Advent im Kreis Heinsberg 2022
3. Türchen
Die Geschichte von Elsa und Tilda

Ho ho ho, liebe Cacher,
die Cacher im Kreis Heinsberg
wollen sich dieses Jahr
nach längerer Pause wieder
die Zeit bis Weihnachten versüßen.
Und da Schokolade schlecht für die Zähne ist
wurde nach dem Motto
„ A Cache a Day keeps the Doctor away“
wieder ein Adventskalender eingerichtet.
Die Dosen sind über den ganzen Kreis Heinsberg verteilt.
Notiert euch die Bonuszahl; ihr braucht sie um den Bonus zu berechnen.
Eine schöne Adventszeit Euch allen im Kreis Heinsberg und
Umgebung wünschen die
HS-Weihnachtshelfer!
Nochmal...denkt an die Bonuszahl für die "Socke". Sonst wird's schwer mit der Bescherung, ähm, dem Bonus. Jetzt aber los...
Die Adventszeit ist die beste Zeit, um Geschichten zu erzählen.

Phil besitzt natürlich ein großes Buch mit Geschichten aus unserer Gegend. Hört euch also die folgende winterliche Geschichte an…
Die Geschichte von Elsa und Tilda
Vor langer langer Zeit stand am Rande des Ortes Kempen eine Ritterburg. Die Burgherrin und der Burgherr hatten zwei Töchter, Elsa und die kleine Mathilda, die von allen nur Tilda genannt wurde. Nun denkt ihr vielleicht, so ein Leben als Burgfräulein ist doch ein großer Spaß, das ist ja fast wie Prinzessin! Leider war das nicht so. Elsas und Tildas Eltern hatten vor einiger Zeit verreisen müssen und waren bisher nicht zurückgekehrt. Der Verwalter der Burg sagte, sie seien wohl gestorben. Elsa und Tilda glaubten das zwar nicht - aber Monat um Monat, Jahr um Jahr verging und ihr Vater und ihre Mutter kamen nicht zurück.
Das Leben auf der Burg wurde immer grauer und trister. Der Verwalter war ein hartherziger Mensch. Er hatte nichts übrig für Musik und Freude und schickte alle Spielleute, die damals mit ihren Fideln, Harfen und Dudelsäcken über die Dörfer zogen, schimpfend davon. Es machte ihm nichts aus, wenn seine Leute, wenn sie Langeweile hatten, mit Steinen nach den Vögeln und den Eichhörnchen auf den Dächern oder den Kaninchen in den Wiesen warfen. Manchmal machte er sogar mit. Elsa und Tilda konnten protestieren, wie sie wollten, man hörte nicht auf sie. Und so blieb ihnen nichts übrig, als morgens von ihrem Frühstücksbrot heimlich etwas abzubrechen und es auf ihre Fensterbank zu krümeln, um ein wenig nett zu den Tieren zu sein.
Nicht einmal der Burggeist war freundlich. Nein, das war ein grober Kerl, der nur mit Ketten herumrasseln konnte und schauerlichen Lärm veranstaltete.
Wenn die Mädchen an ihre Eltern dachten, wurden sie noch trauriger. Zu Elsa und Tilda war eigentlich nur die alte Lene wirklich nett, die in der Küche arbeitete. Die Arbeit dort war hart und Lene hatte nicht viel freie Zeit, aber manchmal setzte sie sich zu den Kindern und erzählte ihnen wunderbare Geschichten über die Elfen und Zwerge im Bruchwald nahe der Burg. Ein Bruchwald ist ein Wald voller Seen, Teichen und Wasserlöchern, das war in unserer Gegend früher sehr häufig so. Da es für Menschen sehr schwierig ist, einen Bruchwald zu betreten, ohne ins Wasser zu fallen, ist er ein idealer Ort für Elfen und Zwerge. Und Lene kannte alle die Geschichten darüber.
Irgendwann entschied aber der Verwalter, dass Lene nicht mehr stark genug für die Arbeit auf der Burg sei und entließ sie. So zog sie zu ihrer Familie, die in der Nähe des Bruchwaldes wohnte. Jeden Tag wanderte Lene von nun an durch den Wald in die Stadt. Dort ging sie zum Markt, um Körbe zu verkaufen, die die Familie aus den Zweigen und Rinden des Bruchwalds herstellte. Wenn sie abends im Dunkeln zurück gehen musste, fürchtete sie sich sehr, in ein Wasserloch zu fallen. Verständlich, nicht wahr?
Das Leben auf der Burg wurde noch grauer und hartherziger, nachdem Lene weg war. Schließlich hielten es Elsa und Tilda nicht mehr aus und beschlossen, davon zu laufen. Heimlich verließen sie an einem kalten Winterabend die Burg. Über den Teichen des Bruchwaldes, die gerade anfingen zuzufrieren, zog Nebel auf, der Mond kam hervor und die Eiskristalle auf den Ästen der Bäume glitzerten wie 1000 Kronleuchter. Das sah wunderschön aus. Elsa und Tilda hatten aber nicht wirklich darüber nachgedacht, wohin sie eigentlich gehen wollten, sie wollten erstmal nur weg aus der grauen Burg. Nun bekamen sie doch Sorge – würden sie womöglich noch in ein Wasserloch fallen?

