Mikrometeoriten ☄️ auf der Düne
Hinweis
Bei der Binnendüne Waltersberge handelt es sich um ein Naturschutzgebiet. Der offizielle Weg durch die Düne muss zu keiner Zeit verlassen werden. Für den Cache benötigt ihr vor Ort ein Feines Sieb, einen starken Magneten und einige kleine Tüten oder Gefrierbeutel. Im Weiteren wird ein Mikroskop (mind. 100x Vergrößerung) sowie eine Pinzette, Zahnstocher oder Nadel benötigt.
Einleitung
In der Geologie werden Gesteine entsprechender ihrer Entstehung (Genese) grob in drei Klassen unterteilen: magmatische Gesteine, Sedimentgesteine, und metamorphe Gesteine. Darüber hinaus gibt es aber noch einen Sonderfall, die Meteoriten. Bei ihnen handelt es sich um Gesteinskörper aus dem Weltraum. Sie sind Zeugnisse der Frühgeschichte des Sonnensystems und enthalten zahlreiche Minerale, die sich nicht in anderen Gesteinen irdischen Ursprungs finden lassen. Sie lassen sich nach ihrem Mineralgehalt einteilen in Steinmeteoriten, die in erster Linie aus Silikaten bestehen, Eisenmeteoriten, die sich häufig aus den Eisen-Nickel-Mineralen zusammensetzen und Stein-Eisen-Meteoriten, die einen Mischtyp darstellen.

Blick auf die Binnendüne Waltersberge
Was sind Mikrometeorite?
Mikrometeorite sind staub- bis sandkorngroßer Gesteinspartikel interplanetaren Ursprungs, der die Erdatmosphäre durchquert und die Erdoberfläche erreicht hat. Durch Reibung mit Molekülen der Erdatmosphäre wurde dieser dabei erhitzt und leicht bis sehr stark chemisch-mineralogisch verändert. Dies reicht von einem Anschmelzen der Partikeloberfläche bis zum vollständigen Aufschmelzen des Partikels. In letzterem Fall rekristallisiert die Schmelze bei der anschließenden schnellen Abkühlung wieder. Solche Mikrometeorite haben dann meist eine annähernd rundliche Form und deshalb bezeichnet man sie auch als kosmische Sphärulen. Die Gesteinspartikel entstehen bei Kollisionen von Asteroiden oder Meteoriden vorwiegend im Asteroidengürtel und durch Ausdampfungen von Kometen bei Annäherung zur Sonne sowie möglicherweise auch durch Auswurf bei Asteroiden- und Kometeneinschlägen in andere Planeten und Monde. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre heizen sich die Partikel auf und werden binnen Sekunden abgebremst. Dabei können Teile abgesprengt oder abgeschmolzen oder ganze Partikel auseinandergesprengt werden. Partikel von einigen Millimetern Größe kann man nachts bei klarem Himmel indirekt als „Sternschnuppen“ beobachten.

