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Millionen Jahre Erdgeschichte in Künsebeck EarthCache

Hidden : 1/17/2022
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Dieser EarthCache führt Dich nach Künsebeck. Hier wurde ein Geopfad angelegt der aktuell 6 Stationen beinhaltet, die in lockerer Reihenfolge aufgesucht werden können. Für diesen EarthCache brauchst Du nur drei der sechs Stationen des Geopfad aufsuchen. Die Wegstrecke beläuft sich, je nach gewählter Reihenfolge, auf ca. 2,5km.

Du befindest Dich hier in einer Region, die aus geologischer Sicht, recht einzigartig ist, da hier im Umkreis die Möglichkeit besteht, auf engem Raum, in bis zu 300 Millionen Jahre der Erdgeschichte zu blicken.

Dieser EarthCache befasst sich mit den Gesteinen aus der Region, die rund 100 Millionen Jahre der Erdgeschichte abdecken und die auf dem Geopfad zu entdecken und bestaunen sind.

Station 1 und 2 ist Rollstuhl geeignet, bei Station 3 ist vor dem Stein eine Rasenkante, die evt. problematisch werden könnte.

Ich wünsche Dir bei Deiner Erkundung viel Vergnügen.


Listingbild

Quelle: Bilder eigene / Logo www.kuenske.de 


Warum kann ich hier auf so viele Jahre der Erdgeschichte zurückblicken?

 

Die Geschichte der Erde ist ca. 4,6 Milliarden Jahre alt, ein unvorstellbar langer Zeitraum. Die hiesige Region Ostwestfalen und der angrenzende Landkreis Osnabrück bieten auf engem Raum einen Einblick in die letzten 300 Millionen Jahre der Erdgeschichte. ErdzeitalterImmer noch ein langer Zeitraum, aber erdgeschichtlich ist dieses schon recht kurz. Die Fachwelt gliedert die Erdgeschichte in 4 Einheiten, dem Äon, diese werden untergliedert in verschiedene Ären, die wiederum in ein System aus Perioden feiner eingeteilt werden. So kannst Du die hiesige Erdgeschichte ab der Periode des Karbons, genauer des Oberkarbons vor ca. 320 Millionen Jahren, entdecken und diese bis zum Quartär in die Gegenwart nachverfolgen. Diese Perioden findet man als Schichten/Gesteinsschichten im Untergrund wieder, dabei sollte, die älteste Schicht ganz unten liegen und die jüngste oben. Stelle es Dir, wie ein Schichtsalat auf einer Feier vor, alles ist sauber aufeinandergestapelt. Doch was passiert mit dem Salat, wen sich die ersten Gäste davon bedient haben, genau, dass unterste ist oben und die Schichten sind schön durcheinandergeraten. So ähnlich ist es auch bei uns passiert. Wir liegen auf einer Bruchzone, der Experte nennt es die Osningverwerfung, durch diese Verwerfung und der Auffaltung der Alpen im Süden vor ca. 95 Millionen Jahren kamen auch hier im Raum des heutigen Künsebeck die Gesteinsschichten in Bewegung. Es gab Erdbeben mit Hebungen und Senkungen, die Schichten der Erdkruste brachen, falteten sich auf, wurden herausgedrückt oder überschoben. Dabei kam es dann dazu, dass die tiefen Schichten aus dem Karbon, bis an die jetzige Erdoberfläche kamen und wir heute die Möglichkeit haben, diese, neben den anderen Schichten, anzusehen, anzufassen und Ihren Aufbau zu verstehen.

 

Geologische Karte vom nördlichen Ostwestfalen und dem südlichen Landkreis Osnabrück

Geologische Karte

 Quelle: Bilder eigene / Karte www.gd.nrw.de

 

Welche Gesteine gibt es zu entdecken?

Bei diesem EarthCache schauen wir uns die regionalen Gesteine mal genauer an. Dazu gehört der Sandstein (Station 1) aus der Nähe von Ibbenbüren, und der Karbonquarzit (Station 2) aus dem Piesberg bei Osnabrück, beide Gesteinsarten sind der Periode des Karbons zuzuordnen. Auch den für Künsebeck typischen Kalkstein / Muschelkalk (Station 3) aus dem Trias nehmen wir genauer in den Blick.

Aber vorab noch ein klein wenig Grundlagenwissen.

Gesteine gliedern sich in vier Hauptgruppen auf:

  1. Magmatische Gesteine

Diese entstehen durch das Erkalten und Auskristallisieren des geschmolzenen Materials aus dem Erdinneren, des so genannten Magma. Findet die Gesteinsbildung in der Erdkruste statt, spricht der Fachmann von Plutonit oder Tiefengestein. Zu diesem Gestein gehört z. B. Granit zu entdecken bei N 52° 02.158 E 008° 23.011 oder als Findling bei N 52° 02.049 E 008° 22.969

Findet die Gesteinsbildung an der Erdoberfläche statt spricht man von Vulkanit oder Ergussgestein. 

