Revitalisierungsprojekte am Rom
Bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde die Romebene bei Müstair bei Hochwasser regelmässig überflutet. Als Folge des steigenden Siedlungs- und Nutzungsdruckes nahm in der Bevölkerung der Wunsch zu, sich vor dem Rom zu schützen. Man beschloss, den Fluss teilweise zu begradigen und die Ufer mit umfangreichen Massnahmen zu sichern. Anfang der 70er Jahre war der Rom vollständig kanalisiert. Das verhin- derte zwar Überschwemmungen, zog aber erhebliche Unterhaltskosten nach sich. Ausserdem war der Rom in diesem knapp 3 km langen Teilstück ökologisch sehr beeinträchtigt. Daher einigte man sich 1994 auf eine nachhaltige Lösung. So wurden bis 2003 sechs Gerinneaufweitungen mit einer Gesamtlänge von über 1 km realisiert.
Das gesamte landschaftliche Erscheinungsbild ist dadurch deutlich aufgewertet worden. Die naturnahen Ufersicherungen, die flachen Böschun- gen, die teilweise verzweigten Flussläufe mit ihrer flussmorphologischen Vielfalt sowie die gelungene Integration des Spielplatzes in die neue Flusslandschaft lassen auch den Menschen den Fluss wieder als solchen erleben.
(aus: "A la riva dal Rom – ein Fluss schreibt Geschichte" - https://www.val-muestair.ch/sites/valmuestair/files/2021-05/2021_A%20la%20riva%20da%20Rom_web.pdf)