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Ein Nachmittagsbummel auf den Reiting Traditional Cache

Hidden : 5/6/2022
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:


EIN NACHMITTAGSBUMMEL AUF DEN REITING 

 

Ein gewisser Arnold D. aus Wien schilderte im August 1902 seine Bergtour auf den Reiting. 
Beim ersten Versuch war er mit seinen Freunden von Gimplach aus aufgebrochen, wobei sie sich im Laufe ihres Aufstieges in den Felsen verstiegen hatten und umkehren mussten. Durch die Verzögerung kamen sie in der oberen Hälfte des Bechlgrabens in ein schweres Unwetter, machten kehrt  und kamen unversehrt, aber völlig durchnässt nach Hause. Bei einem weiteren Versuch, vier Tage später, strahlte die Sonne. Arnold, der in Leoben im Hotel Kindler genächtigt hatte, packte seine Sachen zusammen und zog diesmal alleine los. Er schilderte seinen Aufbruch in folgenden Worten: 

" Eiligst ließ ich meine treuen Bergschuhe einfetten, einen Thee aufgießen; dann steckte ich einen Speck, Brod und zwei Citronen in den Rucksack, würzte den Thee mit Zucker und Citrone und nahm meine Literflasch, die ich bis oben füllte, und schob sie in die Tiefe des abgebleichten Schnepfers. Dann übergab man mir noch eine Botanisiertrommel mit der Bitte, Kohlröserl und Almrausch mitzubringen.

Als ich bei Kindler rasch eine Stärkung zu mir nahm und, um meine Pläne gefragt, kühl antwortete: "Auf den Reiting habe ich es abgesehen," da wackelten die Herren bedenklich mit den Köpfen und sprachen von der Unmöglichkeit meines Vorhabens.

Der Zug hatte mich nach Trofaiach gebracht, es war 12Uhr 15 Minuten. Mit langen, gleichmäßigen Schritten zog ich durch die Felder, am Kehrhof vorüber zu einem kleinen Sattel und zu Lackmeiers Gasthaus. Wenige Minuten bergab gelangt man zu einer Wegtheilung,an der eine Kapelle steht. Links führt der Fahrweg nach Scharsdorf, rechts geht mein Pfad. ( Bis 1939 hieß Schardorf , Scharsdorf. Die Nazis fanden den Namen Scharsdorf nicht adäquat und änderten ihn.) Schon war ich in mein Tempo gekommen; lange Schritte, drei in zwei Secunden. Kaum achtete ich der Steine am Weg, denn mein Blick heftete sich an die Wände der Vordernbergermauer und des Reichensteins.Dann traf mein Auge auch die weißblinkende Wand des Reitings, die mein nächstes Zielobject war. Nicht lange dauerte es, so war ich im Walde. Schon vorher, auf einer Wiese war mein Rock im Rucksack verschwunden; auch die Hemdsärmel hatte ich weit zurückgestreift, die Stutzen hinabgestülpt bis zu den Risten. Im leisen Windhauche zitterte mein Haar, denn die Mütze barg ebenfalls mein weiter Rucksack. Steil zieht der Graben bergan, stets von einem Bächlein durchrauscht. Unweit des Ursprunges in ca. 1200m Höhe machte ich halt, um den köstlichen Tropfen hinabzuschlürfen, Gaumen und alles andere zu erfrischen, denn ungemildert durch Wolken sandte die Sonne ihre sengenden Pfeile herab. Fast 600 Meter war ich gestiegenund doch waren erst 65 Minuten verronnen, seit ich den Bahnhof verließ.

Zehn Minuten saß ich da. Einige Schnitten Speck zerkaute ich, trank mehrere Becher kalten Wassers, dann stieg ich wieder bergan, betrat die Scheide zweier Gräben- meines und eines in den Bechlgraben hinabziehenden -, steuerte auf die gegenüberliegende steile Seite zu und kletterte in der Falllinie hinauf. Eine einzige Stelle gab es, wo selbst meine Länge nicht ausreichte, um den hochgelegenen Stützpunkt, ein Tannenbäumlein, zu erreichen. Ein kleiner Sprung in die Höhe - die Hand hatte den Stamm erreicht und lustig ging es weiter zur Schneide hinauf. Dann grüßte bereits die lange Felswand herab und herüber; mehr fahrend als gehend gelangte ich über die steile Grashalde in den nächsten Graben und zur Wand. Einige Minuten sprang ich über das abgelagerte Geröll hinab, bis ich zu einer gegliederten Stelle kam. Da komm ich hinauf, und stetig ansteigend eilte ich dem Bechelgraben zu.

Inzwischen aber hatte sich das Bild des Himmels geändert; Graue und schwarze Wolkenfetzen jagten über den Reiting hin und ließen mich nichts Gutes ahnen. Unmuthig darüber stieg ich auf schlechtem Wege etwa eine halbe Stunde im Graben hinauf, bei einer kleinen Kletterstelle entfiel mir meine Botanisierbüchse, die ich mittlerweile dem Rucksack entnommen hatte; ich ließ sie liegen und nahm sie erst am Rückweg mit. Der Weg wurde immer schlechter und die Steigung nahm auch nicht merklich zu. So nahm ich kurzentschlossen die rechtsgelegenen Schroffen in Angriff und zu meiner Freude stand ich bald am Kamme und konnte leicht und mühelos zum Gösseck hinauf, das ich um 4 Uhr 38 Minuten nachmittags erreichte. (2215 Meter)"

Beim Abstieg kam Arnold in ein heftiges Gewitter: "Hinterher zog das grause Ungethüm, zuerst ruhig, drohend, dann öffnet es den Rachen, speite Feuer, grässlich erschallte sein Gebrüll, dumpf widerhallend an den Steilwänden. Die ganzen Felswände schienen mir herabzustürzen, so krachte es. Dann fing es zu schauern an. Schlossen, so groß wie Eier und so dicht wie eine Mauer, kamen herab. Ein paar Sprünge brachten mich unter ein dichtes Latschengebüsch, und hier kauerte ich, den Rucksack über den Kopf, wenige Minuten, aber Minuten des teuflischen Lärms. Ununterbrochen züngelte der Blitz nach den nahen Felszacken und unaufhörlich erdröhnte das Rollen des Donners.

Weiters stürzte ich, ohne Weg, an Felsabsätzen hinab, durch Kamine, und mir immer nach das Wetter. Endlich ward es ruhiger, nur in der Höhe lärmte es noch. Stetig rieselte der Regen herab und drang durch das Gewebe allmählich zur Haut. Eine Stunde hatte meine Flucht von der Spitze (2215 Meter) bis zum ersten Hause am Ende des Grabens (900 Meter) gedauert.

Nun wanderte ich langsam über Scharsdorf zurück nach Trofaiach.

Im Westen aber war es schon wieder blau und über das Wildfeld blitzten einige Sonnenstrahlen hohnlachend zu mir herüber und webten zwei herrliche Regenbogen, aus denen in goldiger Schrift mir die Worte entgegenzublitzen schienen: Per aspera ad astra

Das war der Nachmittagsbummel auf den Reiting.

 

Additional Hints (Decrypt)

Na qre Borefrvgr qrf Onhzfghzcsrf

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)