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Scyphocrinus-Horizont EarthCache

Hidden : 12/31/2021
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Gegenüber des Bahnhofsgebäude wurde 2020 im Böschungsanschnitt verborgene Gesteinsschichten über eine Länge von 150 Metern und eine Höhe von 3 Metern freigelegt, und die einzigartigen Fossilien wieder zugänglich gemacht. Vor Ort wurde zu dem auch eine Infotafel aufgestellt und ist Teil einer Georoute durch das Ebbegebirge mit weiteren geologischen Aufschlüssen.

Bitte lesen!

Das Gelände ist Privatgelände und wird von der Märkische Museums-Eisenbahn e.V. verwaltet. Um zum Aufschluss zu gelangen, dürfen die Gleise an den fahrfreien Tagen der Museumsbahn vorsichtig überquert werden.

Bleibt dabei am besten auf dem Schotter da die Schwellen spielglatt sein können. Das Betreten und Überqueren der Gleise geschieht auf eigene Gefahr.

Die Gemeinde Herscheid plant jedoch noch einen Übergang, was bahntechnisch nicht einfach ist. Die Fahrtage können auf der Webseite des Vereins eingesehen werden: Fahrtage der Museumseisenbahn


Die Aufgaben

Geht zur Infotafel vor Ort und beantwortet folgende Fragen:

  1. Im höchsten Obersilur verteilte sich die Festlandsmasse der Erde im Wesentlichen auf drei Kontinente. Welche sind das?
  2. Wo lag die Region des Sauerlandes zu dieser Zeit?

Geht nun zum geologischem Aufschluss (siehe Wegpunkt „Geologischer Aufschluss“):

  1. Schaut euch den Aufschluss hier genau an. Welche unterschiedliche Verfärbungen an den Steinen können beobachtet werden? Welche Farbe könnte davon ein Zeichen für eine Verwitterung sein und warum?
  2. Ungefähr am Wegpunkt selbst könnt ihr Fossilienspuren finden. Es sind zum Beispiel kleine kreisrunde „Löcher“ an den Steinen am Boden. Wie groß ist der Durchmesser dieser runden Löcher geschätzt in Millimeter? Zu welchem beschriebenem Tier im Listing könnten diese Spuren gehören und weshalb?
    Bitte lasst alles was ihr vorfindet vor Ort!

Macht ein Foto:

  1. Damit ich sicher gehen kann, dass ihr vor Ort wart, macht bitte ein Foto von euch, eurem GPS oder einem Zettel mit eurem Cacher-Namen mit dem Aufschluss im Hintergrund und lade es mit eurem Log hoch.

Die Antworten könnt ihr mir per Mail oder über das Message Center zusenden.

Wenn ihr die Antworten geschickt habt, könnt ihr sofort loggen. Ich melde mich bei euch, wenn etwas nicht stimmen sollte.


Scyphocrinus-Horizont

Der freigelegte Anschnitt erschließt den sogenannten Scyphocrinus-Horizont im unmittelbaren Grenzbereich Silur/Devon mit einzigartigen Fossilien in einer Schichtenfolge aus Ton- und Mergelschiefern. Namensgebend für den Horizont sind die Scyphocrinoiden, die hier gefunden worden.

Die Gesteine des geologischen Aufschlusses dokumentieren den Übergangsbereich zwischen den Erdzeitaltern Silur und Devon und reichen etwa 420 Millionen Jahre zurück. Im Vergleich zu devonischen Ablagerungen nehmen Sedimente des Silurs nur eine untergeordnete Rolle ein und treten lokal begrenzt zwischen Herscheid und Plettenberg auf.

Der Nachweis von Silur gelang verhältnismäßig spät. Durch Mangel an aufgefundenen Fossilien, blieben die ältesten Schichten ungegliedert und erst 1934 konnte Alexander Fuchs den Brachiopoden Dayia "navicula" am Bahnhof Hüinghausen entdecken, dessen Fossilien zum Silur zugeordnet werden. Er stellte den gesamten Komplex am Bahnhof Hüinghausen ins Silur.

1937 konnten Rudolf und Emma Richter nachweisen, dass es sich sowohl um unterdevonische als auch um silurische Schichten handelt, deren Grenze sich am Bahnhof Hüinghausen befindet. Die silurischen Schichten werden als Köbbinghausen-Formation bezeichnet und sind oberste Silur (Přidoli) eingestuft.


Köbbinghausen-Formation

Die Köbbinghausen-Formation wird auf eine Schichtdicke von 300 Meter geschätzt. Der untere Teil der Formation enthält monotone Schiefer die nach oben hin in kohlenstoffhaltige und fossilreichere Schichten und in den Scyphocrinus-Horizont übergehen. Der obere Teil der Köbbinghausen-Formation besteht aus einer abwechselnd karbonatischen und kohlehaltigen Schieferabfolge von 200 Meter Dicke.

