Once
Upon a Time ... in Arizona
Version 2.0 vom 10.08.2024
(geringfügige Änderung der Final-Koordinaten und der Formel)
Version 1.0 vom 17.02.2023
Dieser Geocache ist Teil einer Serie:
Vielen Dank an meine bewährten Betatester vom Team
hweg und vom Team viennacache!
| Once
Upon a Time ... in Arizona |
Die
Handlung
der folgenden Geschichte ist frei erfunden.
Der Geocache greift jedoch zahlreiche
Motive der Legende von der Lost
Dutchman Mine auf, von denen viele einen wahren Kern haben.
Jacob Waltz, Julia Thomas und Miguel Peralta sind historische Personen
und haben tatsächlich gelebt, ihre Handlungen und Aussagen in der
folgenden Geschichte sind jedoch frei erfunden.
Nach der legendären Lost Dutchman Mine
wird noch heute gesucht.
Bisher hat niemand sie je gefunden.
Vorab
ein paar Hinweise:
- Jede der gesuchten Lösungen besteht aus einer dreistelligen
Zahl.
- Es könnte eventuell hilfreich sein, einen Drucker
und eine Schere
bereitzuhalten. Auch ein Lineal
und eine starke Taschenlampe
könnten sich durchaus als nützlich erweisen.
- Die Rätsel können durch Anklicken des jeweiligen Bildes in Originalgröße dargestellt
werden.
- Beim Drucken ist es empfehlenswert, das
Bild bestmöglich an die Seite anzupassen, ohne es dabei zu
verzerren (je nach Bild Hochformat oder Querformat
einstellen sowie bei den Druckeinstellungen "An Seitenbreite
anpassen" auswählen).
|
Desert
Gulch Guest Ranch, Arizona
Gegenwart |
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Der alte, geheimnisvolle Cowboy, den
alle nur Curly rufen, wirft ein weiteres Holzscheit in das kleine
Lagerfeuer, das ihr am Fuße der markanten Weavers Needle errichtet habt.
Als das Scheit auf die Glut trifft, stieben zahllose Funken in den
nachtschwarzen Himmel empor und tauchen für einen kurzen Moment deine um
das Lagerfeuer sitzenden Freundinnen und Freunde und den Lagerplatz in
ein diffuses Licht. Doch schon Augenblicke später fällt die gesamte
Umgebung wieder in tiefschwarze Dunkelheit ...
Euer
Urlaub
hier in Arizona war bisher ein großartiges Erlebnis. Die Desert Gulch
Guest Ranch bietet ein reiches Angebot an Aktivitäten und Erlebnissen, die
euch in die Zeiten des Wilden Westens entführen. Doch der absolute
Höhepunkt eures Aufenthalts ist ein dreitägiger Ausritt hinaus in die
Wüste Arizonas. Begleitet nur von dem alten Cowboy mit dem wettergegerbten
Gesicht und einem kleinen Planenwagen mit dem Koch und euren Vorräten,
seid ihr nunmehr schon zwei Tage in der Wildnis rund um die
geheimnisumwitterten Superstition Mountains unterwegs.
Und so seid ihr schließlich hier an eurem Lagerplatz am Fuße der berühmten
Weavers Needle gelandet. Erschöpft aber glücklich blickst du von deinem
Sitzplatz am Lagerfeuer in die lodernden Flammen. Und plötzlich meinst du,
etwas in diesen Flammen zu erkennen.
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Hinweis:
Die Steine rund um das Lagerfeuer haben keine Relevanz für
das Rätsel, die Buchstaben auf diesen aber sehr wohl. Dass
diese auf den Steinen abgebildet sind, ist ohne Bedeutung.
|
Es ist bereits spät geworden. Irgendwo,
weit draußen in der Nacht, lässt ein einsamer Koyote sein unheimliches
Geheul erklingen. Da
erhebt der alte Cowboy seine Stimme und deutet zu der Silhouette der
markanten Felssäule, die sich ein Stück östlich eures Lagerplatzes fast
unsichtbar gegen den dunklen Nachthimmel abzeichnet. "Hier irgendwo muss
sie sein, verdammt, irgendwo im Schatten dieser Felssäule, der Waevers
Needle, muss die verfluchte Dutchman Mine liegen". Als er in eure
fragenden Gesichter blickt, hält er kurz inne und beginnt dann zu
erzählen ...
