Der Nevigeser Wallfahrtsdom oder Mariendom (eigentlich Wallfahrtskirche Maria, Königin des Friedens) ist eine Wallfahrtskirche im Velberter Ortsteil Neviges, die von Gottfried Böhm geplant und von 1965 bis 1968 gebaut wurde. Der Mariendom ist nach dem Kölner Dom die zweitgrößte Kirche im Erzbistum Köln.
Sie bildet mit der früheren Wallfahrtskirche St. Mariä Empfängnis, dem Kreuzberg und dem Marienberg den Marienwallfahrtsort Neviges im Erzbistum Köln.
Die heutige Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“ wurde vom Architekten Gottfried Böhm entworfen. Der Bau ist architekturhistorisch dem Brutalismus zuzurechnen. Obwohl Gottfried Böhm im vorausgegangenen Architekturwettbewerb nicht den ersten Platz belegt hatte, wurde er auf persönlichen Wunsch des damaligen Kölner Erzbischofs Joseph Kardinal Frings hin letztlich mit der Ausführung beauftragt. Frings, dessen Sehfähigkeit bereits eingeschränkt war, ließ sich die Wettbewerbsmodelle vorführen, um sie abzutasten. Dabei sagte ihm der Böhmsche Entwurf derart zu, dass er darum bat, einen zweiten Wettbewerb mit neuen Vorgaben auszuschreiben. Dieser wurde dann zugunsten Böhms entschieden.
Entwurf und Umsetzung
Böhms erster Entwurf war wesentlich größer als der letztlich ausgeführte zweite Entwurf. Er war zunächst für 7.000 bis 8.000 Pilger konzipiert. Die Wallfahrtskirche fasst tatsächlich heute etwa 3.000 Personen. Auch der Plan, ein neues Klostergebäude anstelle des alten Franziskanerklosters zu konzipieren, wurde aufgrund der gigantischen Kosten fallengelassen. Auch die Idee, den marmornen Gnadenaltar aus der alten Wallfahrtskirche Sankt Mariä Empfängnis in den Neubau zu übertragen wurde nicht umgesetzt, da die Gefahr einer Zerstörung durch den Ausbau zu groß erschien.
Die ersten Abbrucharbeiten auf dem Terrain des künftigen Mariendoms erfolgten ab dem 11. Oktober 1965. 1966 wurde der Grundstein gelegt, den die Pilger der alten Dülmener Wallfahrt gebracht hatten und in den wiederum ein Stein aus Lourdes eingefügt wurde. Die Dülmener stifteten auch die einzige Glocke des Domes.
Am 22. Mai 1968 weihte Weihbischof Vitus Chang SVD zunächst die Kirche und konsekrierte am Folgetag, dem Fest Christi Himmelfahrt, den Altar. Unter dem Altar befinden sich Reliquien von Märtyrern der Thebäischen Legion und der heiligen Ursula und ihrer Gefährten. Erzbischof Kardinal Frings öffnete kurz darauf mit der Feier einer heiligen Messe die Kirche für die Wallfahrt und übertrug am Nachmittag das Gnadenbild aus der alten in die neue Wallfahrtskirche.
Das an die alte Wallfahrtskirche anschließende ehemalige Franziskanerkloster wird von Priestern der Gemeinschaft Sankt Martin bewohnt, die die Wallfahrt und die anliegende Pfarrgemeinde von Neviges und Tönisheide seelsorgerisch betreuen.
Böhm selbst hält sich mit einer Deutung der Form der Wallfahrtskirche zurück. Für ihn bot der Bau die Möglichkeit, eine aufgehängte Betonkonstruktion umzusetzen, bei der die Wand- und Deckenelemente gegenseitig stützend eine Gemeinschaft ergeben. Der Bau soll in exemplarischer Weise das Kirchenverständnis des Zweiten Vatikanischen Konzils sichtbar machen. An die Stelle der festen Burg tritt das Zelt, die Behausung des „wandernden Gottesvolks“; an die Stelle der „geschlossenen Gesellschaft“ tritt die Präsenz auf den „Marktplätzen der Welt“. So gleicht die äußere Form des Gebäudes der eines großen Zeltes. Im Innern aber scheint der Hauptaltar im Zentrum eines weiten Marktplatzes zu stehen, den die Emporen wie fensterreiche Häuser umgeben und zu dem eine breite Straße von außen hinführt. Diese Verbindung zwischen „außen“ und „innen“, also dem Kirchenvorplatz und dem Kircheninnenraum, hat Böhm zusätzlich durch die Raumbildung, die Wahl der Materialien und der Motive unterstrichen: Die geschwungene Wegeführung des breiten Kirch- und Prozessionszuganges öffnet und verbreitert sich innen zu dem marktplatzartigen Kirchenraum, auch die Außenpflasterung wird innen weitergeführt, ebenso die freistehenden Straßenlaternen.
