Die ehemals selbständige Kleinstadt Glaucha ist geprägt durch eine Mischung aus sanierten Gründerzeithäusern, DDR-Plattenbauten und etlichen Brachen. Hier gibt es - wenn man mit offenen Augen durch die Straßen geht - viel Schönes und Besonderes, aber auch Skurriles zu entdecken.
Bei einem Spaziergang wollen wir Einiges davon zeigen.
Glaucha´s (sorbisch „sumpfige Fläche“) Ursprünge gehen bis in das 7. Jahrhundert zurück. Die Glauchaer Kirche St. Georgen wurde erstmals 1121 urkundlich erwähnt, das Zisterzienserinnenkloster Marienkammer 1231. Hier waren vor der Reformation die meisten der Glauchaer Bürger beschäftigte. Als nach der Reformation der Klosterbesitz an die Stadt Halle überging, gewährte man den Glauchaern freies Brannt-, Schank- und Marktrecht, um sich ernähren zu können, woraufhin Glaucha zur Kneipenmeile Halles avancierte. Bei insgesamt rund 200 Häusern soll es nach Aufzeichnungen von August Hermann Francke 37 Wirtshäuser gegeben haben. Während der Pestepidemie 1682 starben allerdings 800 der 1200 Einwohner. Um der gravierenden sozialen Unsicherheit und Armut entgegenzuwirken, begründete der damalige Pfarrer Francke in Glaucha 1695 eine Armenschule, aus der sich später die Franckeschen Stiftungen entwickelten. Seit dem 31. Oktober 1817 gehört Glaucha komplett zu Halle.
Zu DDR-Zeiten entwickelte sich Glaucha mit vielen Plattenbauten zu einer Arbeitersiedlung. Nach der Wende gab es bis zu 30% Leerstand. Viele Mieter verließen Glaucha zugunsten attraktiverer Wohnstandorte. Die Plattenbauten, aber auch die Altbauten, die sich vorwiegend im Besitz von Nichthallenser Einzeleigentümern befanden, wiesen einen hohen Sanierungsstau auf. Einen Trendwechsel leitete das IBA-Projekt ab dem Jahr 2010 ein. Vom Bundesbauministerium wurde Glaucha als Modellfall in das neue Forschungsfeld „Eigentümer-Standortgemeinschaften“ aufgenommen und führte zu flächenhaften Sanierungen. Eine der größten LPs, die ehemalige Freyberg Brauerei, wird jetzt zu einem Wohngebiet umgebaut.
Wikipedia - Südliche Innenstadt Halle(Saale)
https://m.halle.de/de/Verwaltung/Stadtentwicklung/IBA-Stadtumbau-2010/Standort-3-Glaucha/
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