"Donaustrand" erinnert an die Kindheit
Aus dem Archiv des "Donaukurier" 10.08.2009 | Stand 03.12.2020, 4:44 Uhr
Neuburg (r) Ab sofort gibt es in Neuburg einen offiziellen "Donaustrand". Stadtingenieur Paul Leikam hat zusammen mit eine Gruppe tatkräftiger Bürger am Nordufer eine kleine Liegewiese (mit Sand) anlegen und die zugewachsenen Böschungen abflachen lassen.
Als "Geheimtip" ist diese Stelle zwischen Furt und Ringmeierbucht den Donauliebhabern ohnehin bekannt. Nun sind die Ufer zugänglicher und familienfreundlicher geworden. Außerdem hat der Baggerführer der Firma Schad versucht, mit seiner Schaufel größere Steine aus dem Flachwasser zu räumen, um den "Eingang" in die Donau zu erleichtern. Die ganze Aktion – von Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt genehmigt – dient eigentlich nur dazu, den Donauschwimmern – die ohnehin gerne im Fluss baden – in den großen Ferien attraktive Uferstellen anzubieten.

Der nahe Camper- und Wohnwagenplatz auf der Schlösslwiese passt ganz gut zum Donaustrand. Eine Gruppe Wohnmobilisten aus Erlangen ging prompt als erste baden und zeigte sich sehr angetan von der guten Gelegenheit. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling bedankte sich bei den engagierten Arbeitern wie Georg Moggl, Fritz Müller, Horst Schwark, Heinz Polifke und Gunter Weinrich. Die Hauptsache lieferte Firmenchef Karl Schad, als er einen Bagger zur Verfügung stellte und über 50 Tonnen Sand mit Kippern heranbrachte.
Die Idee, einen Donaustrand anzulegen, stammt von der Jungen Union, die auch die Betreuung übernehmen will. Elfriede Müller (CSU) hatte den Antrag mehrfach im Stadtrat gestellt. Das staatliche Gesundheitsamt steht der Aktion eher ablehnend gegenüber, weil es regelmäßig vor dem Baden im Fluss warnt.
Echte Donauschwimmer lassen sich davon nicht abhalten. Alte Neuburger wie Zahnarzt Paul Glogger schwimmen im Sommer regelmäßig ihre Strecke im Fluss. Wenn sie die Donauströmung ihrem Ziel entgegenträgt und die Uferbäume vorbeiziehen, erinnert das nostalgische Bad an die eigene Kindheit.
Viele Neuburger haben selbstredend an den Kiesbänken der Donau das Schwimmen gelernt. Immer weiter wagte man sich in den Strömung des glasklaren Flusses, dessen Kiesel das bekannte "Donaurauschen" erlebbar machten. Man musste dazu nur ein Ohr ins Wasser heben – oder ganz untertauchen.
Mit der Herrlichkeit war es vorbei, als ab 1968 der Freistaat über die Rhein-Main-Donau AG die Staustufen bauen ließ. Sie erzeugen jede Menge Bahnstrom, degradierten aber den strömenden Fluss zu einer Kette verschlammter Stauseen. Reste der einst so beliebten Kiesbänke tauchen heute wieder auf.