Wie erkennt man Mikrometeorite?
Schätzungen der Gesamtmasse der Mikrometeorite, die jährlich auf die Erde niederfallen beträgt etwa zwischen 1500 und 5000 t. Es ist also gar nicht so unwahrscheinlich Minimeteoriten zu finden. Die Variation Mikrometeorite reicht von glasartiger über mikrokristalliner Struktur, hin zu bänderförmig kristallin bis zu porphyritisch (große Kristalle in feinkristalliner oder glasartiger Matrix). Es gibt kompakte und poröse Formen. Gelegentlich finden sich eisen- und nickelhaltige Tropfen am Außenrand einer Sphärule. Der überwiegende Teil der Mikrometeorite ist dunkelgrau bis schwarz, einige sind jedoch grün, braun oder weiß. Grundsätzlich kann man Mikrometeoriten überall finden. Am einfachsten ist es in einem sandigen Gebiet im Landesinneren, dass ohne starken Bewuchs ist und fern von Industrie. In urbanen Gebieten findet man vor allem Industrie- statt Sternenstaub. Die Binnendüne Waltersberge erfüllt diese Kriterien, da hier Sande zu finden sind die bereits in der letzten Eiszeit abgelagert wurden. Zur Identifikation und Unterscheidung der Mikrometeorite kann man wie folgt vorgehen:
Schritt 1 – Farbe
Die Partikel sollten sehr dunkel (schwarz) und eher matt und nicht hell (silbrig-grau) sein. Verwerfe glänzende, bronzefarbene, glasige, milchige und bunte Spherulen.
Schritt 2 – Form
Die Partikel können kugelig aber nicht vollkommen glatt, sondern mehr oder weniger unregelmäßig geformt, nicht selten auch etwas langgestreckt (oval, tropfen-förmig, mit einer „aerodynamischen Form“) sein. Auch eine runde Form mit einer tief schwarzen Farbe und auf der Oberfläche bei großer Vergrößerung kleine Höcker und einzelne Kristalle sind interessant.
Schritt 3 – Oberflächenbeschaffenheit
Die Oberfläche sollte „filigran“/ „sauber“ (Auskristallisation einer Schmelze) und nicht „grob“/ „beschädigt“ bzw. „abgeschabt“ (durch mechanische Beanspruchungen) sein.
Schritt 4 – einheitliches Material und keine anhaftenden Kügelchen
Die Partikel bestehen nicht aus unterschiedlichen Materialien (Ausnahme Metalltröpfchen). Hat die Spherule ein randlich herausstehendes Metalltröpfchen)? Bei ca. 20 % der Mikrometeorite finden sich solche Metalltröpfchen. Bei industriellen Partikeln kommen randliche Matalltröpfchen meist nur bei farbigen und glasigen Partikeln vor. Bei industriellen Partikeln sind gelegentlich unterschiedliche Materialen „verschmolzen“.
Zusatzmerkmale
Die Spherule kann gleichmäßige, runde Vertiefung aufweisen Diese kann sich durch Entgasungsprozesse gebildet haben oder durch Ablösung eines darin gelegenen Metall-tröpfchens. Typisch ist eine runde und nicht kantige Form. Manchmal sind auf der Oberfläche parallele Linien zu erkennen, die mitunter in der Richtung variieren und etwas gebogen sind.

32 verschiedene Mikrometeorite / kosmische Spherulen (Quelle: micrometeorites.org)
Die angegebenen Koordinaten sind nur ein Orientierungspunkt. Es eignet sich die gesamte Düne zum Auffinden von Mikrometeoriten. Bitte beantwortet die folgenden Fragen und schickt uns hier die Antworten.
Ihr dürft gleich loggen, wenn es Probleme gibt dann melden wir uns.
Fragen:
Am besten gebt ihr euren Magneten in einen Petling und legt eine Tüte darüber. Streift dann an verschiedenen Stellen durch den (trockenen) Sand. So sollten sich kleine, magnetische Partikel finden lassen. Lasst diese direkt in eine Tüte / Beutel fallen. Je mehr magnetisches Material ihr findet, umso größer sind eure Chancen.
Zu Hause muss das magnetische Material gesiebt werden. Was hier noch übrig bleibt könnt ihr mit dem Mikroskop untersuchen.
1. Wie viele Mikrometeoriten konntet ihr finden?
2. Unterscheiden sich eure Fundstücke in ihrer Größe, Form oder Farbe?
3. Beschreibt einen eurer Funde anhand der „5 Schritte“ aus dem Listing. Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann fotografiert dieses Exemplar und ladet das Bild mit eurem Logeintrag hoch!
Auf das Thema aufmerksam geworden und zu diesem Listing inspiriert wurden wir durch die zauberhafte Sternenstaub29.
Quellen / Bilder / weitergehende Informationen:
Bilder: Nine&Dido; micrometeorites.org
Murawski / Meyer: Geologisches Wörterbuch
https://de.wikipedia.org/wiki/Gestein#Gesteinsklassen_und_Entstehung
https://www.geocaching.com/geocache/GC84CZ3
https://www.micrometeorites.org/einfuehrung
Happy Hunting wünschen
