Willkommen am Bongartzhof in Scheuren!
"Schwerter zu Pflugscharen" - ein Teilzitat aus der Bibel, das zum geflügelten Wort der Friedensbewegung geworden ist. Was jedoch aus diesen Pfluscharen wird, lässt sich hier vor Ort betrachten. Rost bezeichnet das Korrosionsprodukt, das aus Eisen oder Stahl durch Oxidation mit Sauerstoff in Gegenwart von Wasser entsteht. Der Prozess des Rostens lässt das Material porös werden, weshalb Sauerstoff und Wasser weiter mit dem Eisenmetall reagieren und die Zersetzung somit voranschreitet. Umgangssprachlich sagt man auch „der Rost frißt sich durch“. Das Material wird mit zunehmender Zersetzung poröser, brüchig, platzt aufgrund des grösseren Volumens evtl. auf, bis hin zur völligen Zerstörung. Bis dahin entstehen teils ansprechende Flächen, Formen und Farben - wahre Kunstobjekte.
Bei dem vor euch liegenden Gut Bongartzhof handelt es sich um einen eindrucksvollen Vierkanthof mit gut erhaltenem Wehrcharakter und massivem Eingangstor. Die den Hof im Mittelalter umgebenden Wassergräben sind bis auf den Teich rechts des Hoftores verfüllt. Der Bongartzhof war einer der beiden einst großen landwirtschaftlichen Höfe in Scheuren. Im Mittelalter noch im kirchlichem Besitz und von sogenannten "Halfen" bewirtschaftet (Pächter mit besonderem Pachtvertrag; der Halfe hatte einen bestimmten Anteil [zumeist die Hälfte] seines Ertrages an den Grundherrn - also hier den Kölner Erzbischof - abzuliefern), wurde der Vierkanthof im Zuge der Säkularisation (Enteignung und Verkauf kirchlicher Güter unter Napoleon) beschlagnahmt und verkauft und war dann lange Zeit im Besitz des Wolff Metternich zur Gracht.
Auch heute noch befindet sich auf dem Hof ein landwirtschaftlicher Betrieb (u.a. Apfelplantage, Gänsezucht).
Auf euch wartet ein klassicher Tradi - bitte mit Fingerspitzengefühl herangehen, sonst ist er bald fott.