Ein Jahr war vergangen, seitdem der Pächter des Rittergutes von Hainchen scheinbar von höheren Mächten zur Strecke gebracht wurde. Die letzte Ruhe jedoch sollte ihm, sehr zum Leide der Bewohner von Hainchen, verwehrt bleiben. Seit dem Unglück am Tage des Sturmes berichteten die Bewohner von einem immer wiederkehrenden Phänomen hier auf den Feldern rings um das Dorstewitz.
Zunächst konnte man aus der Ferne eine Stimme hören, verzweifelt rufend und doch wütend zugleich. Aber nichts war aus der Ferne des Dorfes zu sehen. Als mutige Bewohner des Dorfes dem Klang der Stimme folgten, trauten sie ihren Augen kaum. Direkt am Dorstewitz geisterte ein Reiter ohne Kopf über die Felder. Er jammerte, schrie und peitschte sein ebenso geisterhaftes Ross. Diese gruselige Gestalt sorgte für Angst und Schrecken. Niemand wagte sich seither in die Nähe des Waldes. Die Kunde vom kopflosen Reiter verbreitete sich schnell in der Gegend. Schließlich erreichte diese Geschichte auch den tollkühnen Scharfrichter von Droyßig. Er machte sich sofort auf den Weg. Rechtzeitig, zum Einbruch der Nacht erreichte er Hainchen und machte sich sogleich auf zu den Feldern. Dem Mut und den Fähigkeiten des Scharfrichters hatte der geisterhafte Reiter nichts entgegenzusetzen. Der Unbeugsame aus Droyßig legte sich hinter eine alte Weide auf die Lauer und hörte schon kurz darauf das Jammern und Fluchen. Er wartete bis der wilde Geisterreiter nah genug war, sprang hinter dem Baum hervor und warf entschlossen ein Fläschchen einer Mixtur auf den Reiter, welcher stehen blieb und sich langsam gen Scharfrichter drehte. Jetzt galt es keine Zeit zu verlieren. Ein Spruch war ihm bekannt, der es schaffte den kopflosen Reiter in eine alte Weide zu verbannen.
Man erzählt sich, dass die alte Weide unweit dieses Caches hier stand.