#14 Draug
Taggebannter – Untoter – Ghast

Viele unerlöste Geister, Spukgestalten und Wiedergänger suchen eigentlich nur ihren Seelenfrieden. Das Verbrechen, das zu ihrem Tod geführt hat, soll aufgeklärt oder ihre zu Lebzeiten begangenen Sünden vergeben werden. Der Draug hingegen ist der Geist eines verstorbenen bösen Menschen, der - erfüllt vom Hass gegen alles Lebende – auch nach seinem Tod weiter Angst und Schrecken verbreitet.
Meist hält sich der Draug im Verborgenen auf. Aber wenn er sich zeigt, kann man sehen, dass er jeden menschlichen Zug verloren und sich in ein Geschöpf verwandelt hat, das noch unendlich viel grausiger ist als der Sünder, der er zu Lebzeiten war. Drauge sind große, monströse Wesen, oft mit Krallen und scharfen Zähnen und so schwarz, als wären sie direkt dem Höllenfeuer entstiegen. In manchen Darstellungen sind sie hoch wie Tannen.
Wer nachts einem Draug begegnet, wird von einer schlimmen Krankheit befallen und sozusagen vom Draug erdrückt. Denn das unsichtbare Schreckenswesen saugt einem alle Lebenskraft aus. Es kommt auch vor, dass es Menschen auffrisst, aber meistens nur solche, die direkt oder indirekt an seinem Tod beteiligt waren.
Der Draug wohnt oft in einem Baum oder einem Steinhügel in der Nähe eines Platzes, wo er zu Tode gekommen ist. Kehrt er nicht rechtzeitig vor Sonnenaufgang in seine Behausung zurück, ersarrt er an der Stelle, wo er sich gerade befindet, unsichtbar fürs menschliche Auge. Dort muss er bis zum Sonnenuntergang verharren. Stößt man mit so einem unsichtbaren taggebannten Wesen zusammen, kann dies furchtbare Konsequenzen haben.