Der deutsche Immigrant Jacob Waltz war
Zeit seines Lebens von Geheimnissen umgeben. Er war im Jahr 1877 aus dem
Nichts plötzlich im Gebiet der Superstition Mountains in Arizona
aufgetaucht und bereits kurze Zeit später schien er über nahezu
unbegrenzten Reichtum zu verfügen. Niemand wusste etwas über sein
bisheriges Leben, und niemand hatte die leiseste Ahnung, wo Jacobs
sagenhafter Reichtum herkam. Aufgrund seiner Abstammung wurde er nur der
Dutchman genannt, was damals die gängige Bezeichnung auch für deutsche
Einwanderer war. Irgendwann kaufte sich Jacob Waltz schließlich ein
prächtiges Anwesen in den westlichen Ausläufern der Superstition
Mountains, wo er für viele Jahre ein sorgenfreies Leben führte.
All das änderte sich schlagartig an einem schicksalhaften Frühlingstag des
Jahres 1891. Ein plötzlich aufziehendes Gewitter wurde von sintflutartigen
Regenfällen begleitet. Der trockene Boden konnte die enormen Wassermassen
nicht aufnehmen und so bildete sich eine gigantische Sturzflut, die sich
über Jacobs Anwesen ergoss und dieses und mit ihm all seine Besitztümer
vernichtete. Bei dem vergeblichen Versuch, zumindest einen kleinen Teil
seiner Habe aus dem Anwesen zu retten, war Jacob den eiskalten
Wassermassen schutzlos ausgesetzt. Zwar konnte er sich in letzter Sekunde
aus den Fluten retten, jedoch zog er sich eine lebensbedrohliche
Lungenentzündung zu.
Schwer erkrankt, ohne jegliche Besitztümer und ohne ein Zuhause, war der
alte Mann über Nacht auf die Hilfe und Barmherzigkeit anderer angewiesen.
Als seine junge Nachbarin Julia Thomas von Jacobs Notlage erfuhr, zögerte
sie keine Sekunde. Sie nahm ihn sofort bei sich auf und pflegte den
nunmehr bettlägrigen Mann über viele Monate hinweg mit aufopfernder
Hingabe. Doch statt langsam wieder auf die Beine zu kommen, wurde Jacobs
Gesundheitszustand von Tag zu Tag schlechter. Am 25. Oktober 1891
schließlich rief er Julia zu sich an sein Krankenbett ...
Maricopa
County, Arizona
25. Oktober 1891 |
| Kapitel 1: Das
Vermächtnis |

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Der
alte Mann atmete nur mehr langsam. Julia merkte, wie sehr ihn das
Sprechen anstrengte, als er mühevoll, Wort für Wort, zu ihr sprach. "Ich
kann dir niemals vergelten, was du für mich in den letzten Monaten getan
hast. Du warst da, als die Not am größten war und niemand mir zur Seite
stehen wollte". Julia legte liebevoll ihre Hände in die seinen, sie
spürte, dass Jacobs Ende nahe war. Noch einmal setzte der Sterbende zum
Sprechen an. "Rede mit Tom und Huck, sie werden dir alles erklären".
Julia glaubte einen Ausdruck von stiller Zufriedenheit zu erkennen, als
der alte Mann seine Augen für immer schloss.
Julia saß noch lange am Bett des Toten,
nicht fähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Seine letzten Worte gingen
ihr wieder und wieder durch den Kopf. "Rede mit Tom und Huck, sie werden
dir alles erklären". Wer sollte damit gemeint sein, sie kannte niemanden
dieses Namens? Da fiel ihr Blick auf das Bücherbord neben dem Bett und sie
erinnerte sich an die beiden Bücher von diesem interessanten Autor aus
Mississippi, die sie erst kürzlich in der Stadt gekauft hatte, um Jacob
ein wenig Zerstreuung zu bieten. Sofort griff die junge Frau in das Regal
und zog das Buch "The Adventures of Tom Sawyer" heraus.
Julia blätterte durch das Buch und entdeckte zwischen den Seiten einen
handgeschriebenen Brief sowie einen weiteren Zettel mit seltsamen
Markierungen. Dieser hatte dieselbe Form wie der Brief, doch was sollte
sie damit tun und wie herum sollte sie ihn überhaupt halten?
