
Die Peterskirche (Pfarrkirche St. Peter und Paul) thront hoch über der Neiße. Ihr geologischer Untergrund ist Grauwacke. Der östlichste und südlichste Aufschluss dieses ältesten Gesteins der Region befindet sich am Fuße der Peterskirche, nur wenige Meter von der Neiße entfernt.
Der Untergrund von Görlitz
Die Stadt Görlitz ist bezüglich ihres Untergrundes zweigeteilt. Nördlich der Linie Ochsenbastei, Neißstraße, Peterstraße, Heiliges Grab und weiter Richtung Girbigsdorf-Ebersbach wurde auf Grauwacke gebaut. Der größte Teil der Stadt Görlitz befindet sich jedoch südlich dieser Linie und steht auf Granodiorit (Biotit-Granodiorit aus dem Zeitalter des Kambriums).

Das Wort Untergrund ist wörtlich zu nehmen. Denn an der Oberfläche zu sehen sind diese Gesteine nur an sehr wenigen Stellen. Natürliche Aufschlüsse von Grauwacke findet man in Görlitz nur an den gegebenen Koordinaten und östlich des Alten Friedhofs. Granodiorit zeigt sich zum Beispiel im Stadtpark. Ganz im Südwesten der Stadt ragt unübersehbar die junge, im Tertiär entstandene Landeskrone aus Basalt auf.
Grauwacke
Unsere Grauwacke ist vor ca. 600 Millionen Jahren (im Präkambrium) entstanden. Sie ist damit das älteste Gestein in der Region.
Grauwacke ist ein Sedimentgestein. Es handelt sich um graue bis grüngraue Sandsteine. Das Gestein Grauwacke enthält die Bestandteile, die beim Abtragen eines damals existierenden Gebirges ins Meer transportiert wurden. Das sind hauptsächlich die Minerale Quarz, Feldspat, Glimmer, Chlorit und Karbonate. In einer feinkörnigen Grundmasse (Matrix) sind eventuell gröbere Bestandteile sichtbar.
Man geht davon aus, dass die Sedimentation in einem flachen Meer erfolgte. Dadurch kam es zu ungleichmäßigen und unterschiedlichen Materialeinträgen und Ablagerungen.
Unterscheidet sich eine Gesteinsschicht von der darunter liegenden und der darüber liegenden Gesteinsschicht deutlich, dann spricht man in der Geologie von einer Bank. Die Mächtigkeit einer solchen Bank reicht vom Zentimeter- bis in den Meter-Bereich.
Die abgelagerten Teilchen wurden verfestigt und unter hohem Druck/Temperatur umgeformt (Diagenese). Später verschwand das Meer. Mehrfach wirkten tektonische Kräfte, die unsere Grauwacke zu verschiedenen Zeiten verfalteten. Zunächst in der jungcadomischen Phase, später während der variszischen Orogenese.
Derartige Prozesse führten auch zu einer schwachen Schieferung. Unter hohen Drücken und Temperaturen kommt es zu einer energetisch optimalen Neueinregelung von Mineralen. Infolge dessen kann die Schieferung eine andere Richtung haben als die durch Ablagerung der Sedimente entstandene Schichtung. Neben Schieferungsflächen entsteht auch ein System von Kluftflächen.
Die Grauwacke unterhalb der Peterskirche ist undeutlich geschichtet. Sie weist einen Wechsel von dichten Grauwackenschiefern und feinkörnigen Grauwackenbänken auf. [3]
Wie schon erwähnt, gibt es in Görlitz und Umgebung nur wenige natürliche Aufschlüsse von Grauwacke. Regelrecht von Grauwacke eingekreist ist man bei einer Wanderung im Durchbruchstal der Gröditzer Skala.
Von dem Augenblick an, an dem die Grauwacke an die Oberfläche gelangt ist, wirkt die Verwitterung. Der Unterschied zwischen dem Inneren eines Gesteins und seiner Oberfläche verdeutlicht das Geschehen gut. Häufig ist die Oberfläche rostbraun durch Eisenoxide verfärbt.
Die Situaton vor Ort
Die Grauwacke am Fuße der Peterskirche zieht sich über die gesamte Breite des Fotos und leicht darüber hinaus hin. Sie reicht vom Erdboden bis in eine geschätzte Höhe von sechs Metern.

Auf den ersten Blick erscheint alles wie ein wirres Durcheinander an einer grauen Felswand. Sieh dir das Ganze erst einmal in Ruhe an. Gehe dann zu dem kleinen Abschnitt auf der rechten Seite unterhalb des zweiten Torbogens (Pfeil im Foto). An diesem nur etwa eineinhalb Meter hohen Teilstück haben wir klar definierte Bedingungen, so dass es kein Wirrwarr bei der Beantwortung der Fragen geben sollte.