Köbbinghausen-Formation
Grafik: Geologischer Untergrund des mittleren Elsetals - Infotafel Bahnhof Hüinghausen


In der Köbbinghausen-Formation dominieren Kalksteine und kalkhaltige Tonsteine. Der geringe Sideritgehalt lässt die obersten Kalksteine in der Köbbinghausen-Formation tiefbraun verwittern, was Ihnen auch die Bezeichnung Ockerkalke eingebracht hat (nicht zu verwechseln mit den Ockerkalke des Thüringer Waldes). Das Gestein und die Fauna der Köbbinghausen-Formation deuten auf einen flachmarinen Ablagerungsraum hin.

Diese Gesteinstypen an der Silur/Devon-Grenze führen eine reiche Markofauna, u. a. Brachiopoden. Im Rheinischen Schiefergebirge wird für das Erkennen und die überregionale Korrelation obersilurischer Schichten ein recht unscheinbarer Brachiopode der Gattung Dayia verwendet.


Dayia shirleyi

Dayia shirleyi
Dayia shirleyi Alvarez & Racheboeuf,
Leitfossil des Obersilur.
Köbbinghausen-Schichten (Pridolium, Obersilur).
Fundort: Hüinghausen (Herscheid).
(Sammlung Lemke).
Foto: Lutz Koch

Die Dayia-Funde von Hüinghausen wurden später von Fernando Alvarez und Patrick Racheboeuf im Jahre 1986 zusammen mit Material aus Nordfrankreich als Dayia shirleyi neu beschrieben. Dayia shirleyi wurde das Leitfossil für das höchste Obersilur in der Periode Přidoli.

Leitfossilien sind im Allgemeinen Fossilien, anhand derer das Alter verschiedener Gesteinsschichten vorgenommen werden kann. Werden anderorts ebenfalls gleiche Leitfossilien gefunden, wird angenommen, dass die Gesteine ähnlich alt sein müssen.

Dayia shirleyi ist eine Spezies der überwiegend im marinen Flachwasserbereich lebenden Brachiopoden. Sie ähneln mit ihrer zweiklappigen Schale äußerlich den Muscheln, unterscheiden sich jedoch im Körperbau. Am hinteren Ende des Tieres tritt häufig ein muskulöser Stiel auf, mit dem sich die Brachiopoden im weichen Sediment verankern. Vermutlich besaßen jedoch nur Jungtiere einen Stiel, während ausgewachsene Exemplare freiliegend auf dem Sediment lebten.

Das Fossil von dem Foto kann im Museum Wasserschloss Werdringen in Hagen besichtigt werden: Wasserschloss Werdringen.


Scyphocrinoiden (Becherlilien)

Scyphocrinoiden-Krone
Scyphocrinoiden-Krone
Foto: Reimund Haude, 2019

Außergewöhnlich ist eine hier vorkommende Gruppe ausgestorbener Meeresbewohner, die Scryphocrinoiden oder auch Becherlilien. Sie markieren weltweit den unmittelbaren Grenzbereich von Silur und Devon.

Diese zu den Seelilien gehörende Tierfamilie ist dadurch gekennzeichnet, dass sie an ihrem Stielende ein kugelförmiges Organ befindet, an der sie möglicherweise kopfüber im lichtdurchfluteten Oberflächenwasser hängend im Meer drifteten oder auf dem Meeresboden liegend als Schleppanker wirkte. Mit bis zu 3 Meter langen Stielen gehören die Becherlilien zu den beeindruckensten Organismen des Paläozoikums. Deren Vorkommen am Bahnhof Hüinghausen zählt zu den ältesten Seelilienfunden im Rheinischen Schiefergebirge.

Quellen:
1. http://www.l-koch.de/texte/text_silur.html
2. https://www.herscheid.de/freizeit-tourismus/georouteebbegebirge/hueinghausen
3. https://www.come-on.de/lennetal/herscheid/warum-raum-herscheid-geologen-freunde-seelilien-hochinteressant-13919609.html
4. https://www.gd.nrw.de/pdf/geologie-sauer-siegerland-rsg3.pdf
5. Buch: The Geology of Central Europe: Precambrian and palaeozoic, S. 287
6. "Herscheid, ein Fenster in die Geschichte der ERDE" Seelilien in den Köbbinghäuser Schichten: https://www.youtube.com/watch?v=rl_qRB2ACgs


Parkplätze

Der Verein Märkische Museums-Eisenbahn e.V. empfiehlt die Parkplätze der Firmen Teckentrup oder Otto Huss zu nutzen, da am Bahnhof Hüinghausen nur wenige Parkplätze zur Verfügung stehen. Am Bahnhof Hüinghausen bitte nur auf der Straßenseite des Bahnhofs parken.


Additional Hints (No hints available.)