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Die Landschaft rund um Bad Bramstedt ist durch ein Auenland geprägt. Die Osterau zählt dabei zu einem der Hauptgewässer, die durch Bad Bramstedt fließen. Die Osterau als schleswig-holsteinisches Fließgewässer verläuft dabei gerade hier in einigen Abschnitten in naturnah gewundenen Mäanderschleifen und zählt aufgrund des insgesamt guten ökologischen Zustandes zu den besonders schützenswerten Flußgewässern in Deutschland. Zugleich tritt die Osterau nach größeren Niederschlagsmengen auch oft über die Ufer und sorgt so für einen Überflutungsbereich entlang des Weges. Dadurch bildet sich gerade hier an den Auenbereichen ein besonderer Boden, der Thema dieses Earthcaches ist.
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Als Boden wird die oberste Schicht der Erdkruste bezeichnet, die mit Lebewesen, Wasser und Luft durchsetzt ist. Alle Arten von Böden werden dabei als Pedosphäre zusammengefasst. Die Pedosphäre beschreibt ein offenes System, welches im ständigen stofflichen Austausch mit anderen Sphären steht. Die Stoffe aus Wasser, Luft und Nährstoffen zirkulieren in Kreisläufen durch die Sphären und werden in der Pedosphäre gefiltert, gepuffert und gewandelt, sodass sich auch die Böden wandeln und oder neue Böden entstehen. Analog zur Gesteinsverwitterung entsteht Boden bzw. schließt daran an. Führt die Verwitterung dazu, dass Gesteine in immer kleiner werdende Teilchen zersetzt werden, entstehen so Sandkörner und Teilchen. Diese bilden dann über dem Gestein eine neue lockere Schicht, die wir als Boden wahrnehmen. Durch unterschiedliche Bestandteile der Gesteine, entstehen so auch unterschiedliche Böden mit verschiedenen Horizonten. So sind in jeder Landschaft die bodenbildenden Faktoren anders ausgeprägt. Neben Gestein zählen weitere Faktoren zur Bodenbildung wie Klima, Relief, Vegetation, Tier, Mensch und Zeit. Dabei können schon mal mehrere Jahrhunderte bis Jahrtausende vergehen, bis sich z.B. 1 Meter Boden gebildet hat. Das Ergebnis sind dann vielfältige Bodenformen, die den vergangenen und aktuellen Zustand an einem Standort widerspiegeln. Für die Geologie besonders interessant, da die Bodenschichten eine Art Archivfunktion bieten.
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Ein besonderer Boden ist die sogenannte Vega oder auch Brauner Auenboden genannt. Dieser Boden charakterisiert sich durch eine hohe Fruchtbarkeit und man findet ihn im Überflutungsbereich von Flüssen. Die Oberschicht besticht durch eine dunkelbraune Färbung und ist humusreich. Die Unterschicht ist eher graubraun, deutlich geschichtet und meist humushaltig. Unterhalb des Bodens befinden sich oftmals Kiesschichten älterer Flussablagerungen bzw. andere Oberböden aus früheren Auenböden. Die Vegen sind nicht dauerhaft überflutet, sondern nur, wenn starke Niederschläge für einen Anstieg des Wasserpegels sorgen. Rostflecken oder andere Verfärbungen sind deshalb nicht vorhanden im Boden zu erkennen.
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Das weltweite Vorkommen von Vegen erstreckt sich entlang von Flüssen, wobei sich Vegen besonders dort bilden, wo sich große Menge an Bodenmaterial im Überflutungsgebiet ablagern können. So kann die Rodung von Bäumen nahe Flüssen oder eine nahe Ackernutzung dafür sorgen, dass nach starken Regenfällen Material von dort abgetragen und über den Flusslauf transportiert wird. Heutzutage sind besonders erosionsanfällige Lösslandschaften die Hauptlieferanten des Bodenmaterials heutiger Vegen. Erfolgt die Ablagerung im Überflutungsgebiet dann als Schlamm, kann sich so mit der Zeit weiterer Boden bilden. Kurz gesagt, der Braune Auenboden wächst mit jeder Überflutung weiter an und kann so im Verlauf von Jahrhunderten eine Mächtigkeit von 1-2 Metern erreichen.
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Durch die Ablagerung von Bodenmaterial aus unterschiedlichen Herkunftsgebieten, variieren die Vegen deshalb auch in ihren Eigenschaften. So zeigt sich ein lockerer krümeliger Oberboden mit einem reichhaltigen aktiven Bodenleben. Der Unterboden zeigt oftmals eine gut ausgeprägte Durchwurzelung. Das chemische Bindungsvermögen bei Vegen ist eine weitere Besonderheit, denn diese ist sehr hoch, sodass Nährstoffe gut aufgenommen und gespeichert werden, was wiederum gut für Pflanzen ist. Neben Nährstoffen werden aber auch Schadstoffe gebunden, sodass diese nicht ins Grundwasser gelangen können. Folglich lassen sich an Vegen auch Proben für die örtliche Schadstoffbelastung ablesen. Neben dieser Bindung speichern Vegen auch viel Wasser, was z.B. gut für den Hochwasserschutz ist. Landwirtschaftlich gesehen bieten Vegen einen fruchtbaren Boden, was ebenfalls die Nutzung als Ackerflächen begünstigt. Für die Geologie ist der Braune Auenboden wie ein Buch mit einzelnen Seiten. Die Seiten spiegeln einzelne Bodenschichten wider, die sich über die Jahre dort abgelagert und so die Landschaft geprägt haben. Auch Rückschlüsse auf die damalige Nutzung können aus den Schichten "herausgelesen" werden.
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