Als ich neulich in einer Aachener Lokalzeitung einen Artikel über ein neues Buch zum jüdischen Friedhof (Holger A. Dux (Hrsg.) „Der jüdische Friedhof Aachen – Lütticher Straße“) las, war ich sofort angefixt und habe es mir beim nächsten Gang in die Stadt besorgt. Der Aachener Stadthistoriker Holger A. Dux (mit dem ich auch bereits interessante Führungen über Aachener Friedhöfe erleben durfte), hat nicht nur sagenhaft viel Material zum Friedhof als solchen, sondern auch über die Lebensläufe von hier bestatteten Menschen zusammengetragen.

Und wie das so kommt, war der zweite Gedanke prompt, das Ganze zum Thema eines Geocaches zu machen…. – Voilà, hier ist er.
– Es hat noch etwas gedauert, weil ich zuerst abwarten wollte, bis das Buch auch in der Stadtbibliothek kostenlos erhältlich ist (inzwischen gibt es dort drei Exemplare), aber natürlich kann man es auch zum Preis von 19,90 Euro im Buchhandel käuflich erwerben. - Oder in der Buchhandlung vor Ort studieren.
Wie schon bei meinem Cache zu den Heimgärten ist das Ganze eine Art Mystery-Multi, bei dem man zum einen das Buch braucht, um Fragen zu beantworten, aber zum anderen sich auch auf den hier thematisierten Friedhof begeben soll, um einen direkten Eindruck zu bekommen.
Für den Cache hilfreich könnte noch sein, dass das Buch auch einen Lageplan enthält, so dass man jedes beschriebene Grab auch leicht auf dem Friedhof finden kann. (Ich hoffe, dass der Lageplan auch bei den Bibliotheksexemplaren erhalten geblieben ist. Wenn ihr das Buch in der Buchhandlung studiert, müsst ihr euch wegen des Plans etwas einfallen lassen. Fotografieren oder einfach notieren, wo die zu suchenden Gräber sind. Das geht aufgrund der Systematik der Anlage eigentlich ganz gut.)
Wichtig für den Outdoor-Teil: Friedhöfe sind Orte mit ganz besonderen Anforderungen und Bedürfnissen. Der Respekt vor diesen Orten der Trauer muss höchste Priorität haben! Bitte beachtet die Öffnungszeiten (insbes. die Tatsache, dass er samstags geschlossen ist) und verhaltet euch entsprechend der Würde des Ortes. Beachtet die Totenruhe und verhaltet euch respektvoll gegenüber anwesenden Trauernden. Es müssen natürlich keine Gräber betreten werden oder ähnliches. Es sei daran erinnert, dass von Männern erwartet wird, aus Respekt auf einem jüdischen Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen! (Eine Kappe/Mütze reicht, es muss kein richtiger Hut sein.) Bitte haltet euch daran.
Es ist vermutlich müßig zu betonen, dass der Cache selbst nicht auf dem Friedhofsgelände liegt.

