Willkommen am belebten Fetscherplatz!
Einst durchzog die Fürstenstraße die Dresdner Johannstadt vom Großen Garten bis zur Elbe.
Seit 1946 heißt diese Straße Fetscherstraße und aus dem in ihrem Verlauf liegende Fürstenplatz wurde der Fetscherplatz.
Dr. Rainer Fetscher (1895-1945) war Mediziner, Erbforscher und Eugeniker (Eugenik = Erbgesundheitslehre).
Nach Dresden kam er 1921 und schlug eine medizinwissenschaftliche Laufbahn ein. An unterschiedlichen Instituten der Technischen Hochschule Dresden lernte und lehrte er, insbesondere im Bereich der Sozialhygiene. Dementsprechend eng war die Verbindung zum Dresdner Hygiene-Museum, für das er Schriften verfasste und Vorträge hielt.
In den 1930ern wurde Fetscher als Lehrender von der Hochschule ausgeschlossen, weil nach Ansichten der Nationalsozialisten seine Vorstellungen von Rassenlehre nicht denen der NSDAP entsprachen. Kritisiert wird Fetscher indes insbesondere für seine radikale Auffassung zur Sterilisation bei Menschen mit (bestimmten) Erbkrankheiten, welche Parallelitäten mit dem nationalsozialistischen "Gesetz zur Verhütung erbranken Nachwuchses" aufweist.
Fetscher sicherte sich finanziell ab und unterhielt eine Privatpraxis, in der er auch u.a. politisch Verfolgte behandelte. In Widerstandskreisen galt er als zuverlässiger, vertrauenswürdiger Antifaschist. Sich mit einer Gruppe von Dresdner Bürgern auf dem Weg zur sowjetischen Kommandantur befindend, wurde Fetscher am 8. Mai 1945 auf der Prager Straße erschossen. Dort erinnert ein Stein mit dem Buchstaben "F", der "Fetscherstein", an seine Ermordung.
Quellen: www.wikipedia.de und www.dresdner-stadtteile.de
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