Der Groß-Gerauer Wasserturm ist 1928/29 errichtet worden und rund 45 Meter hoch. Er hat einen Durchmesser von 15,5 Metern. Das Wasserreservoir fasst 500 Cbm.
Der Wasserturm steht seit fast 100 Jahren am einstigen 'Galgenberg' und prägt die Silhouette der Kreisstadt. Der 'Galgenberg' wurde tatsächlich früher als Hinrichtungsstätte genutzt. Zeugnis dafür legten Funde um 1900 ab, die der Heimatforscher Wilhelm Hermann Diehl machte. Er entdeckte u. a. einen Klumpen Blei, der sich im Brustkorb eines Skelettes fand. Vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit wurden hier teils äußerst grausame Hinrichtungen vollzogen. So wurde Geldfälschern die Bleimünzen herstellten, flüssiges Blei eingeflößt.
Der Galgenberg bestand aus einer Sanddüne, die aber 1879 abgetragen wurde und die Basis für den Bahndamm der Strecke nach Frankfurt bildete. Leider wurden die meisten Funde aus dieser Zeit durch die beiden Weltkriege zerstört, aber die Überlieferungen und Aufzeichnungen geben ein spannendes Bild der lokalen Geschicht wider.
Der/dem Interessierten sei ein Besuch des Stadtmuseums empfohlen, im Stadthaus am Marktplatz gegenüber dem alten Stadtbrunnen.