 

  1. Metamorphe Gesteine

Diese Gesteinsart entsteht durch Umwandlung von älterem Gestein unter hohem Druck und hoher Temperatur, wobei sich die Mineralzusammensetzung ändert. Zu diesen Umwandlungsgestein gehört der hier auf dem Geopfad befindliche Gneis bei N 52° 02.247 E 008° 23.261

 

  1. Sedimentgesteine

Sedimentgesteine entstehen durch die Ablagerung von organischen, anorganischen Lockermaterialen. Durch den zunehmenden Druck werden diese Ablagerungen verfestigt. Deshalb spricht man auch von Ablagerungsgestein. Hierzu zählen Feuerstein, Kalkstein und Sandstein. 

Korngrößenklassifikation DIN 4022, 2008
Sediment Korngröße in (mm)
Kies Grob bis 36
Mittel bis 20
Fein bis 6
Sand Grob bis 2
Mittel bis 0,6
Fein bis 0,2
Schluff Grob bis 0,06
Mittel bis 0,02
Fein bis 0,006
Ton Grob bis 0,002
Mittel bis 0,0006
Fein bis 0,0002

 

  1. Meteorite

Meteoriten sind ein Sonderfall bei den Gesteinen, stammen aus dem Weltraum und sind Zeugnisse der Frühgeschichte des Sonnensystems. Diese sind hier nicht zu finden aber gehören zu den vier Hauptgruppen.

 


 

Kommen wir nun aber zu unseren drei Hauptdarstellern.

 

1. Sandstein (Station 1) bei N 52° 01.928 E 008° 22.678


Der auf dem Geopfad zu entdeckende Ibbenbürener Sandstein wurde im Oberkarbon, vor ca. 320 Millionen Jahren durch ein weit verzweigtes Flusssystem als Sand und Kies in einem Vorlandbecken am Nordrand eines großen Gebirges, der Fachmann nennt es Variszisches Faltengebirge, abgelagert. Damals lag unsere Region in den Tropen in Äquatornähe und in den vielen Millionenjahren gab es immer mal wieder Meeresspiegelschwankungen. So entwickelte sich in dem Vorlandbecken mal tropischer Sumpfwald mit mächtigen Torfschichten und dann wurde das Land wieder vom Wasser überspült und es lagerten sich starke Schichten von Sand und Ton ab. SandsteinDieser Vorgang wiederholte sich so einige Male und so lagerten viele Schichten übereinander, die im weiteren erdgeschichtlichen Verlauf durch Schichten aus anderen Erdzeitaltern überdeckt wurden. Durch den Druck und Wärme verfestigte sich der Sand und Kies zum Ibbenbürener Sandstein und der Torf zu Steinkohle, woher das Erdzeitalter des Karbons auch seinen Namen bekommen hat. Der Ibbenbürener Sandstein ist mittel- bis grobkörnig, bisweilen auch konglomeratisch ausgebildet, quarzzementiert und von hellgrauer, auch gelblicher oder bräunlicher Farbe. Bei den Komponenten überwiegt der Quarz neben Gesteinsbruchstücken. Limonitausfällungen (Brauneisenerz) treten in Form von auffälligen konzentrischen Ringen, den sogenannten Liesegangschen Fällungsringen, auf. Diese entstanden dadurch, das Eisen, welches im Wasser gelöst war, in den Stein durch kleine Risse und Poren eindrang und sich dort wieder absetzte, fachmännisch = ausfällte. Diese Ringe können metergroß sein. Aufgrund dieser schönen Strukturen, aber auch seiner Festigkeit wird der Stein gerne als Mauerstein, Schmuckstein für Verblendungen oder Bodenplatten eingesetzt. Auch sind viele regionale Bauten aus diesem Stein errichtet worden. Bedingt durch Entstehung und geologische Zuordnung prägen kleine Löcher sowie Lehm-, Eisen-, Kiesel- und andere natürliche Einschlüsse den unverkennbaren Charakter des Ibbenbürener Sandsteins. Die Druckfestigkeit reicht an die Werte grobkörniger Granite heran.