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Hinweis:
Solltet ihr vergessen haben, den Brief auch zu lesen, wäre
das jetzt ein geeigneter Zeitpunkt, dies nachzuholen. Er ist nämlich
nicht nur für das Rätsel, sondern auch für die Handlung relevant.
|
Julia war sprachlos. Sie las den Brief
immer und immer wieder durch. Jetzt endlich kannte und verstand sie das
Geheimnis um Jacobs Vergangenheit und seinen Reichtum. Noch einmal griff
sie in das Regal und dieses Mal galt ihre Aufmerksamkeit dem Buch "The
Adventures of Huckleberry Finn". Sofort entdeckte sie das Stück Papier,
das zwischen den Seiten des Buches versteckt war. Sie hielt den
ersten Teil einer geheimnisvollen Karte in ihren Händen.
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Die
Sonne war gerade leuchtend rot über dem östlichen Horizont aufgegangen,
als Julia ihr Pferd sattelte und zu ihrem bisher größten Abenteuer
aufbrach. Die geheimnisvolle Karte, die Jacob ihr am Tage seines Todes
vermacht hatte, hielt sie fest in ihrer Hand. Sie war ihr Erinnerung und
Wegweiser zugleich. Die junge Frau war fest entschlossen, das
Vermächtnis von Jacob zu ehren und die Aufgabe, die er ihr mitgegeben
hatte, zu erfüllen.
Obwohl Julia viele Details des
Kartenfragments noch nicht verstehen konnte, war ihr klar, dass die Karte
ihr den Weg zur verschollenen Mine weisen sollte. Die erste Station ihrer
Reise war also vermutlich die alte Kirche in Apache Junction, nicht weit
von den Ruinen von Jacobs ehemaligem Anwesen entfernt. Ein kleiner Hinweis
über dem Bild der Kirche forderte sie auf, unter den Bodenbrettern im
Bereich der Kanzel nach etwas zu suchen. Ein weiterer Hinweis auf der
Karte bestand nur aus einer ungeordneten Aneinanderreihung von Ziffern und
Buchstaben. Offenbar sollte damit irgendeine bestimmte Abfolge dargestellt
werden, was genau damit gemeint war, erschloss sich Julia jedoch nicht.
Als die junge Frau die düstere Kirche von Apache Junction betrat, war das
Gebäude vollkommen leer. Unter der Kanzel entdeckte sie schnell einige
Bodenbretter, die offenbar nicht richtig befestigt waren. Als sie eine der
Dielen anhob, fand sie darunter eine Sammlung von zusammengebundenen
hauchdünnen Holzstreifen, die mit Ziffern und Buchstaben beschriftet
waren. Und am Kirchenboden daneben entdeckte sie ein in den Boden
geritztes Muster, dessen Form und Größe ziemlich genau den Streifen
entsprach.
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Ganz hinten in dem Hohlraum unter den
Bodenbrettern entdeckte Julia schließlich noch ein eingerolltes Stück
Papier, das mit einer kurzen Schnur zusammengebunden war. Voller Vorahnung
öffnete Julia das Band und blickte triumphierend auf einen weiteren
Teil der geheimnisvollen Karte.
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Die
Mittagssonne brannte gnadenlos auf den trostlosen und staubigen Friedhof
von Tortilla Flats. Auf dem zentralen Platz in der Mitte der Anlage
standen sich drei furchteinflößende Männer gegenüber, die einander
unentwegt mit finsteren Mienen anstarrten. Es lag eine fast greifbare
Anspannung in der Luft. Julia beschloss, diesen Männern am besten aus
dem Weg zu gehen und sich nur um ihre eigenen Angelegenheiten zu
kümmern.
Der zweite Teil von Jacobs Karte hatte
Julia hierher, auf den Friedhof von Tortilla Flats geführt. Wiederum waren
auf der Karte mehrere Hinweise angeführt. Während die Anweisung, dass sie
etwas im Grab eines Unbekannten neben dem Grab eines gewissen Arch Stanton
suchen sollte, ihr durchaus einleuchtete, enthielt auch dieses
Kartenfragment zusätzlich einen recht kryptischen Hinweis, der wieder nur
aus Ziffern und Buchstaben bestand.
Nachdem sie Reihe um Reihe abgesucht hatte, fand Julia schließlich das
Grab. Offenbar war die hier zur ewigen Ruhe gebettete Person nicht sehr
beliebt gewesen, denn der Grabstein war mit zahlreichen Einschusslöchern
übersäht. Ein Grabspruch erläuterte, dass die Wahrheit stets im Herzen der
Sterne zu finden sei.
