In Gedenken an unsere erste Geocache-Runde!
Deshalb gibt es noch einmal unsere eigene MTB-Cache Alpencross-Story zum Lesen.
#1: Alpencross Oberstdorf Gardasee
Einmal mit dem Mountainbike aus eigener Kraft die Alpen überqueren. Ein Traum, den wir mit Leben gefüllt haben.
Eine geführte Mountainbike-Tour ohne Gepäcktransport war die Herausforderung des Jahres 2000.
430km mit 14200 Hm (Höhenmeter) in 7 Tagen und 9 Pässen über 2000m erschließen sich dem Leser als eine recht sportliche Tour. Im Roadbook waren auch täglich einige Schiebepassagen bis zu einer Stunde ausgewiesen, die haben wir quasi überlesen; so groß war die Euphorie des Alpencrosses. Auch das Gewicht eines Rucksacks hatten wir in der Vorbereitung nicht als so relevant auf dem Schirm.
Trotzdem hatte diese Woche im Sommer eine gigantische Flut an Erlebnissen und Erfahrungen im Kreise von gleichgesinnten „Verrückten“. VORSICHT: extreme Suchtgefahr!

#2: Oberstdorf –Schrofenpass
Oberstdorf ist für viele Alpencrosser ein typischer Startpunkt für den Weg über die Ostalpen zum Gardasee. Zwar bildet der Schrofenpass mit seinen 1687 Meter den niedrigsten Übergang der Allgäuer Alpen, aber diesen muss man sich mit einer 45 minütigen Schiebe / Trage und Klettereinlage mit Bike und Rucksack erkämpfen. Einzigartige Erlebnisse für den Erfahrungsschatz sind unter anderem die Schiebepassage über die Leiter und die Singletrail- Abfahrt ins Lech-Tal.
#3: Heilbronner Hütte
Den Ausblick auf einer Höhe von 2320m in der alpinen Landschaft des Verwallgebirges erkämpft man sich durch eine 1000hm Auffahrt durch die Rosanna und das Schönverwalltal. Am Ende steht ein 45minütige Schiebepassage über das Verbellner Winterjöchl. Die Übernachtung im Matratzenlager mit vielen erschöpften Bikern und Wanderern erfordert das eine oder andere Hilfsmittel, um Ruhe zu finden J (z.B. Alkohol oder Schaumstoff-Geräuschdämpfer für die Ohren!)
#4: Kops-Stausee / Galtür / Ischgl
Die rasante Abfahrt von der Heilbronner Hütte endet vorerst am Kops-Stausee. Das grün-kalkige Wasser und die interessante Staumauerform bleiben lange im Gedächtnis. Auf dem Weg über das Zeinisjoch Richtung Paznaun-Radweg passieren wir eine unwirkliche Landschaft mit Wasserzulauf zum Zeinisbach. Wir radeln weiter durch das im Jahre 1999 lawinenerschütterte Galtür. Heutzutage gibt es hier Schutzbauten, genannt Lawinenverbauungen. Heute schützen den Ort zwei überlappende Dämme auf einer Länge von 345 Metern vor der weißen Gefahr. 700 Tonnen Stahl wurden in den bis zu 19 Meter hohen Wänden verbaut. Wir folgen mit einem 30er Schnitt dem Lauf des Flusses Trisanna weiter bis Ischgl.
#5: Heidelberger Hütte / Fimbapass
Nach einem sehr steilen Anstieg aus Ischgl (1376 m) heraus erreicht man entlang des Fimbabaches durch das Fimbatal mit fast 1000 hm die Heidelberger Hütte (2264 m) im Talschluss. Ein absolutes Kuriosum in den Alpen: diese steht auf Schweizer Gebiet, gehört dem Deutschen Alpenverein und wird von österreichischen Pächtern bewirtschaftet. Eine tolle Raststation mit angenehmer Atmosphäre, urige Übernachtungsmöglichkeit und Startpunkt für den 400hm Bergmarsch zur Passage des Alpenhauptkamms, den Fimbapass (2608 m). Liebhaber technisch anspruchsvoller Trails werden hier total aus dem Häuschen sein. 1200 hm Downhill am Stück; steil, mit ausgesetzten Stellen, Geröllhalden und Spitzkehren machen die Reise durch die Schweiz zum Genuss. Bei jedem Blick brennt sich das grandiose Alpenpanorama auf die Festplatte.
