Kendheidserinnerong
I ben en de siebzger ond achzger Johr en dem scheana schwäbischa Dorf (jedzd Schdadd) Siaßa aufgwachsa. Enzwischa ben e abr bloß no selda dô. Beim ledschda Bsuach han e gmergd, dass Siaßa ja faschd Dosaniemandsland isch. Des muss sich ändra! Deswega gibd's ab jedzd a baar „aidosde“ Kindheitserinneronga.

Abadeier Bauschdofflagr
Dôhanna am Egg von dr Ösch- ond Albschdrôß war en meira Kendheid s Lagr vomma Bauondernehma. A Zaun war do koinr drom, alles war offa. Do hend mai Fraindin aus dr Nochbrschafd ond i an de Wochaenda ond ôbends, wenn koinr mehr dô war, viel Zeid verbrochd. Do hod’s so an Krana ghed ond dromrom Kies- ond Sandhügl, wo mr naufgledderd ond nagrudschd send. Abr s’Beschde war onser Lägerle auf/zwischa große Holzbalka direkd neba dr Beddogrub.
Nadierlich war des ed erlaubd („Betreten verboten! Eltern haften für ihre Kinder!“), abr i ben mr sichr, dass dia des scho gmergd ond oifach duldad hend. Manchmôl war no au oifach onsr Eggle, wo mir ons aigrichdad hend, weg bzw. irgendwo andersch, wenn se hald was von „osram“ Maderial brauchd hend.
Mai prägendschda Erinnerung: Mir send efders môl mid de Gummischdiefel an de Fiaß en dui Beddogruba. Dui war em Großa ond Ganza durchdroggnad, bloß oba hôd’s meischdens a baar Zendimeder nassa Beddo ghedd. Ond an oim Ôbend ben i ausgrudschd ond war vom Schoidl bis zu de Zeia voller Beddo. Do ben i abr wia a Kuglblitz hoimgsauad, bevor dr Beddo aidroggnad war 😊.
Weils dôhanna koine Bauschdoff mehr gaid, hend r an schena Blick Richdung Genga, wo ja enzwischa dui Querschbang isch, ond end andra Richdung zom Roda Bergale, onsram Schliddaberg. Do missd au no a Desla nô – negschdes Môl!
Das war Schwäbisch!
Kindheitserinnerung
Ich bin in den 70er und 80er Jahren in dem schönen schwäbischen Dorf (jetzt Stadt) Süßen aufgewachsen. Inzwischen bin ich aber nur noch selten hier. Beim letzten Besuch habe ich gemerkt, dass Süßen ja fast Dosenniemandsland ist. Das muss sich ändern! Deshalb gibt es ab jetzt einige „eingedoste“ Kindheitserinnerungen.

Abenteuer Baustofflager
Hier an der Ecke von Ösch- und Albstraße war in meiner Kindheit das Lager eines Bauunternehmens. Umzäunt war es nicht, alles war offen. Meine Freundin aus der Nachbarschaft und ich haben an den Wochenenden und abends, wenn niemand mehr da war, viel Zeit verbracht. Es gab einen Kran, um den Kies- und Sandhügel angeordnet waren, hier sind wir hochgeklettert und heruntergerutscht. Aber am Besten war unser Lager auf/zwischen großen Holzbalken direkt neben der Betongrube.
Natürlich war das nicht erlaubt („Betreten verboten! Eltern haften für ihre Kinder!“), aber ich bin mir sicher, dass dies durchaus bemerkt und einfach geduldet wurde. Manchmal war unsere Ecke, die wir uns eingerichtet hatten, weg oder verlegt, wenn etwas von „unserem“ Material benötigt wurde.
Meine prägendste Erinnerung: Wir sind öfter mit den Gummistiefeln an den Füßen in die Betongrube. Diese war im Großen und Ganzen durchgetrocknet, nur oben war meist eine einige Zentimeter dicke nasse Betonschicht. Und eines Abends bin ich ausgerutscht und war vom Scheitel bis zu den Zehen voller Beton. Da bin ich aber wie ein Kugelblitz nach Hause gerannt, bevor der Beton eingetrocknet war 😊.
Da hier keine Baustoffe mehr lagern, habt Ihr einen schönen Blick Richtung Gingen, wo sich ja inzwischen die Querspange befindet, und in die andere Richtung zum Roten Bergele, unserem Schlittenberg. Dort muss auch noch eine Dose hin – nächstes Mal!
Das war Hochdeutsch!