Doch kommen wir zum Cache selbst (sicherheitshalber: Zahlen immer in Ziffern, Worte immer komplett in Großbuchstaben):
Im Kapitel „Gestaltung der Grabsteine“ (S. 95ff) widmet sich Dux den verschiedenen Hauptformen von Grabsteinen, die hier auf dem Friedhof anzutreffen sind und nennt auch Beispiele. Erwähnt werden insbesondere Stelen, Obelisken und Säulen, Ädikula- und Baldachingräber, Wandgräber, Skulpturengräber, sowie Sarkophage. Diesen Formen wollen wir uns näher widmen.
- Zunächst ist auf Seite 96 ein Grabstein abgebildet, der sich anscheinend der oben angesprochenen Einordnung entzieht. Hier nehme einfach den Nachnamen der Person, dessen Grabstein hier abgebildet ist.
- Eine Seite weiter ist ein Beispiel für eine Stele abgebildet. Hier sind auch typische Gestaltungsmerkmale für Stelen beschrieben. In welcher Form sind die Ecken typischerweise gestaltet? (Wort mit 10 Buchstaben)
- Die Nummer der Grabstätte ist unter der Grafik angegeben. Suche die entsprechende Grabstätte auf dem Friedhof. Sie liegt in diesem Fall direkt an der Mauer. Mit dem Bild aus dem Buch, der Platznummer und dem Plan ist er einfach zu finden. Ca. 20 m rechts von besagtem Grabstein ist eine schwarze Marmorplatte an der Mauer befestigt, die an Mikhail erinnert. Für das Lösungswort notiere das letzte Wort auf dieser Tafel (10 Buchstaben).
- Im Buch sind auf Seite 97 ebenfalls Obelisken- und Säulengräber erwähnt mit einer Beispielzeichnung. Von genau diesem Grab gibt es später im Buch noch ein Bild. Auf welcher Seite?
- Gehe zu dem entsprechenden Grab auf dem Friedhof. Wenn du vor dem Grab stehst, ist in deinem Rücken ein Grab von jemandem aus Lyon. Zu deinen Füßen sieht man am Rande jenes Grabes im großen Randstein noch die Einfassungen eines ehemaligen Geländers. Wie viele Einfassungslöcher siehst du in diesem Stein. Notiere die Zahl (sie ist ungerade).
- Auf Seite 98 findest du im Buch die Beschreibung von Baldachingräbern. Was kann auf den Flächen zwischen den Architekturteilen neben einer Urne oft auch als Ornament erscheinen? Wir suchen ein Wort mit 12 Buchstaben.
- Gehe zum Baldachingrab, das unter der entspr. Zeichnung auf Seite 98 erwähnt ist. Dort findest du eine Grabplatte auf der insgesamt vier Monate in den Geburts- und Sterbedaten der beiden dort bestatteten Personen erwähnt sind. Einer der Monatsnamen ist abgekürzt. Notiere diese Abkürzung für das Lösungswort.
- Wandgräber (auch auf S. 98) findet man ebenfalls häufig auf diesem Friedhof. Auch von dem auf dieser Zeichnung abgebildeten Grab gibt es später im Buch ein Foto, nämlich auf welcher Seite?
- Suche nun auch dies Grab auf dem Friedhof auf. Wenn du vor dem Grab stehst, siehst du zu deinen Füßen die vordere Einfassung des Grabes. Aus wieviel Randsteinen besteht die Vorderseite der Einfassung?
- Skulpturengräber sind schließlich auf Seite 99 im Buch beschrieben. Wir betrachten die Zeichnung unten links auf der Seite. Auch von diesem Grab gibt es später im Buch ein Bild, nämlich auf welcher Seite?
- Besuchen wollen wir hingegen das Grab, das auf Seite 99 unten rechts(!) abgebildet ist (nämlich weil ich dazu bislang kein Bild im Buch gefunden habe, das spoilern könnte). Wenn du vor diesem Grab stehst, siehst du links hinter dem Grabstein das Grab von jemandem mit einem Tiernamen. Von wem wird dieser laut Grabstein betrauert? Notiere das Wort genau so, wie es auf dem Grabstein steht.
- Auch Beispiele für Sarkophage findet sich im Buch auf Seite 100, wenn auch ohne Bild. Wie werden die auf dem Aachener Friedhof vorkommenden Gräber dieser Art hier bezeichnet? – Gesucht ist ein Wort mit 15 Buchstaben, so wie es im Text vorkommt.
- Wir begeben uns zum ersten in diesem Abschnitt erwähnten Grab von Max und Johanna. Wenn du dort vor dem Grab stehst, siehst du rechts hinter dem Grab den schwarzen Grabstein von Leopold und Sabine. In der rechten unteren Ecke des Grabsteins kannst du den Namen des Steinmetzes lesen. Notiere nur den Nachnamen.
Wenn ihr nun alle Fragen beantwortet habt, besteht das Lösungswort für den Checker aus der Aneinanderreihung der einzelnen Antworten getrennt durch einen Bindestrich, also ein Wort der Form „MEIER-BIENENKORB-…-111-…123-…-WANDERFALKE-…-456-7-…-SEHRLANGESWORT-…“ (eben bestehend aus 13 Komponenten).
Damit füttert ihr dann den Checker, der euch die Koordinaten der Dose verraten sollte:

Du kannst deine Rätsel-Lösung mit certitude überprüfen.
Noch ein Wort zum Final: Das sollte keinesfalls auf dem Friedhof, aber doch irgendwie in der Nähe liegen. Da waren die Möglichkeiten aber sehr beschränkt. Demzufolge ist das aktuelle Final sicher nicht optimal, ich hoffe aber akzeptabel.
Noch ein Wort zum Buch bzw. Cache: Ich wollte hier den Friedhof und die Grabkultur thematisieren, nicht unbedingt die Lebensläufe der hier bestatteten Menschen. Dennoch empfehle ich, im Buch auch einen Blick auf diesen Teil zu werfen. Dort tun sich interessante Lebensgeschichten auf. – Und aufgrund des Alters der Gräber (und damit der Lebenszeiträume der dort Bestatteten) enden auch nicht alle in Katastrophen, wie es leider bei Caches zu den Stolpersteinen der Fall sein muss.
Nun wünsche ich euch viel Freude mit meinem Cache. Ich hoffe, ihr habt Interesse am Thema gefunden.