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Während sich die drei Männer noch immer
regungslos am zentralen Platz des Friedhofs anstarrten, begann Julia, die
lose Erde rund um den Grabstein zu untersuchen. Und tatsächlich fand sie
schon nach kurzer Suche eine kleine Lederrolle. Als Julia die Rolle
öffnete, blickte sie erleichtert auf den letzten
Teil der geheimnisvollen Karte.
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Ihr
Weg führte Julia nun direkt hinein ins Herz der Superstition Mountains.
Sie spürte regelrecht, dass sie ihrem Ziel immer näher kam. Immer wieder
dachte sie an Jacob, bald würde sie an jenem Platz stehen, der sein
Leben so sehr geprägt hatte. Als Julia um einen niedrigen Felsrücken
herumritt, erblickte sie vor sich die träge dahinfließenden Wasser des
Salt Rivers.
Der dritte Teil der Karte hatte Julia
schon angekündigt, dass sie auf ihrem Weg zu den Superstition Mountains
einen Fluss würde überqueren müssen. Jetzt stand sie am Ufer des Salt
River und vor ihr entfaltete sich ein beeindruckendes Panorama von wildem,
ausgetrocknetem Weideland, das von zahlreichen geradlinigen Wegen
durchzogen war.
Julia dachte wieder an den Hinweis, den sie auf dem Kartenfragment
entdeckt hatte. Er warnte sie vor frei grasenden Rindern in Flussnähe. Und
tatsächlich, überall an den Ufern des sich dunkel dahinwindenden Flusses
sah sie mächtige Exemplare stehen. Man konnte den Tieren den Durst
geradezu ansehen. Nacheinander begann ein Tier nach dem anderen, beginnend
beim entferntesten, jeweils in Blickrichtung direkt auf das Wasser
zuzulaufen, ohne sich um etwaige Wege zu kümmern. Erst, wenn ihre Köpfe
das Wasser berührt hatten, blieben sie stehen und tranken gierig von dem
kühlen Nass.
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| Kapitel 5:
Weavers Needle |

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Julia
hatte
den Salt River hinter sich gelassen und befand sich nun mitten in den
geheimnisumwitterten Superstition Mountains. Die Landschaft, die sie
umgab, war atemberaubend. Jacobs Karte zeigte ihr den Weg an, immer auf
die markante Felsspitze der Weavers Needle zu. Nun endlich setzte Julia
die drei gefundenen Teile zusammen und blickte erstmals auf die
vollständige Karte. Sie war jetzt Jacobs Geheimnis ganz nah.
Bisher war der Weg klar gewesen, doch um
den Eingang zur Mine zu finden, galt es nun, den letzten Hinweis auf der
Karte richtig zu interpretieren. Die junge Frau verstand, dass sie der
Rahmen auf die richtige Spur bringen würde, doch der bestand nur aus
eigenartigen Zahlenpaaren in zwei unterschiedlichen Farben. Julia war
ratlos. Offenbar sollten sie eine Wegbeschreibung von einem bestimmten
Startpunkt - Schritt für Schritt - zum Ziel ihres Weges darstellen.
Lange Zeit starrte Julia mit fragendem und zunehmend verzweifeltem Blick
auf die Karte, probierte das eine und das andere aus und scheiterte doch
immer wieder. Doch ganz plötzlich machte alles Sinn, Julia wusste nun,
wohin sie ihre Suche schließlich führen würde.
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Direkt
über
Julia erhob sich das majestätische Felsmassiv der Weavers Needle. Die
letzten Meilen waren enorm anstrengend gewesen. Irgendwann war zu Pferd
kein Weiterkommen mehr möglich gewesen, und so hatte sie ihr Pferd im
Schatten einer kleinen Baumgruppe angebunden und war zu Fuß weiter der
Karte gefolgt. Doch ganz plötzlich stand Julia vor einer hohen Felswand,
wo es nun auch zu Fuß kein Weiterkommen mehr gab. Sollte das das
erfolglose Ende ihrer Suche sein?
Dichtes Buschwerk wucherte entlang des
Fußes der Felswand. Erschöpft und verzweifelt setzte sich Julia auf den
Boden und blickte verständnislos abwechselnd auf die Karte und die
Felswand. Die Sonne stand hoch über ihr und brannte heiß und grell auf sie
herab. Plötzlich registrierte Julia aus dem Augenwinkel ein wiederholtes
Aufblitzen, das direkt aus dem Buschwerk zu kommen schien. Das Sonnenlicht
musste wohl von irgendeinem metallischen Gegenstand reflektiert werden.
