Die nachfolgenden Personen und Handlungen sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten und Personen wären rein zufällig. An den gelisteten Koordinaten trefft ihr vielleicht mal eine Streife 🚓 an - eine Dose ist hier nicht versteckt.
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Noch etwas lustlos arbeitete sich Polizeiobermeister Nordweit am frühen Montagmorgen durch die Polizeimeldungen des vergangenen Wochenendes. Die gestrige Schmonzette zur besten Sendezeit hatte mit dem gelebten Polizeialltag erneut herzlich wenig gemein, resümierte Nordweit während des ernüchternden Aktenstudiums. Eine neue Woche im Revier stand an - würde es ein Tag wie jeder andere werden? Neben einigen Kleindelikten und Handgreiflichkeiten unter Halbstarken gab es keine besonderen Vorkommnisse. Der gute Weg der sinkenden Kriminalitätsrate im Revier deckt sich mit dem Landestrend. Und das trotz der Auflösung oder Zusammenlegung von Dienststellen und der dünnen Personaldecke im Revier, dachte Nordweit.
Nach der Wachablösung stand der übliche Streifendienst im Polizeirevier an. Mit einer jungen Anwärterin rückte er vormittags zur Routinefahrt aus und passierte dabei die betongewordenen Bausünden der Vorstadt. Kein Traum jedenfalls, wofür es sich zu leben lohnt, dachte Nordweit beim Anblick der tristen Fassaden. Das Einsatzgebiet erstreckt sich über den gesamten nördlichen Landkreis, in dem es neben den Ballungsgebieten auch entlegene Landstriche gibt. In den Anfangsjahren seiner Laufbahn unterhielt die Landespolizei auch in einigen Umlandgemeinden ihres Reviers Dienststellen, doch die goldene Zeit, in der die Ordnungshüter noch stärker in der Fläche präsent waren, ist längst vorbei. Die 4. Dienststelle ist eine der wenig verbliebenen im Revier. Die jahrzehntewährende chronische Unterfinanzierung des öffentlichen Sektors zeigt sich mittlerweile auch im Straßennetz, das für den rasanten Anstieg des Verkehrsaufkommens längst nicht mehr ausgelegt ist. Zu den Stoßzeiten des Berufsverkehrs bildet sich regelmäßig Stau an überlasteteten Knotenpunkten, daher rückt die Verkehrspolizei immer häufiger zur Aufnahme von Verkehrsunfällen oder zur Verkehrsregelung aus. Für diese Woche liegt der Schwerpunkt der Verkehrsprävention bei Geschwindigkeitskontrollen, ein Einsatzwagen hat bereits am frühen Morgen im toten Winkel der Ausfallstraße eine mobile Apparatur postiert - und grüßte die vorbeifahrende Streife. Alltag im Polizeidienst.
Polizeihauptmeister Ostendorf meldete sich gegen Mittag über den Polizeifunk. Der scheidende Schupo steht kurz vor der Pensionierung und wurde aufgrund seiner eingeschränkten Dienstfähigkeit wie alle anderen auch bei entsprechenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen in den Innendienst versetzt. Dessen jüngster Sohn hat sich ebenfalls für eine Karriere beim Polizeidienst entschieden, nicht selten schlagen Söhne und Väter den gleichen beruflichen Werdegang ein.
Ostendorf berichtete von den Vorkommnissen auf der Dienststelle. Über den Polizeinotruf ging eine Meldung ein, aufmerksame Mitbürger fanden ein verängstigtes Kind im Stadtpark und haben vorsorglich die Polizei gerufen. Wie sich später herausstellte ist es in den falschen Bus gestiegen und hat den Heimweg nicht gefunden, eine nahe gelegene Streife aus dem benachbarten Revier brachte das verschwundene Kind dann direkt zu seinen Eltern zurück. Die Polizei - Dein Freund und Helfer, das altbekannte Motto der Ordnungshüter traf hier wieder voll ins Schwarze, dachte Nordweit. Ansonsten standen die üblichen Routineaufgaben auf der Dienststelle an, Ostendorf unterstützt bei der Erfassung und Bearbeitung von Diebstahl- und Verkehrsunfallanzeigen, als Ermittlungsorgan ist die Polizei auch für die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten und Bußgeldverfahren zuständig - die unliebsamen Vorgänge ihrer "Stammkunden" schlummern extra weit unten in dem Karteisystem ihrer Dienststelle und müssen dennoch regelmäßig herangezogen werden. Ob der Dienstposten ihres Kollegen nochmal besetzt wird steht noch nicht fest, dachte Nordweit, vier Jahre zuvor erst wurde eine freigewordene Planstelle abgebaut. Spätestens nach der Verabschiedung Ostendorfs in den Ruhestand braucht das Team der 4. Dienststelle Verstärkung. Wenn sich dann noch Kollegen krank melden, wie es während der gesamten Pandemiezeit immer wieder vorkam, werden Streifenfahrten und andere präventive Aufgaben im Revier zu Lasten der öffentlichen Sicherheit zwangsläufig zurückgefahren.
Die neue Woche begann jedenfalls relativ ruhig und das blieb auch so während der gesamten Streife durch ihr Revier.
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Der Checker gibt noch ein paar Hinweise zum Versteck.
Viel Spaß & Erfolg!

