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Rötelgrube Troschenreuth EarthCache

Hidden : 10/7/2022
Difficulty:
4 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Mit dem Ort Troschenreuth ist eine besondere Art von Bergbau verbunden. Seit dem Mittelalter wurde hier sogenannter Rötel, eine Farberde, abgebaut. Der Tagebaubetrieb wurde eingestellt. Die ehemalige Grube wurde zwar zugeschüttet, Bodenproben können aber noch angeschaut und untersucht werden. Der Ort ist frei zugänglich. Eine Infotafel vor Ort erklärt den Abbau des Troschenreuther Rötels. Für den Earthcache benötigt ihr die Infotafel nicht. Es reicht das Listing und eure Beobachtungsgabe. 

Wichtiges bevor ihr euch auf den Weg macht: Ihr benötigt ein kleines Gefäß, eine Schippe oder Löffel o.ä., eventuell Handschuhe- wenn euch die Färbung an euren Händen stört. Bei feuchter Witterung kann die rote Erde auch stärker an euren Schuhen haften. Bei Schnee werdet ihr nichts mehr sehen. 

 

ROT - Eine Farbe der Erde

Abbau Grube Troschenreuth, Foto: Hartmann, TU München

 

Rötel - der rote Ocker und seine Zusammensetzung

Der Begriff Rötel wird abgeleitet von der Farbe Rot. Als Ocker werden Farbtöne von hellgelb, braun bis rot bezeichnet. Rötlich gefärbte Ocker nennt man auch Rötel. Rötel ist also im Prinzip eine rote Varietät von Ocker, welcher anstelle von Eisenoxidhydrat wasserfreies Eisenoxid enthält und nicht gelb bis braungelb, sondern rot gefärbt ist. Diese roten Farberden sind Gemenge aus Ton und fein verteiltem Hämatit. Das Eisenoxid Hämatit ist im Volksmund auch als Roteisenstein oder "Blutstein" bekannt. Die Kanten dünner Hämatitsplitter zeigen unter der Lupe ein tiefes leuchtendes Rot. Diese Eigenfarbe des Hämatits kommt demnach nur bei sehr geringen Korngrößen voll zur Geltung. Der Eisengehalt des Rötels kann bis zu 32 Prozent betragen. Wie Limonit, ein Gemenge aus wasserhaltigen Eisen-Hydroxiden, kommt auch Rötel oft in Form von Konkretionen (oft rundliche Mineral-Aggregate) vor bzw. häufig als Füllung von solchen.

Rötelgrube Troschenreuth

Mitteleuropas ergiebigste Rötelvorkommen befinden sich in der nördlichen Frankenalb in Bayern. Auf einem Areal von 500 Quadratkilometern ist ein intensiv gefärbter Tonhorizont verbreitet. Die 1. bekannte Aufzeichnung über Troschenreuther Rötel stammt aus dem Jahre 1790. Der qualitativ hochwertige Rötel, das sogenannte „rote Gold“, findet als Pigment Verwendung. Während früher im Untertagebau aus Stollen und aus einem Schacht (mittels einer Winde) gefördert wurde, stellte man 1958 auf Tagebau um. Vor allem in der Umgebung von Troschenreuth wurde über 350 Jahre lang der "Troschenreuther Rötel" gewonnen. Diese ehemalige Grube war noch bis vor wenigen Jahren in Betrieb.

Rötel wurde seit vielen tausend Jahren bereits in der Höhlenmalerei benutzt. Das rote Gemisch wurde als Heilmittel verwendet sowie als Gegengift bei Schlangenbissen benutzt. Auch gemischt als Schutzanstrich für Schiffsplanken wurde er verwendet und in Form von Skizzierstiften, welche ähnlich Kreidestiften aus der roten Tonerde herausgeschnitten wurden und sich hervorragend zum Zeichnen eignen.

