Eisenmineralien beim Bocketal
Dieser Earthcache zeigt euch zwei verschiedene Vorkommen von Eisenmineralien im Bocketal bzw. oberhalb davon. Dazwischen liegen ein paar Meter sowohl in der Entfernung als auch in der Höhe. Die können auf guten Wegen zurückgelegt werden, gutes Schuhwerk ist hier dennoch nicht übertrieben.
Wenden wir uns erst einmal der flüssigen Form des Eisenvorkommens im Bocketal zu. Dazu begebt euch bitte zu den Listingkoordinaten.
Die Eisenquelle im Bocketal
Eisen im Wasser? Kann man das sehen? Streng genommen nicht, denn was ihr hier tatsächlich seht, ist Rost. Aber eins nach dem anderen, erst mal stellt sich ja die Frage, wo das Eisen überhaupt herkommt.
Eisen ist ein sehr häufiges Element und ist nach dem Aluminium mit einem Anteil von 6 Prozent das zweithäufigste Metall in der Erdkruste. Dort wird es in der Tiefe durch saures, sauerstoffarmes Wasser (die Säure stammt aus dem dort vorhandenen CO2) als farblose Fe2+-Ionen ausgewaschen. Steigt das Wasser nun zur Quelle auf und gelangt an die Oberfläche, sinkt der Druck, das CO2 entweicht, und es tritt Luftsauerstoff hinzu. Die Fe2+-Ionen werden zu Fe3+-Ionen oxidiert und bilden mit dem Sauerstoff Eisen-(III)-oxid, auch Eisenocker oder "Rost" genannt. Erst dieser färbt das Wasser und lagert sich entlang des Quelllaufs ab. Das kannst du hier eindrucksvoll schon von der Brücke aus sehen.

Warum gibt es gerade hier eine Eisenquelle? Die Quelle selber ist nicht natürlichen Ursprungs, sondern ist erst 1945 durch einen gefallene Bombe entstanden. Ohne diese menschliche Einwirkung würde das Wasser sicherlich auch aus dem Boden quellen, aber vermutlich an einer anderen Stelle.
Bevor ihr zum zweiten Eisenvorkommen am Blücherfelsen geht, notiert euch hier bitte die ersten zwei Antworten. Die Antwort auf die erste Frage findet ihr vor Ort auf der Informationstafel. Macht bitte ein Foto von euch oder einem persönlichen Gegenstand vor der Brücke oder dem "rostigen" Quelllauf und hängt es später an euer Log an.
- Vor wieviel Millionen Jahren wurde das Eisen vermutlich abgelagert?
- Was meint ihr, kommt das Wasser schon vor dem Austritt aus der Quelle mit Sauerstoff in Berührung, oder erst danach? Woran erkennt ihr das?
Weiter geht es nun beim Blücherfelsen, hier findet ihr feste Eisenmineralien.
Der Blücherfelsen über dem Bocketal
Der Höhenzug des Teutoburger Walds besteht überwiegend aus dem sogenannten Osning-Sandstein. Dieser entstand in der Unterkreidezeit vor 137 bis 105 Mio. Jahren. Damals erstreckte sich hier die südliche Küstenlinie eines 250 km langen und über 50 km breiten Meeresbeckens ("Niedersächsisches Becken"). Entlang der Küsten wurden sandige Sedimente abgelagert, die später zum Osning-Sandstein verfestigt wurden.
Im Sand vorhandenes Eisen (hier etwa 1 Volumenprozent) wandelte sich bei der Bildung des Osning-Sandsteins zu Eisenhydroxidformen wie Hämatit und Limonit um, lagerte sich in dünnen Schichten ab und wurde dann von weiterem Sand überlagert. Aber auch in später durch Erdbewegungen entstandenen Rissen im Gestein lagerten sich Eisenmineralien ab.
Um diese Eisenhydroxidmineralisationen, sogenannte Eisenschwarten, geht es im zweiten Teil dieses Earthcaches. Begebt euch dazu bitte zum Blücherfelsen, einen natürlichen Aufschluss des Bocketals. Seht ihn euch genau an, ihr müsstet einzelne unregelmäßige, ungefähr schichtparallele, teils gegabelte Eisenhydroxid-Beläge entdecken können. Einige Beispiele seht ihr hier.

Sucht am Blücherfelsen eine Eisenschwarte, das kann gerne eine von den gezeigten Fotos sein, und beantwortet uns folgende Fragen:
- Beschreibt mit eigenen Worten die gefundene Eisenschwarte. Auf welcher Seite (Himmelsrichtung) des Blücherfelsens habt ihr sie entdeckt?
- Was glaubt ihr, welche Entstehungsform einer Eisenschwarte liegt hier vor, Ablagerung bei der Entstehung des Sandsteins oder spätere Ablagerung in Rissen des Gesteins? Woraus schließt ihr das? Beachtet bitte, dass der Osning-Sandstein nach seiner Entstehung durch tektonische Bewegungen verschoben und gekippt wurde, so dass früher einmal horizontale Schichten heute eine fast beliebige Orientierung haben können!
Um diesen Earthcache zu loggen beantwortet uns bitte die vier Fragen und schickt die Antworten über das Messagecenter oder per Mail an uns. Ihr könnt dann sofort loggen, wenn etwas nicht stimmt, melden wir uns.
Als weitere Logbedingung hängt bitte das Foto, das ihr an der Eisenquelle gemacht habt, an euer Log an.
Wenn ihr an weiteren Fundorten für Eisenmineralien interessiert seid, könnt ihr noch die "Osnabrücker Wand" besuchen, dort kommen dünne Eisenhydroxid-Beläge auf Schicht- und Kluftflächen vor, beispielsweise ganz am rechten Ende. Und im Steinbruch an der Waldkapelle gibt es auch Spuren von Eisenablagerungen, aber auch noch einen großen Abdruck eines Ammoniten.
Quellen:
https://www.zobodat.at/pdf/geol-und-palaeontl-in-westfalen_77_0005-0059.pdf
https://www.zobodat.at/pdf/Ber-Natwiss-Ver-Bielefeld_55_0004-0008.pdf
Fotos: eigene Aufnahmen