Eröffnet wurde die Nordbahn 1902: Die Strecke Borken-Burgsteinfurt war knapp 55 Kilometer lang, die in Stadtlohn abzweigende Stichbahn nach Vreden neun Kilometer. Anschluss an die Staatsbahn gab es in Borken, Ahaus und Burgsteinfurt. Der Fuhrpark bestand kleinbahntypisch anfangs aus kleinen C-Kupplern und zweiachsigen Waggons, in den 30er bis 50er Jahren kamen dann noch Triebwagen und gebraucht erworbene T9.3 zum Einsatz. Ende der 50er Jahre übernahmen hauptsächlich kleine zweiachsige Deutz-Stangendieselloks die Zugförderung der Güterzüge.
Im Güterverkehr diente die Bahn fast ausschließlich der Landwirtschaft, der Personenverkehr war stets bescheiden: Schon 1958 wurde der Vredener Ast auf Busbetrieb umgestellt, die Hauptachse folgte 1962. Lediglich ein DB-Heckeneilzug wurde noch bis 1975 einmal täglich über den Abschnitt Borken-Ahaus geführt. Mit dem Ende des Heckeneilzugs wurde auch der Güterverkehr nördlich von Stadtlohn aufgegeben, lediglich zwischen Ahaus und Nienborg-Heek diente das Gleis bis 1987 noch als Anschlussgleis für eine Autobahnbaustelle bzw. bis heute als Anschluss zum Atommüll-Zwischenlager bei Ahaus.
Der Güterverkehr Borken-Stadtlohn-Vreden wurde bis 1984 noch in Eigenregie der WLE betrieben, anschließend übernahm die DB noch ein paar Jahre die Bedienung. 1988 wurde der Restverkehr eingestellt und die Strecke umgehend komplett abgebaut.
Da die WLE-Nordbahn nie ein eigenständiger Betrieb war, sondern immer nur ein Nebenbetrieb in einer dünn besiedelten, nahe der niederländischen Grenze abgelegenen Gegend, zählt sie zu den eher unbekannten Kleinbahnen und stand sie trotz ihres vergleichsweise langen Daseins selten im Fokus von Eisenbahnfreunden. Als Literatur stand mir daher nur der entsprechende Wolff-Band zur Verfügung sowie der Wikipedia-Artikel.
(Quelle: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?3,7503214)
Man kann auf der ehemaligen Trasse der Bahn durch Metelen fahren. Hier und da ist noch eine Schranke oder ein Bahnsignal zu sehen. Der Cache ist bei der ehemaligen Eisenbahnbrücke versteckt.