2. Karbonquarzit (Station 2) bei N 52° 02.217 E 008° 23.309

Der vor Ort zu entdeckende Karbonquarzit oder auch Piesbergsandstein lagerte sich ebenfalls, wie der Sandstein an Station 1, im Oberkarbon ab. Karbonquarzit Seine Entstehung ist identisch zu dem vorher beschriebenen Ibbenbürener Sandstein. Diesen Stein findet man nördlich von Osnabrück am Piesberg, an dem auch Kohleflöze aus dem Karbon zu entdecken sind. Der Stein ist ein fein- bis mittelkörnig, dass hellgrau bis grau gefärbt und selten größerkörnig oder konglomeratisch (Kies, Geröll) ist. Die Korngröße liegt bei 0,2 bis 0,5 Millimeter, die Kornform ist eckig. Die Bindung ist quarzitisch. Piesberger Sandstein ist aufgrund seiner Bindung sehr gut bis gut verwitterungsbeständig und ein Absanden und Schalenbildung wird kaum beobachtet. Der Sandstein wird als Mauer oder Werkstein, für Bordsteine und Kopfsteinpflaster und als Schotter eingesetzt. Er hat eine hohe Festigkeit und ist sehr witterungsbeständig.

3. Kalkstein / Muschelkalk (Station 3) bei N 52° 02.272 E 008° 23.105 

An Station 3 kommen wir nun zum für Künsebeck typischen Kalkstein oder Muschelkalk. Der hier gezeigte Stein stammt aus dem Erdzeitalter des Trias, einem
dreigeteilten Zeitalter, woher auch der Name stand. Der Kalkstein stammt aus dem mittleren Bereich des Trias und wird in den Beriech des Oberen Muschelkalk angesiedelt. Dieser Abschnitt fand vor ca. 235 Millionen Jahren statt. Zu dieser Zeit fand sich hier ein flaches kontinentales Randmeer und es war subtropisch warm.Muschelkalk In dem Meer herrschte eine reiche Fauna aus unterschiedlichen Schalentieren wie Muscheln, hauptsächlich aber Brachiopoden, aber es gab auch Seelilien mit ihrem bis zu 1,5m langen Stielen, die Glieder aus diesen Stielen, genannt Trochiten, lagerten ebenfalls ab. Die Schalentrümmer und die Trochitenreste bauten somit im mittleren Trias eine bis zu 15m mächtige Schicht auf, die durch eingeschwemmten Kalkschlamm, teilweise auch Ton gebunden wird. Fachmännisch wird dieses als Schillkalk bezeichnet, da dieser nahezu vollständig aus Versteinerungen abgestorbener Tiere (Muscheln, Schnecken oder aus deren Bruchstücken) besteht. Aus nahen Uferregionen wurde auch teilweise Eisenhydroxid eingeschwemmt, so dass Muschelkalk auch in unterschiedlichen Farben, über weiß, grau bis gelblich, aber auch rotbraun, selten bläulich vorkommt. Der Muschelkalk wurde zum Bauen oder als Haussockel verwendet, manchmal wurde er für Grabmale oder Denkmäler benutzt, hauptsächlich wird er aber als Schotter für den Straßenbau benutzt. Die Festigkeit vom Muschelkalk ist weicher als bei den zwei anderen Gesteinsarten.

 


 

 

Nun zu Deinen Aufgaben, diese beziehen sich nur auf die Stationen 1 bis 3, um diesen EarthCache loggen zu dürfen:

 

  1. Beschreibe die drei Gesteinsarten mit eigenen Worten hinsichtlich der Struktur, Körnung, Farbe. Gibt es auffällige Besonderheiten wie z.B. Ausfällungen, Einschlüsse, Fossilien oder sind Reste von Schalentieren zu erkennen. 
  2. Welcher Stein weist Einschlüsse von Kohle aus und erkläre warum diese in dem Stein zu finden sind?
  3. Welcher Stein hat deutlich rot gefärbte Stellen und auf welches Element sind diese zurückzuführen?
  4. Mache ein Bild von Dir, Deinem GPS oder einem Gegenstand Deiner Wahl vor einer Station des Geopfad.

 

Sende mir Deine Antworten über die Nachrichtenfunktion oder per Mail zu, Du darfst sofort loggen. Ich melde mich, wenn etwas nicht stimmt. 

 

 

Quellen:

wikipedia.de

geopark-Terravita.de

Geologie und Boden in Nordrhein-Westfalen - Geologischer Dienst NRW

Ulrich KAPLAN, Gütersloh - Geologische Streifzüge durch die Ablagerungen im Raum Halle/Westf.

 stadtmuseum-ibbenbueren.de

 Geologische Karte von Nordrhein-Westfalen 1: 500 000

 Wilhelm Althoff - Geologie des Teutoburger Waldes bei Bielefeld



Additional Hints (Decrypt)

Ivry Fcnß orvz Rexhaqra jüafpur vpu Qve!

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)