Da hörten sie eine leise Stimme. „Keine Angst, keine Angst“, piepste ein dick aufgeplustertes Rotkehlchen, „alle Tiere im Bruchwald werden euch beschützen, weil ihr uns auch immer beschützt habt.“ „Folgt mir!“ rief schon ein Kaninchen im dicken Winterpelz, „Ich kenne den Weg durch die Teiche.“ Es hoppelte los und die Mädchen folgten. Der glitzernde Bruchwald sah wunderschön aus und sie brauchten sich keine Sorgen mehr zu machen, ins Wasser zu fallen.

Das Kaninchen führte sie sicher zu einer Lichtung im Wald, die vor lauter Eis ganz weiß war – und was war das? Dort machte ein Orchester aus Eichhörnchen Musik (sie sind mit ihren kleinen Pfötchen sehr geschickt) und eine Gruppe Elfen und Zwerge tanzte im Mondlicht.
Sie klatschten in die Hände, drehten sich und hatten großen Spaß. „Macht mit, kommt her!“ rief einer der Zwerge, „das ist nicht schwer. Brummelchen heiß ich und dass ihr gute Menschen seid, weiß ich!“ Rasch waren Elsa und Tilda mittendrin im Tanz – sie vergaßen die graue Burg und konnten endlich einmal richtig fröhlich sein. Der Mond leuchtete zufrieden über die eisige Lichtung und ließ die Eiszapfen funkeln.
Ihr ahnt es: Elsa und Tilda setzten ihre Flucht aus der Burg gar nicht weiter fort. Sie blieben im Bruchwald bei den Tieren, Elfen und Zwergen. Sie lernten die Wege durch die Teiche und Wasserlöcher kennen und übernahmen bald eine wichtige Aufgabe: wenn ein guter Mensch wie die alte Lene nachts durch den Wald ging, leuchteten sie mit einer kleinen Laterne, damit niemand ins Wasser fiel. Sie gaben sich niemals zu erkennen, denn wenn irgendjemand von dem Elfenreich im Bruchwald erfahren hätte, wäre es mit dem friedlichen Leben dort wohl schnell vorbei gewesen. Lene erkannte Elsa und Tilda eines Abends aber trotzdem – sie freute sich sehr, dass es den Mädchen gut ging und erzählte natürlich niemandem etwas. So dachten alle anderen Menschen, dass es im Bruchwald wohl spuken würde. Das war Elsa und Tilda sehr recht – der Verwalter der Burg gab die Suche nach ihnen jedenfalls sehr schnell auf und sie konnten in Ruhe bei den Tieren, Elfen und Zwergen leben.
Heute gibt es die Burg nicht mehr und auch von dem Bruchwald ist fast nichts mehr übriggeblieben. Die Felder dort heißen aber immer noch Elsbruch (das ist sogar eine Straße) und Tildsbruch oder Telsbruch. Seit über 300 Jahren steht in den Feldern ein Wegkreuz, an dem die Menschen innehalten, wenn sie unterwegs sind.
Und vielleicht findet ihr ja einen Korb von Lene und die Laterne von Elsa und Tilda. Passt aber auf...nicht in ein Wasserloch fallen.
(frei nach Motiven aus „Die Sage vom Elsbruch und Tilsbruch“ von Jakob Jakobs, gefunden auf www.rurkempen.de)
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Zum Cache.
Wenn Ihr am Lago Laprello parkt, ist es ein Spaziergang von mindestens 2,5 Kilometern. Kürzer ist es von der L230 oder von Eicken aus - aber bitte Acht geben, dass die Anwohner nicht belästigt werden.
An der ersten Station findet Ihr das Wegkreuz. Wann wurde es wahrscheinlich errichtet?
Die zweite Ziffer plus 1 ist A.
Die dritte Ziffer minus 1 ist B.
An der zweiten Station findet Ihr einen Korb, den Lene einmal im Wald verloren hat. Dort sind die Informationen zu C und D versteckt. Bitte platziert den Korb wieder so, wie ihr ihn gefunden habt.
Am Final findet Ihr die Laterne von Elsa und Tilda. Die Koordinaten sind N 51° 5.2CA' E 6° 5.BD0'. Passt auf Wassergräben und -löcher auf und denkt an den Bonus.
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Update 11.01.2023: Die Original-Objekte wurden gegen witterungsbeständige Dosen ausgetauscht und der Hint angepasst.
Wo die Ritterburg ungefähr stand, findet ihr heute übrigens den Cache GC92HGD.
Habt Ihr daran gedacht, euch die Infomation für den Bonus zu notieren? Welche Nummer hat die 'Socke'?