Aufgaben/Fragen
1. Wie sieht das Gestein hier (im kleinen rechten Teilabschnitt) aus?
(A) glatt mit klar erkennbaren Schichten
(B) wie eine Treppe nach oben gestuft
(C) wie Dachziegel nach unten gestuft
Es ist
(d) von links unten nach rechts oben in einem Winkel von ca. 25 Grad geneigt
(e) von links oben nach rechts unten in einem Winkel von ca. 25 Grad geneigt
Gib als Lösung jeweils einen großen und einen kleinen Buchstaben an.
2. Wenn wir als Bank zusammenhängende Bereiche von mindestens sechs Zentimeter Dicke betrachten – gibt es im rechten Teilabschnitt Banken?
Wenn ja – gibt es unten oder oben mehr?
3. Berühre die Grauwacke. Ist sie eher fest oder bröckelt sie ab? Liegen viele Grauwackesteine am Boden herum?
4. Für diese Frage betrachte bitte nicht nur das kleine Teilstück, sondern den gesamten Abschnitt mit Grauwacke, auch rechts und links des zweiten Torbogens.
Welche Farbe außer grau kannst du an der Grauwackenoberfläche noch erkennen?
Welches Element ist für diese Färbung verantwortlich?
Natürlich freuen wir uns über Fotos, gern auch aus dem Umfeld! Aber bitte nicht spoilern.
Bitte sendet eure Antworten über das MessageCenter - dort geht nichts verloren. E-Mail geht auch, wenn ihr zeitnah loggt.
Bei Gruppen genügt eine Antwort über das MessageCenter. Schreibt dann aber bitte im Log, wer die Antwort gesendet hat.
Danach könnt ihr sofort loggen. Wir melden uns, wenn etwas nicht stimmen sollte.
Wir wünschen euch viel Freude und Erfolg mit diesem Earthcache! Die Peterskirche und Görlitz sind immer einen Besuch wert!
Tasks/Questions
1. What does the rock look like here (in the small section on the right)?
(A) smooth with clearly discernible layers
(B) Stepped up like a staircase
(C) stepped down like roof tiles
It is
(d) tilted from bottom left to top right at an angle of about 25 degrees
(e) Tilted from top left to bottom right at an angle of approximately 25 degrees
Write a capital letter and a small letter as the solution.
2. If we consider contiguous areas at least six centimeters thick as a bank, are there banks in the right subsection? If yes – is there more below or above?
3. Touch the greywacke. Is it rather solid or does it crumble? Are there many greywacke stones lying around on the ground?
4. For this question please consider not only the small section, but the entire section with greywacke, also to the right and left of the second archway.
What color other than gray can you see on the greywacke surface?
Which element is responsible for this coloring?
Of course we are happy about photos, also from the environment! But please no spoilers.
Vielen Dank an hiuppo für die Formulierungen in polnischer Sprache!
Wielkie dzięki dla hiuppo za sformułowanie w języku polskim!
Zadania/Pytania
1. Jak tutaj wygląda skała (w małym odsłonięciu po prawej)?
(A) gładka z wyraźnie dostrzegalnymi warstwami
(B) Wspina się jak schody
(C) nakłada się jak dachówki
To jest
(d) przechylony od lewego dolnego do prawego górnego rogu pod kątem około 25 stopni
(e) Przechylony od lewego górnego rogu do prawego dolnego pod kątem około 25 stopni
Napisz wielką literę i małą literę jako rozwiązanie.
2. Jeśli weźmiemy pod uwagę przyległe obszary o grubości co najmniej sześciu centymetrów jako brzeg, czy są brzegi we właściwym podrozdziale?
Jeśli tak – czy jest więcej poniżej czy powyżej?
3. Dotknij szarogłazu. Czy jest raczej solidny, czy kruszy się? Czy na ziemi leży wiele kamieni szarogłazowych?
4. W przypadku tego pytania proszę wziąć pod uwagę nie tylko mały odcinek, ale cały odcinek z szarogłazem, również po prawej i lewej stronie drugiego łuku.
Jaki inny kolor niż szary widzisz na powierzchni szarogłazów?
Który pierwiastek odpowiada za tę kolorystykę?
Oczywiście cieszą nas zdjęcia, także.
Literatur
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Grauwacke
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Schieferung
[3] Andreas Gerth, Reise in die Erdgeschichte, Teil 1, Oberlausitzer Verlag
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Bank_(Petrologie)
Karte: eigenes Archiv; Kartenquelle: OpenStreetMap
Fotos: eigenes Archiv