Im Land der Vergessenen
Hier im Dessau-Wörlitzer Gartenreich gab es einst viele Gärten. Einige werden bis heute gehegt und gepflegt, andere wurden aufgegeben und vergessen. Da wächst mir doch gleich wieder ein Zapfen.
Zwischen den großen Wassern, an der Kreuzung zwischen Jagdbrücke und Wallwitzburg, dort beginnt mein kleines, verwunschenes Reich. Wer mich finden will, Der folge dem gefiederten Weg etwa 800 Schritte watschelnd gen Süden bis Er einen Wall zu seiner Linken erreicht. Diesen muss Er überwinden und sein Reittier, falls vorhanden zurücklassen, denn hier beginnt ein ururalter Pfad. Nach etwa 270 Zwergenschritten, wenn sich der Weg Richtung Osten verliert und Er schon glaubt, es ginge nicht weiter, wende Er sich nach Norden und folge dem Pfad noch etwa 200 Elfensprünge zwischen Apfel- und Birnbäumen hindurch.
Bei den Hügeln da stehe Ich und wache über alle Vergessenen, die mich liebevoll pflegen.
Und wenn Er mich gefunden hat, umkreise Er den Berg im Uhrzeigersinn und Ihm wird mein großer Bruder auffallen. Sieht Er ihn denn nicht? Dann muss ich Ihm wohl die Richtung weisen. Er ist weicher als ich und redet nicht viel, beherbergt aber Helga und Werner, die Hüter des Buches der Sich-Erinnernden und ihr scheues Völkchen. Der Weg zu ihnen ist steinig und dornenreich, daher lassen die beiden den Schlüssel stets stecken.
P.S.: Im Text wurde nur die männliche Form des Finders genutzt, um die märchenhafte Atmosphäre nicht zu stören. Die weiblichen Sucher sind natürlich genauso angesprochen. Dies stellt keine Diskriminierung dar.