusweiler formation?
Happy caching!
Quellen:
[1] = https://www.rheinpfalz.de/lokal/kreis-kusel/landkreis-kusel_artikel,-wanderung-durch-die-zeit-_arid,918794.html
[2] = https://de.wikipedia.org/wiki/Konglomerat_(Gestein)
[3] = https://www.zobodat.at/pdf/Mitt-Pollichia_78_0007-0034.pdf