Dieser Cache ersetzt einen alten, der von einem anderen Cacher entfernt wurde. Um diese Erinnerung zu wahren, setze ich hier einen Neuen,
Der Tunnel stellt die kürzeste Route zwischen meinem Elternhaus und dem örtlichen Fleischer in Bronkow dar. Wie im Sommer, sollte ich auch im Winter mit dem Fahrrad zum Fleischer fahren und etwas frisches Fleisch für die Hunde besorgen. Bisher war es immer hellichter Tag, als ich den Tunnel betrat, um den Fleischer in Bronkow zu erreichen. Doch der Tag an dem die Schule etwas länger ging, sollte alles ändern. Auch an dem kalten Winterabend hatte mir meine Mutter aufgetragen einen kurzen Abstecher zum Fleischer zu machen. Die Dämmerung hatte eingesetzt und ich war voller Vorfreude endlich meine neuen Fahrradstrahler austesten zu können. Mit dem Schwung auf das Fahrrad schaltete ich die Beleuchtung ein und wurde sofort von einem taghellen Lichtkegel geführt. Schon damals packte mich die Faszination Licht und immer wollte ich alles möglichst hell. Die Fahrt begann und es dauerte nur einen kurzen Moment bis ich den Tunnel erreichte. Im Gedanken malte ich mir aus, dass meine Lichtkonstruktion den Tunnel hell erstrahlen lassen sollte. Leider wurde mein Wunschdenken schnell getrügt. Die Dunkelheit des Tunnels verschluckte regelrecht meinen kompletten Lichtkegel. Ich hatte keine Wahl, man verließ sich auf mich. Somit schob ich mein Rad, trotz kleiner Ängste in die Schwärze des Tunnels. Schon nach einigen Metern wurde mir etwas mulmig, da ich der Meinung war, kurz zwei reflektierende Punkte an der Decke gesehen zu haben. Dennoch schätzte ich die Entfernung so ein, dass ich noch sicher war. Meine Hände zitterten ein wenig, als ich mein Fahrradlicht ein kleines Stück nach oben drückte, um die Decke besser im Blick haben zu können. Trotz meiner Bedenken blieb ich nicht stehen. Erst als ich an meinem Fuß etwas spürte, glitt es mir wie ein Stromschlag durch den ganzen Körper. Mein Tempo beschleunigte sich um ein Vielfaches, während ich die Fahrradlampe abnahm und mich darauf vorbereitet kurz nach hinten zu sehen. Ich war fest entschlossen, drehte mich und erkannte ein kleines Bäumchen, welches mitten in der Dunkelheit stand. Die Erleichterung hätte man mir ansehen können. Mit einem Lächeln atmete ich tief durch und machte mir klar, dass es lediglich mein Kopf sei, der mir wieder und wieder Angst machen wollte. Während ich die Lampe wieder befestigte musste ich erneut schmunzeln, Monster und Geister gab es doch garnicht. Mein Blick wanderte wieder in Laufrichtung, als sich alle Haare am Körper aufstellten und ich star vor Schreck die beiden Punkte direkt vor mir an der Decke sah. Wie zwei Augen bohrten sie sich in meinen Körper, der plötzlich nichtmehr reagieren wollte. Die schrecklichsten Szenen malten sich mir aus, mein Kopf spielte den Maler des Todes und mein Körper war das Opfer. Hatte ich mein Leben schon ausreichend genossen? Mein erster klarer Gedanke, die Punkte bewegten sich nicht. Auf den zweiten Blick erkannte ich einen weißen Straßenpfeiler, der an der Decke befestigt war. Was für ein mieser Scherz. Den Rest des Tunnels legte ich gedrungen entspannt, aber dennoch zügig zurück. Mein Rückweg ließ mich den Tunnel umfahren. Seitdem Tag habe ich diesen Tunnel niewieder betreten, denn trotz des Wissens, dass es nichts Schlimmes war, spürt man eine düstere Energie vor Ort, als wäre es ein dunkles Portal in eine dunkle Welt.