
RUISLEIPÄ - das kräftige finnische Grundnahrungsmittel
Obwohl ich schon seit über 12 Jahren in Österreich wohne, gibt es noch immer einige Sachen, die ich in meiner alten Heimat Finnland vermisse. Nach dem echten finnischen SALMIAKKI fehlt mir am meisten das schmackhafte, richtige ROGGENBROT.
Roggenbrot ist das Herzstück der finnischen Esskultur und hat einen starken symbolischen Wert. Brot und Getreide spielen sogar eine wichtige Rolle in den Geschichten des finnischen Nationalepos Kalevala.
Ein echtes, traditionelles finnisches Roggenbrot besteht aus nur drei Zutaten: Roggenmehl, Wasser und Salz. Die Seele des Brotteiges ist der Sauerteig-Starter (taikinajuuri oder Teigwurzel, wie wir Finnen den nennen), der auch nur aus Roggenmehl und Wasser zusammengesetzt ist. Die taikinajuuri sollte teilweise alt sein - bestenfalls bis zu jahrzehnte- oder sogar jahrhundertealt. Wenn man keinen taikinajuuri von früher zur Verfügung hat, dauert es etwa sechs Tage eine neue zu erzeugen. Aber je älter die Teigwurzel ist, desto besser schmeckt das Brot.
Die Form des traditionellen Roggenbrotes variiert je nach Lagerzeit. Brot, das frisch verzehrt wird, ist dick, und Brote, die lange aufbewahrt werden, macht man dünn. Früher aufbewahrte man die dünnen, runden Roggenbrote mit Loch in der Mitte monatelang in der Stube an einer langen Holzstange an der Decke hängend.
Heutzutage bäckt man natürlich Roggenbrot auch mit gemischtes Mehl, oder man gibt in den Teig z.B. verschiedene Körner und Samen. Manche verwenden sogar Hefe. Ich müßte eigentlich gar nicht erwähnen, dass es in Finnland unzählige verschiedene Sorten von Roggenbrot gibt.
Die Finnen essen am meisten Roggen auf der Welt, bis zu 16 Kilo pro Person und Jahr. 2017 wurde Roggenbrot zum finnischen Nationalgericht gewählt, und das Land feiert jedes Jahr am 28. Februar den Tag des Roggenbrotes.
Bilder: © Leipätiedotus ry