Das häufig wiederkehrende Symbol der Innengestaltung ist die Rose, Zeichen der Gottesmutter Maria, deren großes Format in den Fensterverglasungen den Sichtbetonwänden des Innenraumes die Härte nimmt und deren rot-weiße Farbfelder bei geeignetem Einfall des Sonnenlichts die Weihe und Würde des Ortes atmosphärisch unterstreichen. Das ursprüngliche, sehr kleine Gnadenbild ist in eine große Marienstele von Elmar Hillebrand eingelassen, aus der wie aus einem Lebensbaum Maria mit dem Kind herauswächst und dessen Innenseite und „Rückgrat“ das mit seinen drei Enden sichtbare Kreuz bildet. Ein alter Plan, den marmornen Gnadenaltar der alten Wallfahrtskirche in die Marienkapelle zu versetzen, hatte sich als unmöglich herausgestellt.
Nach über 300-jähriger Betreuung der Marienwallfahrt durch die Franziskaner verließen diese Neviges im Jahr 2020. Seitdem wird die Wallfahrt zusammen mit der Pfarrgemeinde Neviges-Tönisheide durch drei Priester der französischen Gemeinschaft Sankt Martin betreut, die im September 2020 im Mariendom in ihren Dienst eingeführt wurden.[
Orgel
Nach dem Bau sowie erneut 1987 wurde die Kirche aus Kostenersparnisgründen zunächst mit einer elektronischen Orgel versehen.
Im Mai 2010 wurde die erste Pfeifenorgel des Doms eingeweiht. Sie geht zurück auf ein Instrument, das 1976 von der Orgelbaufirma Stockmann (Werl) für die Antoniuskirche in Hildesheim erbaut worden war. Dieses wurde 2010 von der Orgelbaufirma Seifert (Kevelaer) im Mariendom aufgestellt und um ein Auxiliarwerk mit 6 Registern erweitert, die unabhängig voneinander an beide Manuale und das Pedal registriert werden können. Das Auxiliarwerk ist neben dem ursprünglichen Schwellwerk des II. Manuals separat in einem 16´-Schwellwerk untergebracht. Eine völlige Neuintonation hat das Werk auf den großen Kirchenraum hin ausgerichtet.
(Quelle: Wikipedia)
Die "Hardenberger Rose"
Die großen Fenster des Mariendomes, entworfen von Prof. Gottfried Böhm, angefertigt von der Fa. Hein Derix in Kevelaer, zeigen alle bis auf zwei das Motiv der Rose.
Besonders die große rote Rose im linken Fenster der Sakramentskapelle ist in ihrer Leuchtkraft und Gestaltung so eindrucksvoll, dass sie zum Wahrzeichen der Wallfahrtskirche und so zur „Hardenberger Rose“ geworden ist.
Rosen sind neben Lilien als Symbole für das Wesen Marias auf dem Hardenberger Gnadenbild zu sehen. Seit der Antike ist die Rose auch ein Bild des Geheimnisvollen, in der christlichen Ikonographie wird sie schon früh zum Symbol des Paradieses (weiß – rosa candida) und des Martyriums der Kirche (rot), im Mittelalter vor allem zum Zeichen für Maria, der jungfräulichen Gottesmutter („rosa mystica“, „Rose ohne Dornen“), Gottfried Böhm deutet in seinen Fenstern mit dem Rosenmotiv das Mitwirken Marias an der Erlösungstat Christi an. So neigt sich im Ostfenster der Sakramentskapelle der göttliche Geist in der Farbe Rot auf die Rose herab: Eine symbolhafte Andeutung der Niederkunft des Gottessohnes in Maria, der "Magd des Herrn".
Das Fenster in der Marienkapelle zeigt eine verblühende, aufbrechende Rose, aus der ein Fischkörper hervorkommt: Ein Bild für die Selbsthingabe Marias, durch die der Gottessohn und Erlöser (hier im frühchristlichen Bild des Fisches) auf der Erde erscheinen kann.
Im großen Fenster des Altarraumes erblüht die Rose an einem baumartigen Rosenstock, der oben in einer Kreuzform endet: Ein Hinweis auf Maria als Mitleidende und Mitwirkende an der Erlösung der Menschheit durch Christus.
Das Motiv der Rose ist auch als Ornament zu finden in den farblosen Fenstern hinter den Emporen sowie auf der Wandmalerei von Markus Böhm in der Krypta (in Rot) und außen gegenüber der Kerzenkapelle (in Weiß). Rosenknospen zeigen sich zudem an den Enden der Kreuzbalken der Mariensäule und an den runden Spitzen der Sakramentssäule.
(Quelle: Homepage des Fördervereines der Nevigeser Wallfahrtskirche)
Die Nevigeser Wallfahrtskirche ist täglich (außer zu den Gottesdiensten) von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.
Aufgabe:
Fertigt zu den Öffnungszeiten ein Foto von euch, eurem GPS oder mit eurem Namensschild vor der „Hardenberger Rose“ im inneren des Dom's an. Das heißt konkret, ihr müsst zu den Öffnungszeiten in den Dom, denn die Keuchtkraft des Fensters kommt nur hier zu Geltung.
Logs ohne den passenden Fotonachweis werden von mir unkommentiert gelöscht!
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