#6: Uina- Schlucht / Sesvenna- Hütte
Den Inn lassen wir im Tal zurück (1198m) und kurbeln durchs Val di Uina auf einem Fahrwerg mit fiesen Rampen jenseits der 20% Steigung bis zur letzten Stärkung in Uina Dadaint. Die Felsengalerie im Talschluss der Uina-Schlucht wurde 1910 etwa 600m lang in den senkrechten Fels geschlagen und eröffnet den Übergang nach Italien zum Schlinging-Pass (2309m). Der Singletrail hinab zur Sesvennahütte (2256m) verbindet sich mit dem Bild der alten Pforzheimer Hütte.

Die Sesvenna-Schutzhütte bietet Matratzenlager und Zimmer mit eigener Dusche und quasi „null“ Mobilempfang. Somit kann man hier Ruhe und alpine Bergwelt pur genießen. Das Pfeifen der Murmeltiere, die rasante Abfahrt und der erste italienische Cappuccino auf dem Marktplatz in Glurns gehören einfach dazu.
#7: Stilfser Joch / Dreisprachenspitze
Mit 48 Kehren aus dem Tal heraus zum Stilfser Joch schafft man es auf eine Höhe von 2757m. Der Weg hier hoch wird durch die Nummerierung der Kehren in umgekehrter Reihenfolge zum Countdown der Radstrecke. Am Pass gibt es ein absolutes Highlight: rote Wurst mit Kraut im Vinschgauer. Um den Touristenstrom von Motorrädern, Autofahrern und Rennradlern zu entfliehen, unternimmt der gemeine Mountainbiker eine 100 hm Schiebepassage zur Dreisprachenspitze (2843m), dem höchsten Punkt unserer Tour über die Ostalpen. Auf der Rückseite dieser Lokalität geht’s auf einem weiteren Sahne-Singletrail zum Umbrailpass.
#8: Umbrailpass (2503m) / Bocchetta di Forcola (2768m)
Von der Drei-Sprachen-Spitze zieht sich ein echt cooler und anspruchsvoller Trail Richtung Umbrailpass. Nach einer kleinen Pause an der Schweizer Grenze geht es wieder aufwärts auf Singletrials und Schiebepassagen zur Bocchetta di Forcola. Oben angekommen gibt es hier Infotafeln über die Geschichte dieser Gegend in den kriegerischen Zeiten. Dann bergab auf alten Militärwegen und befestigten Militärpisten mit einem breiten Grinsen ins Tal nach Bormio (1225m).
#9: Gardasee
Am Gardasee fallen die Alpen ins Wasser, somit gibt es das Gefühl, drüber zu sein. Super Wegenetz, grandiose Ausblicke, leckere mediterrane Küche und viele Gleichgesinnte treffen sich in diesem Fahrrad-Mekka. Ein absolutes Highlight ist eine Schiffstour nach Limone, dann per Bike durch Val San Michele zum Tremalzo-Pass und über die Ponalestrasse (Tunnelgalerie) zurück nach Riva del Garda. Also viel zu schade, direkt nach dem Alpencross nach Hause zu reisen. Weitere Tipps sind Ledro-See, Monte Baldo, Monte Brione, Kletterfelsen in Arko und das Bike-Festival mit Marathon. Der Gardasee ist immer eine Reise wert, die Anreisevarianten sind dabei frei wählbar...
Zum Cache selbst:
immer noch ein zeigenswertes Örtchen, deshalb erneut von uns bedost!