Kaum jemand weiss, dass am Triemlifussweg ursprünglich mal eine Strasse vorgesehen war.
Doch die heutige Idylle dieser Landschaft war so nie vorgesehen: Im Zuge der Planung der autogerechten Stadt in den 60er-Jahren, welche verschiedenste tiefe Spuren wie die Hardbrücke oder die Sihlhochstrasse hinterlassen hatte, wurde der Korridor für eine Fernverkehrsstrasse freigehalten. Die geplante Luzernerstrasse war als Fortsatz der Westtangente vorgesehen, und hätte mit Anschluss an die Hardbrücke durch den Friedhof Sihlfeld bis zum Triemli verlaufen sollen. Nach der Fertigstellung der Hardbrücke 1972 kippte jedoch die Einstellung der Stadtbevölkerung gegenüber den kolossalen Strassenprojekten.
Die Konsequenzen dieser massiven Eingriffe rückten ins Bewusstsein, und mit dem negativen Volksentscheid über den Ausbau des Hardplatzes wurde die Planung der Luzernerstrasse in den 70er-Jahren zur Illusion. Ein paar Jahre später entstand stattdessen ein Park, ein linearer Grünzug mitten durch ein Quartier aus den Boomjahren.
Der Triemlifussweg zeigt uns die Schönheit der Fehler und Zufälle, des Vergessens und Improvisierens. Heute erfreuen sich viele an dem langen zusammenhängenden Grünraum.
Man erblickt den Prime Tower am Horizont, dreht sich um 180°, und erspäht das Stadtspital und den Üetliberg. Die visuelle Schneise ist heute von hohen Bäumen und dichtem Grün gefasst und wird von Velos, Spaziergänger:innen und Hunden im Vorbeigehen nachgezeichnet.
Entlang der kleinen Schrebergärten, öffnet sich ein üppiger Landschaftsraum, der sich in die lockeren Zwischenräume der Zeilenhochhäuser der 60er- und 70er-Jahre ausdehnt. Auf einem geschwungenen Kiesweg spaziert man Richtung Üetliberg, entlang eines linearen Parks. Mal durch grasbewachsene Hügel, dann wieder durch Baumgruppen – Birken, Kiefern, Paulownien, Hainbuchen, Fichten und Eichen.
Hier darf es mal einen lockeren Tradi geben - die Muggels sind allerdings zeitweise oft ein Hindernis.