Die Entstehung des Rötels

Geologisch gesehen liegt das Vorkommen des Troschenreuther Rötels in den Schichten des Braunen Jura (Dogger). Der Dogger besteht hauptsächlich aus braunen Eisensandsteinen, in denen sich auch Roteisensteinlagen befinden. Bei Pegnitz erreicht die Rötelschicht eine Mächtigkeit von 3 Metern und liegt 10 bis 12 Meter unter der Schichtobergrenze des Dogger-Sandsteins. Durch diese Position in der Schichtenfolge kann das Alter des Rötels auf 145 Millionen Jahre geschätzt werden. Die Bildung der Rötelschicht ist noch umstritten. Wahrscheinlich wurden feinste Schwebeteilchen mit Flüssen in die Lagerstätten transportiert. Die feinstkörnige Suspension aus Eisenoxiden, Quarz, Ton und Feldspat lagerte sich ohne deutliche Schichtung ab.

 

Munsell Farbskala

Auch in der Bodenkunde wird das Munsell-Farbsystem verwendet, um Farbe eindeutig zu bezeichnen. Nach dem Konzept von Munsell sind die Farben nach den drei für die Farbbeschreibung möglichen Variablen geordnet und werden in einem Buchstaben-Zahlen-Code dargestellt.

  • 1. Farbton (engl. Hue)
  • 2. Farbhelligkeit bzw. Grauwert (engl. Value)
  • 3. Farbtiefe bzw. -sättigung (engl. Chroma)

Der Farbton, der einem Ausschnitt aus dem sichtbaren Spektrum des Lichtes entspricht, wird auf einer Tafel dargestellt. Jede Tafel ist, wie im Bild zu sehen, nach Value (senkrecht) und Chroma (waagerecht) gegliedert.
Munsell wählte fünf Hauptbunttöne:

Rot/Red (R)
Gelb/Yellow (Y)
Grün/Green (G)
Blau/Blue (B)
Purpur/Purple (P)

Zwischenbunttöne unterteilen die wahrnehmbaren Farbnuancen weiter, z.B. YR (Gelb-Rot). Die Farbhelligkeit (Value) reicht von Weiß bis Schwarz, so ergibt sich dann eine 10-teilige Grauskala.

Zum besseren Verständnis sei als Beispiel die Farbe 2,5P 4/14 (siehe Pfeil in der Grafik) erklärt. Solche Farben werdet ihr hier natürlich nicht finden, aber ihr könnt das System verstehen lernen :

ein Purpur (Purple)- oberer Pfeil=2,5P, welches eine mittlere Helligkeit von 4 hat (Zahlen der Graustufen links) und eine Sättigung (Chroma, unterer Pfeil) von 14.

 

Nun aber zu den Farben, welche möglich sind. Dazu habe ich einige Seiten der Munsell- Farbskala für euch heraus gesucht.
 

 

Abb. Farbskalen: Munsell Color Chart App

 

Nach der Theorie geht's nun zum praktischen Teil. Schaut euch die gesamte Fläche der Rötelgrube an, untersucht die Farberde und beantwortet dann vor dem Loggen folgende Fragen!

1. Beschreibt die Beschaffenheit des Bodens, seine Körnigkeit und Formbarkeit!

2. Kommt der Rötel nur fein verteilt im Ton vor oder auch in Form von Konkretionen?

3. Nehmt eine Bodenprobe an einer Stelle der alten Grube, die euch besonders rot erscheint. Jetzt dürft ihr euch mal in die Höhlenmaler vergangener Zeiten hinein versetzen und selbst kreativ werden. Benutzt den Rötel als Farbe! Ob ihr damit eure Haut, ein Blatt Papier, Stein oder Ähnliches bemalt bleibt eurer Phantasie überlassen.

4. Jetzt, wo ihr die Farbe benutzt habt, sollt ihr auch noch den genauen Farbton bestimmen. Benutzt dazu die 4 vorgegebenen Tafeln des Munsell-Farbsystems im Listing und macht eine genaue Farbangabe nach dem System!

5. Hängt ein Foto von eurer Malerei an euren Log!

Schickt eine Mail mit euren Antworten an mich! Nach dem Absenden der Antworten könnt ihr gleich loggen. Falls etwas nicht in Ordnung ist, melde ich mich. Ihr braucht nicht die Logfreigabe abwarten! Ich wünsche euch viel Spaß bei dieser geologischen Entdeckungsreise!




 

Quellen: Guenter-Grundmann/publication/264156561 Rote Erden - Bayerns letzte Rötelgrube, mineralienatlas.de, wikipedia

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