Die junge Frau sprang auf und bewegte sich direkt auf die Reflexion zu. An
der Felswand schob Julia das dichte Buschwerk vorsichtig zur Seite. Sie
konnte nicht glauben, was sie sah. Hinter den Büschen befand sich ein
verborgener Zugang in den Berg. Sie hatte Jacobs Mine endlich gefunden.
Doch der Eingang war mit einem massiven Eisengitter gesichert, ein
stabiles Schloss versperrte den Zugang. Aber Julia war zuversichtlich,
dass sie es mit ein wenig Fingerspitzengefühl würde knacken können.
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Mit
einem leisen Schnappen öffnete sich das alte Schloss. Für Julia war es
das wundervollste Geräusch, das sie seit langem vernommen hatte. Nur ein
leises Schnappen und das Tor zum Ziel ihrer langen Reise stand weit
offen. Die geheimnisvolle Karte, die Jacob ihr vermacht hatte, hatte sie
schließlich an diesen Ort geführt. Sie entzündete eine Fackel, die im
Eingangsbereich der Mine an der Wand hing. Julia blickte in einen langen
Tunnel, der sich tief im Berg in der Dunkelheit verlor.
Die Gänge und Schächte der alten Mine
breiteten sich in alle Richtungen vor Julia aus. Wie sollte sie nur den
Weg zur goldführenden Ader finden? Vorsichtig drang die junge Frau ein
wenig weiter in das Labyrinth vor. Der Tunnel verzweigte sich immer wieder
und auch senkrechte Schächte mit Leitern gingen nach oben und unten ab.
Ohne Hinweise würde sie sich in der Mine hoffnungslos verirren.
Da entdeckte Julia an der Tunnelwand einen aufgemalten Pfeil. Sollte dies
der so dringend benötigte Hinweis zur Orientierung in der Mine sein? Sie
folgte dem Pfeil bis zur nächsten Verzweigung und fand dort sogleich den
nächsten. Julia war erleichtert, Jacob hatte wirklich an alles gedacht.
Zielstrebig folgte sie nun den Pfeilen tief hinein in den Berg.
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Julia war mittlerweile tief in die Mine
eingedrungen. Sie folgte gerade einem weiteren von Jacobs Pfeilen, als
sich der Gang, den sie betreten hatte, plötzlich stark erweiterte und in
einem hohen Raum endete. Im sich reflektierenden Licht der Fackel
funkelten und leuchteten die Wände in unvorstellbarer Pracht ...
Sie fühlte sich wie in einem Traum. Die
rohen Felswände des Raumes waren von massiven Goldadern durchzogen. Wohin
ihr auch Blick fiel, überall schien Gold zu sein, das nur darauf wartete,
abgebaut zu werden. Julia legte die Karte beiseite und berührte mit beiden
Händen die funkelnden Adern, so als wolle sie das Gold spüren.

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Zuerst
bemerkte
sie es gar nicht. Doch es war da, fast unmerklich, ganz leicht nur, dann
ein wenig stärker, und schließlich bemerkte Julia, dass der Boden unter
ihren Füßen leicht erzitterte. Staub rieselte von der Höhlendecke, ein
dumpfes, bedrohliches Grollen schien tief aus dem Berg zu kommen. Und
dann war wieder Stille. Es war die Ruhe vor dem Sturm. Urplötzlich
erbebte die Mine, alles rund um Julia schien in Bewegung zu sein. Holz
zerbarst und riesige Felsbrocken stürzten auf den Minenboden nieder.
Julia geriet in Panik, ihr Überlebensinstinkt übernahm die Kontrolle.
Sie begann zu laufen, hinaus aus diesem Albtraum. Sie ließ alles zurück,
ihre Vorräte, ihre Ausrüstung und vor allem Jacobs Karte.
Julia wusste nicht, wie es ihr gelang, den
rettenden Ausgang zu finden. Doch plötzlich war da ein Lichtschimmer am
Ende eines langen Ganges. Noch einmal mobilisierte sie all ihre
verbliebenen Kräfte, der Ausgang kam näher und näher. Julia konnte den
mächtigen Balken, der die Decke ganz vorne beim Ausgang stützte, deutlich
erkennen. Sie sah, dass er sich unter dem enormen Druck zu bewegen begann.
Sie sah ihn bersten. Sie sah riesige Gesteinsmassen aus der Decke brechen
... und dann war da nur mehr Schwärze ...
