Die Kirche ist ein Kulturdenkmal. In der Denkmalliste als "barocke Saalkirche mit hohem Dachreiter von ortshistorischer und baugeschichtlicher sowie ortsbildprägender Bedeutung" beschrieben.
Nun zur Historie:
Stützengrün hatte bis ins 16. und 17. Jahrhundert nachweislich keine eigene Kirche. Die Gemeinde wurde über die Filiale Rothenkirchen von Auerbach aus betreut. Stützengrün gehörte mit allen kirchlichen Rechten und Pflichten zur Kirche Rothenkirchen, während der Ort politisch dem Regierungsbezirk Schwarzenberg unterstellt war. Stützengrün vergrößerte sich nach seiner Entstehung im Jahr 1546 rasch, entsprechend vermehrte sich auch die Seelenzahl.
Nach 1680 etwa kam der Wunsch nach der eigenen Kirche auf. Am 6. Mai 1687 legten 8 Gemeindemitglieder unter Führung des Richters Tröger zuerst dem zuständigen Pfarrer ihren Plan vor (Einwohnerzahl 1690 betrug 801).
Der zähe Kampf um die Verwirklichung ihres Vorhabens dauerte 14 ½ Jahre. Dazu folgender Zeitablauf:
31.08.1687 Kurfürst Johann Georg III. erteilt Erlaubnis zum Kirchenbau
08.06.1690 amtliche Verfügung durch Kurfürst Johann Georg III. zur Erlaubnis
31.03.1691 Verträglicher Rezess (Mutterkirche befürchtet Einbußen)
28.06.1693 Kurfürst Johann Georg IV. bestätigt Rezess vom 31.03.1691 mit Befehl dass "demselben allenthalben gebührend nachgegeben werden soll"
16.11.1696 Kurfürst Friedrich AugustI. muss den Befehl vom 28.06.1693 wegen erneutem Ein-und Widerspruchs der Kollatoren wiederholen
26.01.1697 Grundsteinlegung in Anwesenheit aller verantwortlichen Amtsträger von Kirche und Staat
12.09.1998 mittags bis 14.09.abends sogenanntes Heben der Kirche
02.08.1699 Heben des Glockenstuhls
23.10.1701 (22. Sonntag nach Trinitatis) Einweihung der Kirche
Der Kirchenbau wurde bestritten mit Geldern aus Sammel- und Spendenaktionen. Es musste sich jedoch aufs Wesentliche beschränkt werden. So konnte aus finanziellen Gründen erst 100 Jahre später die Mitteldecke eingezogen werden. Die Kirchgemeinde Stützengrün wurde zur Filiale von Rothenkirchen. Die Betreuung durch Rothenkirchen endete mit dem Erhalt des eigenen Pfarramtes am 1. Oktober 1885 (Übernahme an Ephorie Schneeberg, Einwohnerzahl angestiegen auf 2300).