Oertels Dachschieferbruch

Die Entstehung der Dachschiefer?
Während des frühen Unterkarbons wurden tonige Sedimente
in einem ruhigen Meeresbecken abgesetzt. Über ihnen lagerte
sich eine rhythmische Abfolge aus sandigen (Quarzit) und tonigen Lagen (Tonschiefer) ab. Die Bewegungen der Erdkruste im Verlauf der variskischen Gebirgsbildung wandelten die Tonsteine zu den heute vorliegenden Ruß- und Dachschiefern um.
Allgemeines
Schieferungen werden landläufig zumeist nur "Schiefer" genannt und dürften vielen Geocachern bereits während Earthcaches begegnet sein. Dabei meinen die Meisten mit dem Begriff "Schiefer" jedoch etwas anderes: Als solcher werden häufig sehr feinkörnige Sedimentgesteine (englisch: shale) mit hohen Anteilen an Tonmineralen in meist (dunkel)grauem Farbton bezeichnet. Markant ist, dass diese Gesteine in dünne Platten aufspaltbar sind. Entscheidend ist jedoch, dass dieser "falsche Schiefer" tektonisch unbeansprucht ist - und genau das ist der Unterschied zu den begrifflich korrekten Schieferungen.
Schieferungen stellen nämlich die räumliche Anordnung von Gesteinselementen dar, die aufgrund von tektonischen Vorgängen, also Bewegungen innerhalb der Erdkruste und des Erdmantels, entstanden sind. Die Schieferung ist ein Merkmal, das viele metamorphe Gesteine (ein Ausgangsgestein wird durch geänderte Temperatur- und/oder Druckbedingungen zu einem neuen Gestein) aufweisen.
Im Gegensatz zur Schichtung ist die Schieferung kein Ergebnis eines Ablagerungsprozesses, sondern wird durch besagte tektonische Vorgänge hervorgerufen, die das Gestein mit hohem Druck und Temperatur beeinflussen. Ein Gestein, bei dem Schieferungen häufig auftritt ist beispielsweise der auch hier vorfindbare Tonschiefer.
Nachfolgend steigen wir nun tiefer in die Thematik Schieferung ein, was auch die erhöhte Schwierigkeit dieses Caches begründet.
Was ist hier zu sehen?
Dachschiefer war im 19. Jahrhundert so begehrt, dass er hier im Steinbruch fast vollkommen abgebaut wurde. Reste liegen verborgen unter den Halden am Fuß der Bruchwand. Im oberen Teil der Steinbruchwand sind Schichten aus dem Grenzbereich von Oberdevon und Unterkarbon angeschnitten. Die Schichtfolge zeigt schwarz abfärbende, tonige Rußschiefer des Unterkarbons, überlagert von Knotenkalken. Darüber folgen Sandsteinbänke des „Oberen Quarzits“ und Knotenkalke, die im Oberen Devon entstanden sind. Da die einzelnen Schichten sehr geringmächtig sind, wurden sie in der Geologischen Karte zu größeren Einheiten zusammengefasst. Die normale Schichtenabfolge – jüngere Sedimente liegen über älteren Gesteinen – ist im Steinbruch umgekehrt: Die jüngeren Rußschiefer des Unterkarbons liegen unter den älteren Schichten des Devons. Der Grund für diese außergewöhnliche Anordnung ist die extreme Verfaltung der Gesteinsschichten. Durch die Überkippung einer Falte wurde die Schichtenfolge im unteren Faltenschenkel sozusagen „auf den Kopf gestellt “.
Wie bildet sich Schieferung?
Charakteristisch für ein geschiefertes Gestein ist seine hervorragende Spaltbarkeit bis in dünnste Platten, welche man häufig schwer von der Schichtung unterscheiden kann. Wenn tonreiche Gesteine hohen Drücken und Temperaturen ausgesetzt sind, werden die plättchenförmigen Ton- und Glimmerminerale senkrecht zur Druckrichtung eingeregelt und bilden so eine Schieferungsfläche. Sollten die Schieferplatten im Laufe der Zeit erneut aus einer anderen Richtung „unter Druck” geraten, so werden weitere Schieferungsflächen angelegt. Dabei entstehen die „Griffelschiefer“, aus denen Schreibgriffel für Schiefertafeln gefertigt werden.
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1. Schaut euch die Wand an ist die Oberfläche rau oder glatt?
2. Sind die Schichten des schiefers annähernd waagerecht oder geneigt? Was kann hierfür eine Ursache sein?
3. Schaut Euch die Schichtfolgen genauer an: "Wie unterscheiden sie sich (in Farbe, Dicke...)"
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