Julia wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war. Sie konnte sich kaum
bewegen. Nur langsam konnte Julia die Umrisse ihrer Umgebung verschwommen
in der Dunkelheit wahrnehmen. Sie lag auf dem Minenboden, ganz nahe beim
Ausgang, ihr Körper war teilweise unter Erde und losem Gestein
verschüttet. Draußen war es inzwischen Nacht geworden. Langsam und
mühevoll versuchte sie, sich aus den Erdmassen herauszuarbeiten. Ihr
unbändiger Wille ließ sie das nahezu Unmögliche möglich machen.
Wie durch ein Wunder hatte Julia das Desaster ohne nennenswerte
Verletzungen überstanden. Doch ihr war bewusst, dass sie schnellstmöglich
zurück in die Zivilisation musste. Ohne Vorräte und ohne Wasser würde sie
in der Gluthitze des Tages nicht lange durchhalten. Ohne zu zögern machte
sich Julia auf den Weg, hinaus in die tiefschwarze Nacht. Die Dunkelheit
raubte ihr jegliche Orientierung. Doch sie wusste, dass sie es schaffen
würde, sie würde den Weg zurück finden, sie würde überleben.
Doch ohne die Karte fand sie niemals
wieder den Weg zurück zu Jacobs Mine ...
... zur
Lost Dutchman Mine.
Desert Gulch Guest
Ranch, Arizona
Gegenwart |
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Während
der
alte Cowboy gesprochen hatte, war das Lagerfeuer fast erloschen, nur
mehr eine schwache Glut hüllt die Umgebung in dämmriges Licht. "Wir
werden wohl nie erfahren, was den Einsturz wirklich ausgelöst hat.
Vielleicht war es die Erfüllung eines alten Fluchs der Apachen, denen
die Mine schon lange vor unserer Ankunft als heiliger Ort galt.
Vielleicht war es aber auch nur Schicksal, dass genau zu diesem
Zeitpunkt ein Erdbeben die Superstition Mountains heimsuchte. Wer kann
das schon sagen? Tatsache ist, dass mit dem Verlust der Karte auch das
Wissen um den Standort der Dutchman Mine endgültig verloren gegangen
ist."
Mit diesen Worten endet die Erzählung des
alten Cowboys. Für eine lange Zeit spricht niemand aus der Runde, jeder
ist alleine mit seinen Gedanken. Doch da ergreift einer deiner Freunde das
Wort: "Eine beeindruckende Geschichte, wahrhaftig. Doch wie kommt es, dass
gerade du so genau darüber Bescheid weißt, was damals geschehen ist?" Der
alte Mann lächelt nachdenklich, er läßt sich Zeit mit seiner Antwort.
"Meine Großmutter hat mir die Geschichte wieder und wieder erzählt." Die
Antwort scheint deinen Freund nicht vollkommen zufrieden zu stellen und so
spricht der alte Cowboy weiter: "Ihr habt mich nie gefragt, wie mein
vollständiger Name lautet." Fragende Gesichter ringsum.
"Ich heiße Curly Jacob Thomas, Julia war
meine Urgroßmutter."
Nachdem es euch gelungen ist, dieses
Abenteuer zu bestehen, steht euch
selbstverständlich auch eine kleine Anerkennung zu. Um diese in
Empfang zu nehmen, müsst ihr allerdings noch zwei kleine Rechenaufgaben
lösen. Ihr findet eure Belohnung an den folgenden Koordinaten:
N 48° (10*A + 11*B + 12*C + 13*D - 5364) /
1000'
E 16° (10*E + 11*F +
12*G + 13*H - 9004)
/ 1000'
Der Cachebehälter ist diesmal wieder ein Petling.
Im Behälter befindet sich lediglich das Logbuch.
Auch diesmal habt ihr alternativ wieder
die Möglichkeit, eure Antworten mit
einem Multichecker zu überprüfen. Dieser sagt euch genau, welche
eurer Antworten richtig und welche falsch sind und verrät euch sogar die Final-Koordinaten und einen Hinweis zum
Versteck ... natürlich nur, wenn alle Antworten richtig sind!
Hinweis:
Interessierte finden im Multichecker auch noch Wissenswertes
über die echten, historischen Personen und Ereignisse hinter diesem
Geocache sowie einen Link zu einer Website mit weiterführenden
Informationen.
|
Sollten
Wartungsarbeiten
am Cache erforderlich sein oder ihr vielleicht den einen oder anderen
Hinweis benötigen, kontaktiert mich bitte mittels E-Mail oder über das
Message Center. Dankeschön!
Happy
Caching!